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Gathmann Michaelis und Freunde | Detail

Gesundes Raumklima

| Haushalt

Schimmel an den Wänden und schädliche Substanzen in der Luft können die Gesundheit gefährden. Was gutes Raumklima ausmacht und wie es sich einfach verbessern lässt.

Die häusliche Wohlfühlatmosphäre ist abhängig von individuellen Vorlieben: Manche mögen es behaglich warm, andere bevorzugen kühle und trockene Raumluft. Doch welches Raumklima gilt als gesund?

Um zu beurteilen, ob ein Innenraum hygienisch und gesundheitlich unbedenklich ist, ziehen Expertinnen und Experten Leit- oder Richtwerte für verschiedene Komponenten in der Innenraumluft heran. Dazu gehören unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit, (Fein)staub sowie flüchtige gasförmige Stoffe. Die flüchtigen Subtanzen werden zum Beispiel durch Produkte freigesetzt, die Lösemittel ausgasen, aber auch durch den menschlichen Stoffwechsel, durch Rauchen oder Kochen.

Wel­ches Ra­um­k­li­ma gilt als ideal?

  • Temperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius
  • relative Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 60 Prozent
  • geringe Konzentration von CO2
  • geringe Konzentration flüchtiger organischer Verbindungen

Be­las­tun­gen für Luft und Ge­sund­heit

Ursprünglich frische Raumluft wird im Alltag stetig belastet: Die Menschen verbrauchen Sauerstoff, produzieren CO2, schwitzen, duschen, heizen, kochen oder befeuern den Kamin. Hinzu kommen Feinstaub sowie schwerflüchtige Schadstoffe, die sich an den Oberflächen der Möbel, Wände oder Böden und im Hausstaub ablagern. Manche gesundheitsschädlichen Stoffe holt man sich selbst ins Haus durch

  • Teppiche oder Sofas, die Zusatzeigenschaften wie Flecken-, Motten- oder Flammschutz besitzen,
  • Wände oder Böden aus Kunststoffen wie PVC sowie
  • Oberflächen und Materialien, die mit Lacken oder Latex behandelt sind.

Die genannten Materialien und Oberflächen können die Raumluft mit Chemikalien belasten oder Weichmacher freisetzen. Zudem wirken sie oft nicht feuchtigkeitsausgleichend – eine zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt das Entstehen von Schimmel.

Schlechte Raumluft macht sich durch unangenehmen Geruch bemerkbar. Kopfschmerzen oder trockene Schleimhäute können die Folge sein. Durch ausreichenden Luftwechsel, etwa beim Stoßlüften, gelangen Feuchtigkeit, CO2 und flüchtige Schadstoffe wie Lösungsmittel aus der Wohnung heraus und sauerstoffreiche Luft hinein.

Tipps für ein gu­tes Ra­um­k­li­ma

  • mehrmals täglich alle Räume mit weit geöffneten Fenstern lüften, in jedem Fall direkt nach dem Kochen und Duschen 
  • bewusst heizen (mind. 16 Grad in allen Räumen)
  • „Wärmebrücken“ im Auge behalten und Schimmelbefall direkt beseitigen
  • nicht rauchen und keine Ethanolkamine nutzen
  • feuchtigkeitsregulierende Materialien für Böden und Wände wählen (z. B. Holz, Stoffe aus Naturfasern, Mineralputz, Kalkfarben) 
  • Oberflächen aus Kunststoff vermeiden (z. B. PVC-Boden, Vinyltapete oder Latex). 
  • auf Zusatzeigenschaften von Materialien verzichten (wie z. B. Flamm- und Fleckenschutz, antibakterielle Wirkung) 
  • Schadstoff- und emissionsfreie Produkte nutzen (z. B. mit Logo „Blauer Engel“)
Junge Frau öffnet das Fenster zum Lüften

Foto: Leszek Glasner / stock.adobe.com

Ge­sund­heits­ge­fah­ren durch Schim­mel

Wer das Lüften etwa nach dem Duschen oder Kochen vernachlässigt, riskiert gesundheitlich bedenklichen Schimmelbefall. Schimmel wächst vorzugsweise dort, wo feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft – also  an Wänden, Fensterlaibungen, Wärmebrücken oder in schlecht gedämmten Räumen. Menschen, die in verschimmelten Wohnungen leben, erkranken häufiger an Atemwegserkrankungen; bereits bestehendes Asthma kann sich verschlimmern. Wer den typischen schwarzen und oft muffig riechenden Schimmelbefall in seinen Räumen entdeckt, sollte sofort aktiv werden, um Bauschäden und gesundheitliche Probleme abzuwenden.

Was tun bei Schim­mel in der Woh­nung?

  • kleine, oberflächliche Stellen gegebenenfalls in Eigenregie behandeln, z. B. mit 70- bis 80-prozentigem Alkohol (wegen leichter Entzündbarkeit gut lüften!) oder mit einer Wasserstoffperoxid-Lösung 
  • großflächigen Schimmel von Fachleuten beseitigen lassen (ggf. Bausubstanz entfernen lassen) 
  • in Mietwohnungen: Schaden dokumentieren und direkt den Vermieter oder die Vermieterin informieren – diese sind verpflichtet, Schimmelschäden zu beseitigen 
  • wichtig: Ursachen des Feuchteschadens herausfinden und beseitigen, um Schimmel in Zukunft vermeiden.

Schimmel entsteht nicht nur durch fehlerhaftes Lüftungsverhalten, sondern auch durch bauliche Mängel, defekte Belüftungsanlagen oder Wasserrohrbrüche. Im Zweifelsfall können Bausachverständige die Ursache ermitteln. Oft ist es die Kombination aus schlecht gedämmten Wänden und zu hoher Luftfeuchtigkeit.

Feuch­te­schä­den ver­hin­dern und Ra­um­k­li­ma ver­bes­sern

Da die Feuchtigkeit im Raum über die menschlichen Sinne nicht so genau wahrnehmbar ist, empfiehlt sich die Investition in ein Hygrometer. Dieses Messgerät zeigt die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent an und ist bereits ab zehn Euro im Fachhandel erhältlich, oft in Kombination mit einem Thermometer. Die Anschaffung von Luftreinigungs- oder Luftfiltergeräten für den Privatgebrauch lohnt sich übrigens nicht: Die Geräte filtern zwar Partikel und Viren, sorgen aber meistens nicht für einen Luftaustausch. Um ungewollte Substanzen sowie Feuchtigkeit loszuwerden und frische Luft in den Raum zu lassen, eignen sich die klassische Fensterlüftung oder Lüftungsanlagen am besten.

Hygrometer für Zuhause

Foto: marymash / shutterstock.com

In­fos der Ver­brau­cher­zen­tra­len

Hier informiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen zum gesunden Raumklima

- cgr

Foto (Titelbild): fitzkes / stock.adobe.com

 

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