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Gathmann Michaelis und Freunde | Sicher auf der Leiter: Schneiden und Ernten

Si­cher auf der Lei­ter: Schnei­den und Ern­ten

Nicht alle Gartenarbeiten lassen sich nur vom Boden aus erledigen. Oft benötigen Hobbygärtnerinnen und -gärtner eine Leiter, um Gehölze wie Obstbäume zu beschneiden oder im Herbst Früchte zu ernten. Damit die Tätigkeiten in der Höhe nicht zur Wackelpartie werden oder gar zu einem folgenschweren Sturz führen, ist eine Obstbaumleiter erforderlich. Sie hat besondere Eigenschaften, die den Aufstieg in die Baumkrone sicherer machen.

Interessierte erfahren hier, was eine hochwertige Obstbaumleiter ausmacht, wie man sie richtig aufstellt und welche Sicherheitsvorkehrungen sowie Hilfsmittel Stürze von der Leiter verhindern. Ebenso stellt die Aktion Das sichere Haus (DSH) Alternativen zum Einsatz von Leitern im Garten vor.


Obst­ba­um­lei­tern für den Gar­ten

Viele Menschen fragen sich, ob sie überhaupt eine zusätzliche Leiter für den Garten brauchen, wenn sie bereits eine recht lange Haushaltsleiter besitzen. Es ist jedoch ein großer Unterschied, ob eine Leiter auf befestigtem oder unbefestigtem Untergrund aufgestellt wird: So hat eine gewöhnliche Haushaltsleiter auf unebenen Böden wie Rasen, Erde, Schotter oder Sand keinen festen Stand. Es besteht die Gefahr, dass sie abrutscht oder umkippt – mitsamt der Person, die gerade darauf steht. Um dieses Unfallrisiko und gefährliche Sturzverletzungen zu vermeiden, sind spezielle Obstbaumleitern in Gärten mit Baumbestand ein Muss.

 

Eine Obstbaumleiter erfüllt folgende Kriterien:

  • hohe Sprossenzahl für eine gute Reichweite in der Höhe  
  • Spitzen an den Leiterfüßen für einen sicheren Stand auf unbefestigtem Boden
  • Stabile Ausführung aus Holz oder, bevorzugt, Aluminium
  • geringes Gewicht für einfachen Transport
  • Material beständig gegen Witterungseinflüsse und Rost

Wer eine Leiter für die Baumpflege und Ernte anschaffen möchte, kann zwischen zahlreichen Modellen und Materialien wählen. Eine stabile und qualitativ hochwertige Obstbaumleiter verfügt über das CE-Zeichen („Conformité Européenne“) und das GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“). Modelle, die den Normen DIN 68 361 (für Obstbaumleitern aus Holz) und DIN 68 363 (für Obstbaumleitern aus Aluminium) entsprechen, erfüllen wichtige Sicherheitsanforderungen.

Lei­ter­mo­del­le

Abgesehen von diesen wichtigen Eigenschaften, die jede Obstbaumleitern erfüllen sollte, gibt es sehr unterschiedliche Leitermodelle und Zubehörteile. Bei der Auswahl kommt es vor allem darauf an, wie, wo und wofür die Leiter eingesetzt werden soll.

 

Folgende Basis-Leitermodelle für den Garten gibt es:

  • Anlegeleitern ohne zusätzliches Standbein müssen, wie der Name schon sagt, an einer stabilen Stelle angelehnt werden, um sie zu besteigen. Dafür benötigen sie nur wenig Platz und können auch an schmalen Stellen oder zwischen Ästen hindurch angelegt werden. Ab einer bestimmten Höhe empfiehlt sich die Fixierung durch einen Leitergurt (ggf. Verweis auf weiter unten).
  • Schiebeleitern sind höhenverstellbar und haben eine besonders große Reichweite. Dabei handelt es sich um Anlegeleitern mit einem zweiten Leiterteil, das sich je nach Bedarf Stück für Stück (meistens von Sprosse nach Sprosse) nach oben schieben und einrasten lässt.
  • Dreibein-Leitern sind am unteren Ende breit und werden nach oben hin schmaler. So sind sie kippsicher und dennoch gut zwischen Ästen platzierbar. Ein langer Holm fungiert als drittes Bein, so dass die Leiter auch frei stehen kann. Deshalb benötigt sie beim Aufstellen etwas mehr Platz als eine Anlegeleiter.
Sichere Obstbaumleiter
Foto: fotosdanielgbueno / stock.adobe.com

Hinsichtlich des Materials der Leitern haben Hobbygärtnerinnen und -gärtner die Wahl zwischen Holz und Leichtmetall wie zum Beispiel Aluminium. Letztere sind witterungsbeständiger, leichter zu transportieren und meistens auch unkomplizierter zu erweitern.

