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Gathmann Michaelis und Freunde | Detail

Wenn sich alles dreht – Was tun bei Schwindel?

| Senioren

Schwindelgefühle treten vor allem im Alter auf. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen und Behandlung von Schwindel.

Viele kennen das seltsame Gefühl, wenn sich plötzlich alles dreht oder der Boden unter den Füßen schwankt. Normalerweise tritt Schwindel nur gelegentlich auf. Doch bei einigen Menschen sind plötzliche Schwindelattacken oder dauerhafte Schwindelzustände so ausgeprägt, dass sie im Alltagsleben eingeschränkt sind. Sie werden unsicher, das Sturzrisiko steigt.

Schwin­del im Al­ter

Insbesondere Seniorinnen und Senioren sind von chronischem Schwindel betroffen. Das liegt daran, dass altersbedingte Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden Schwindel und Gleichgewichtsstörungen im Alter begünstigen, die oft allerdings auch Nebenwirkungen von Medikamenten sind. 

Ur­sa­chen von Schwin­del

  • Herz- und Blutdruckstörungen
  • degenerative Störungen des Gehirns
  • Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Vorerkrankungen

Schwin­del ist ein Symp­tom

Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom für dahinterliegende organische Störungen. Tritt Schwindel häufig und regelmäßig auf, ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen.

Diag­no­se von Schwin­del

In Schwindelambulanzen oder Fachzentren arbeiten mehrere Fachbereiche wie HNO, Neurologie oder Physiotherapie bei der Diagnose und Therapie zusammen. In den meisten Fällen lässt sich Schwindel mithilfe von Seh-, Hör- und Balancetests sowie zielgerichteter Fragen an den Patienten oder die Patientin einfach diagnostizieren.

Fra­gen zur Diag­no­se von Schwin­del

  • Wie tritt der Schwindel auf? (z. B. Drehschwindel, Schwanken, Benommenheit)  
  • Was löst den Schwindel aus? (z. B. bestimmte Bewegungen, äußere Reize)
  • Wie wird der Schwindel begleitet? (z. B. Übelkeit, Sehstörungen, Ohrgeräusche) 

Ur­sa­chen von Schwin­del

Ein Schwindeltagebuch kann helfen, den Ursachen auf die Spur zu kommen. Bei Drehschwindel ist meistens das Gleichgewichtsorgan betroffen, bei Schwanken und Gangunsicherheit können Erkrankungen im Gehirn zugrunde liegen. Führen Bewegungen des Kopfes zu einem kurzanhaltenden Drehschwindel, handelt es sich oft um den gutartigen Lagerungsschwindel, eine der häufigsten Schwindelarten. Spezielle Manöver und Übungen können gegen Lagerungsschwindel helfen.

Übungen gegen Schwindel für Senioren
Victor Koldunov / stock.adobe.com

Was ist gu­t­ar­ti­ger La­ge­rungs­schwin­del?

  • Merkmale: Tritt auf, wenn Kopf- oder Körperlage verändert werden. Typisch ist der anschwellende Drehschwindel, oft begleitet von Übelkeit. Er verschwindet bei Ruhigstellen des Kopfes, kann bei Bewegung aber erneut auftreten.
  • Ursache: Kleine Kristalle, die sich im Innenohr gelöst haben und den Gleichgewichtssinn reizen.
  • Bloß nicht: Aus Angst vor weiteren Schwindelattacken zu lange liegen bleiben. Dann verbleiben die Kristalle am falschen Ort; der Schwindel wird chronisch.
  • Was hilft: Die Kristalle mithilfe von Lagerungs- und Befreiungsmanövern hinauskatapultieren. Diese sind vergleichsweise einfach und lassen sich alleine oder mit physiotherapeutischer Unterstützung durchführen.

Was hilft ge­gen Schwin­del?

Bei Schwindel wird die zugrunde liegende Krankheit behandelt, nicht das Schwindelsymptom selbst. Deshalb gibt es keine allgemeingültige Therapie. Einige Maßnahmen gegen Schwindel haben sich dennoch bewährt:

 

Bei plötzlichen Attacken

  • ruckartige Bewegungen vermeiden
  • in die Hocke gehen oder sich festhalten
  • sich hinsetzen oder hinlegen
  • einen festen Punkt in der Umgebung fixieren
  • ruhig atmen

 

Langfristig

  • aktiv und in Bewegung bleiben
  • regelmäßige Kraft- und Balanceübungen
  • Befreiungsmanöver einüben (z. B. Lagerungsschwindel-Übungen)
  • bei Ängsten: psychologische Betreuung
  • individuelle Bewältigungsstrategien

Hel­fen Me­di­ka­men­te ge­gen Schwin­del?

Medikamente gegen Schwindelsymptome, sogenannte Antivertiginosa, zeigen oft keinen messbaren Erfolg. Arzneimittel kommen nur dann zum Einsatz, wenn sie die Ursachen des Schwindels bekämpfen, etwa bei Schwindelmigränen, Erkrankungen im Innenohr oder im Gehirn sowie bei Herz-Kreislauf-Problemen.

Medikamente gegen Schwindel
LightField Studios / shutterstock.com

Wich­tig: Ak­tiv blei­ben

Es ist unabdingbar, trotz Schwindel im Alltag aktiv zu bleiben und sich nicht zurückzuziehen. Denn Bewegungsmangel erhöht das Sturzrisiko und die Gefahr von Folgeerkrankungen. Wer die Ursachen kennt und mit ärztlicher Hilfe individuelle Bewältigungsstrategien entwickelt, erlangt mehr Sicherheit im Umgang mit Schwindel.

- cgr

Foto: Dmytro Zinkevych / shutterstock.com

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