Zu­be­hör für Obst­ba­um­lei­tern

Für Obstbaumleitern existieren zahlreiche Zubehörteile, die das Aufstellen und Aufsteigen sicherer machen. Zubehörteile können häufig passend und in Ergänzung zu den Basis-Leitern erworben werden.

 

  1. Leiterspitzen: Wenn eine Obstbaumleiter nicht von vornherein Spitzen an den Leiterfüßen hat, sollten diese unbedingt nachgerüstet werden. Die Leiterspitzen sind meistens aus Metall und haben eine Länge von mindestens 7 cm. Im Boden verankert, geben sie der Aufstiegshilfe den notwendigen Halt auf unbefestigtem Untergrund. Zudem verhindern die Spitzen, dass die Leiter abrutscht, wenn zum Beispiel ein Ast nachgibt und der Anlegewinkel deshalb flacher wird.
  2. Leitertraverse: Die Leitertraverse, ein Querbalken am Fuß der Obstbaumleiter, hat eine stabilisierende Funktion und sollte ebenfalls nachträglich montiert werden, wenn sie nicht von vornherein vorhanden ist. Die Traverse gleicht Bodenunebenheiten aus und stabilisiert die Standfläche der Leiter auf beiden Seiten. So sinken die Leiterfüße nicht in die feuchte Erde ein, wenn man sie beim Aufsteigen mit dem eigenen Gewicht belastet.
  3. Leiterstützen: Soll eine Anlege- oder Schiebeleiter auch frei stehen können, lassen sich bei manchen Modellen nachträglich zwei Stützen daran befestigen. Sie werden am oberen Leiterende festgeschraubt und gespreizt auf dem Boden gestellt. Im ungefähr gleichen Abstand zu den Holmen ausgerichtet, sorgen die Stützen für Stabilität und verhindern, dass die Leiter umfällt. Hier empfiehlt sich die zusätzliche Montage einer Spreizsicherung.
  4. Spreizsicherung: Eine Spreizsicherung verhindert, dass Leiterstützen und Leiterholme bei Belastung auseinanderrutschen und die Leiter in Schieflage gerät oder umfällt. Die Stabilisationselemente aus Metall oder das Gurtmaterial müssen vollständig eingerastet oder straff gespannt sein, damit sie ihre Funktion erfüllen.
  5. Leitergurt: Insbesondere bei langen Obstbaumleitern ist es ratsam, das obere Ende zusätzlich am Anlegepunkt, also am Stamm oder Ast, zu fixieren. So kann die Leiter während der Arbeit nicht wegrutschen. Der Leitergurt ist fest an der Leiter angebracht und wird direkt nach dem Aufstellen um einen Ast gelegt.

Bei allen Zubehörteilen sollte man darauf achten, dass die Elemente zum jeweiligen Leitermodell passen, damit sie sich gut daran montieren lassen. Steckverbindungen sind erst sicher, wenn sie ineinander einrasten. Idealerweise lassen sich die Zubehörteile über Schraubverbindungen besonders sicher an der Leiter befestigen.

Lei­tern nicht zwe­ck­ent­f­rem­den!

Sowohl Obstbaum- als auch Haushaltsleitern dürfen nur zweckgemäß verwendet werden; so sind Obstbaumleitern ausschließlich zur Pflege von Gehölzen oder zur Ernte im Garten einzusetzen. Die Leiterfüße und Stützen bieten nämlich nur auf unbefestigtem Untergrund sicheren Halt. Auf befestigten Gehwegen oder im Haus würden die Leitern wegrutschen.

Umgekehrt sollten gewöhnliche Haushaltsleitern nicht zum Beschnitt oder zur Ernte genutzt werden. Die Modelle sind oft zu niedrig und verleiten zu waghalsigen Manövern. Vor allem aber sind die Kunststoff- oder Gummifüße nur für den Einsatz auf festen und ebenen Böden gedacht. Auf Rasen, Schotter oder in Beeten können Haushaltsleitern nicht sicher stehen – es besteht Unfallgefahr!

Haushaltsleiter im Garten
Foto: vectorass / stock.adobe.com

Lei­ter prü­fen und stand­si­cher auf­s­tel­len

In der Garage, im Geräteschuppen oder unter einer Überdachung lassen sich Obstbaumleitern so lagern, dass sie zum einen vor Witterungseinflüssen geschützt und zum anderen schnell griffbereit sind. Vor jedem Einsatz sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner den Zustand und die Funktionstüchtigkeit der Leiter, des Zubehörs und möglicher Steck- oder Schiebeverbindungen kontrollieren. Bei Schäden oder zu starken Abnutzungsspuren ist es an der Zeit, die Leiter oder das Zubehör zu reparieren beziehungsweise auszutauschen.

Nachdem die Obstbaumleiter geprüft und an ihrem Einsatzort gebracht wurde, ist es wichtig, sie kippsicher aufzustellen. Während Leitern mit Stützen frei stehen, muss für Anlegeleitern zunächst der richtige Anlegegrad gefunden werden. So beträgt der Winkel zwischen Boden und Leiter idealerweise etwa zwischen 65 und 75 Grad. Ist der Winkel zu steil, kann die Obstbaumleiter wegrutschen oder umkippen.

Eine Anlegeleiter sollte immer so aufgestellt werden, dass beide Holme an einem ausreichend starken Ast anlehnen und der Leiterkopf mindestens zwei oder drei Sprossen übersteht. Zudem ist die Leiter immer zur Baumkrone hin ausgerichtet, damit sie sich erneut an stärkerem Geäst verfangen kann, falls sie plötzlich wegrutscht oder der tragende Ast wegknickt. So lassen sich schwere Unfälle vermeiden. Noch sicherer ist es, den Leiterkopf vor Arbeitsbeginn mit einem Leitergurt an der Anlegestelle zu fixieren.

Bei einer Obstbaumleiter mit variablen Stützen ist darauf zu achten, dass jede der Stützen ungefähr den gleichen Abstand zu den Holmen hat, damit die Leiter gerade steht. Zudem sollte die Spreizsicherung straff gespannt oder eingerastet sein. Die Leiter steht erst sicher, wenn die Spitzen an den Leiterfüßen (und gegebenenfalls an den Stützen) in den Boden eingedrungen sind.

Für mehr Stabilität und Standsicherheit sorgt eine zweite Person, die die Leiter vom Boden aus festhält. Insbesondere bei Schnittarbeiten müssen Helfende sich jedoch vor herabfallenden Ästen oder Teilen schützen. Das Tragen eines Helms ist dringend angeraten.

Wichtig: Die Obstbaumleiter darf nur von einer Person betreten werden!

Anlegewinkel für Gartenleitern

El­len­bo­gen-Me­tho­de: Den rich­ti­gen An­le­ge­win­kel fin­den

Mit der sogenannten Ellenbogen-Methode können Hobbygärtnerinnen und -gärtner den richtigen Anlegewinkel für Obstbaumleitern leicht ermitteln: Dafür steht eine Person aufrecht neben der Leiter; ein Fuß steht, parallel zu den Sprossen, am Fußpunkt eines Leiterholms. Sie hebt den Oberarm zur Seite und winkelt den Unterarm im rechten Winkel nach oben ab. Die Leiter steht im richtigen Winkel, wenn der Ellenbogen sie gerade noch berührt.

Hilfs­mit­tel er­leich­tern Ar­beit in der Höhe

Hobbygärtnerinnen und -gärtner sollten sich beim Arbeiten auf einer Obstbaumleiter immer mit mindestens einer Hand an ihr festhalten oder abstützen können. Dieser wichtige Kontakt zur Leiter und die Standsicherheit sind oft nicht gewährleistet, wenn zum Beispiel Eimer und Werkzeuge mit nach oben müssen. Diese Hilfsmittel tragen zu mehr Sicherheit auf der Leiter bei:

  • In Werkzeugtaschen, -gürteln und -schürzen lassen sich kleinere Geräte und Gegenstände, die in der Höhe benötigt werden, sicher verstauen, einstecken oder einhängen.
  • In einer Pflücktasche zum Umhängen kann das geerntete Obst oben auf der Leiter gesammelt werden.
  • Idealweise lässt sich ein Eimer oder Korb an einem S-Haken seitlich der Sprossen einhängen. Oft kann man Aufhängehaken, passend zum Leitermodell, nachträglich nachrüsten.

Hilfsmittel wie diese sind bei der Gartenarbeit nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch aus ergonomischer Sicht sinnvoll. Denn wer für benötigte Gegenstände nicht ständig auf und absteigen, sich drehen oder bücken muss, arbeitet gesünder.

Kei­ne Mo­tor­sä­ge auf der Lei­ter!

Gartenarbeit auf der Leiter ist generell eine wackelige Angelegenheit. Das Risiko, zu stürzen, ist deutlich höher als bei Tätigkeiten vom Boden aus. Aufgrund der mangelhaften Standsicherheit und der Notwendigkeit, sich mit einer Hand festhalten oder abstützen zu können, gibt es einige Gartengeräte, die nicht auf der Leiter verwendet werden sollten. Dazu gehören insbesondere Maschinen mit Zweihandbedienung, wie die Motorsäge. Solche Geräte haben nicht nur ein zu hohes Eigengewicht, sondern können Nutzerinnen und Nutzer auch durch freiwerdende Kräfte oder Rückstöße aus dem Gleichgewicht bringen.

Mit Handwerkzeugen ohne Elektrobetrieb lässt es sich auf der Obstbaumleiter sicher arbeiten. Bei Handsägen oder Astscheren ist darauf zu achten, dass die Schneidevorrichtungen stabil und scharf sind, sodass damit flüssige und sichere Bewegungen möglich sind. Die freie Hand muss einen sicheren Abstand zum Arbeitsbereich haben – ansonsten drohen beim Abrutschen des Werkzeugs gefährliche Schnittverletzungen.

Senior steigt auf Obstbaumleiter, um Baum zu schneiden
Foto: lightpoet / stock.adobe.com

Si­cher auf­s­tei­gen und ar­bei­ten

Auf einer Obstbaumleiter sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner festes Schuhwerk mit starker, griffiger Sohle tragen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie auf den Sprossen abrutschen. Zudem sollte die Arbeitsbekleidung zwar bequem, aber enganliegend sein, sodass sich der Stoff nicht in den Ästen oder an der Leiter verhaken kann.

Je mehr Sprossen zu erklimmen sind, desto wackeliger und gefährlicher wird es – die Standsicherheit einer Leiter nimmt mit zunehmender Höhe ab. Beachtenswert ist allerdings, dass sich folgenschwere Stürze auch schon in geringer Höhe ereignen können. Daher gilt es, schon beim Aufstieg konzentriert bei der Sache zu sein und Folgendes zu berücksichtigen:

  • bei jeder einzelnen Stufe müssen die Füße sicher aufstehen
  • beide Hände bleiben während des Aufstiegs an der Leiter
  • die obersten drei Sprossen nicht betreten, sie dienen zum Festhalten und Abstützen

Auch während der Arbeit auf der Obstbaumleiter sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner zu ihrer Sicherheit einige Dinge beachten, um Stürze aus der Höhe oder das Umkippen der Leiter zu verhindern:

  • beide Füße stehen permanent fest auf einer oder zwei aufeinanderfolgenden Leitersprossen
  • nicht zu weit nach vorne, hinten oder zur Seite hinauslehnen
  • riskante und waghalsige Manöver sind tabu
  • Zwangshaltungen wie das Bücken unter einem Ast hindurch sind gefährlich
  • Äste oder Zweige nicht heranziehen! Beim Hoch- oder Zurückschnellen können sie die Person auf der Leiter aus dem Gleichgewicht bringen

Sobald ein Bereich seitlich im Geäst nicht mehr für den Schnitt oder die Ernte erreichbar ist, heißt es: absteigen und die Leiter umpositionieren. Nach getaner Arbeit sollten Nutzerinnen und Nutzer die Leiter aus Sicherheitsgründen gleich abbauen und wegbringen, damit sich bei einer möglichen Abwesenheit keine anderen Personen an dem Gerät stoßen oder es zu Fall bringen kann. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Kinder im Garten spielen.

 

Kindersicherer Garten

Un­ter­stüt­zung an­neh­men

Hobbygärtnerinnen und -gärtner sollten nicht länger als eine Stunde in der Höhe verbringen, da die Arbeit auf der Leiter sehr anstrengend werden kann. Regelmäßige Pausen zwischendurch bieten Gelegenheit zum Ausruhen, zum Trinken oder für Lockerungsübungen. Gleichzeitig wird so einer einseitigen Belastung der Muskulatur und Übermüdung vorgebeugt.

Wer gesundheitliche Probleme hat, starke Medikamente einnimmt oder sich generell nicht wohl fühlt, sollte nicht auf eine Obstbaumleiter steigen; all die genannten Faktoren erhöhen das Unfallrisiko. Dies gilt insbesondere für Seniorinnen und Senioren, deren Kraft und Balancegefühl mit der Zeit nachlassen.

 

Senioren im Garten

 

Hier macht es Sinn, jüngere Familienangehörige oder Freunde um Unterstützung bei der Baumpflege oder der Ernte zu bitten. Auch private Gartenhilfen oder professionelle Gartenbauunternehmen können Arbeiten in der Höhe übernehmen.

Un­fall­ver­si­che­rung für Gar­ten­hil­fen

Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer sind verpflichtet, privat engagierte Gartenhilfen bei der Minijobzentrale anzumelden. Die helfenden Personen sind damit automatisch während ihrer Tätigkeit sowie auf den mit ihr verbundenen Wegen auch gesetzlich unfallversichert. Personen, deren Einnahmen aus Minijobs oberhalb der Verdienstgrenze liegt, müssen direkt bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger zur gesetzlichen Unfallversicherung angemeldet werden.

 

Mehr Infos finden Sie hier


Al­ter­na­ti­ven zur Obst­ba­um­lei­ter

Mit festem Boden unter den Füßen lassen sich Gartenarbeiten deutlich unkomplizierter, ergonomischer und sicherer erledigen. Deshalb sollten Obstbaumleitern erst dann zum Einsatz kommen, wenn es tatsächlich notwendig ist. Bei niedrigen Bäumen oder herabhängenden Zweigen ist es also sinnvoll, alle noch möglichen Schnitt- und Erntearbeiten vom Boden aus zu erledigen. Mithilfe von teleskopierbaren Sägen, Scheren oder Obstbaumpflückern können Hobbygärtnerinnen und -gärtner ihre Reichweite auch ohne Leiter um drei bis fünf Meter erhöhen.

Sä­ge mit Te­les­kop­s­tiel:

Elektrische Sägen mit Teleskopstange haben ein vergleichsweise kurzes Sägeblatt und ein geringes Eigengewicht. Idealerweise lässt sich die Sägeeinrichtung abwinkeln. Bei manuell betriebenen Sägen ist der Stiel wegen geringerer Kraftübertragung nicht so lang wie bei der elektrischen Variante.

Säge mit Teleskopstiel
Foto: LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Ast­sche­re mit Te­les­kop­s­tiel (Schneid­gi­raf­fe):

Innerhalb des Stiels befindet sich ein Zugband, das es ermöglicht, die Astschere trotz des Abstands zum Griff manuell zu bedienen. Für einen optimalen Schnitt sind die Scheren besonders scharf und der Schneidewinkel variierbar. Eine Alternative sind akkubetriebene Modelle.

Astschere für den Baumschnitt
Foto: ronstik / stock.adobe.com

Obst­baumpflü­cker:

Mit einem Obstbaumpflücker lassen sich Früchte bequem vom Boden aus ernten. Das Gerät hat einen langen, ausfahrbaren Stiel, Zinken zum Pflücken und darunter einen Sack oder Korb, der das Obst auffängt. 

Obstbaumpflücker für den Garten
Foto: Markus Schoeffler /stock.adobe.com

Bei aufwändigeren Gartenarbeiten in der Höhe können Hobbygärtnerinnen und -gärtner auch über die Anschaffung eines kleinen Gerüsts nachdenken. Solche Behelfsgerüste bestehen aus zwei Leiterteilen mit Traversen und einem einhängbaren Zwischenpodest. Ist ausreichend Platz vorhanden und der Boden eben, kann man von dort aus Äste und Zweige bis zu einer Höhe von 2,5 Metern sicher schneiden oder auch bequem Obst ernten. Der Vorteil: Auf einem Gerüst ist – im Gegensatz zur Leiter – der Betrieb einer Motorsäge erlaubt.

Senioren pflücken Obst im Garten
Foto: DenisProduction.com / shutterstock.com

Klei­ne Ge­höl­ze statt Lei­ter

Sobald die Baumpflege oder Obsternte auf der Leiter dauerhaft zu anstrengend oder gefährlich wird, ist es an der Zeit, große und hohe Gehölze durch niedrigere Baumarten zu ersetzen. Obstbäume, die auf schwachwüchsigen Unterlagen veredelt sind, werden nur etwa zweieinhalb Meter groß und tragen die gleiche Menge an Früchten wie höhere Bäume. Spalierobst kann recht hoch wachsen und ist deshalb keine geeignete Alternative.

Eine besondere Möglichkeit, Obst bequem auf Hüfthöhe zu ernten, bietet der Schnurbaum. Der gezüchtete Apfelbaum wird – ähnlich wie eine Weinrebe – entlang einer Schnur zur Seite statt in die Höhe gezogen. Bei guter Pflege wächst der Baum nur in die gewünschte Richtung und trägt schon nach ein bis zwei Jahren Früchte. Weil man ihn am Boden entlang ziehen und darübersteigen kann, wird der Baum auch „stepover tree“ genannt.

- cgr

Foto (Titelbild): Serhii Bobyk / shutterstock.com

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