„Do it yourself“: Sicherheitstipps fürs Heimwerken
Selbermachen liegt im Trend, doch viele unterschätzen die Gefahren des „Do it Yourself“ (DIY). Ein Experte erklärt, wie Sie Heimwerkerunfälle vermeiden und Projekte zuhause sicher umsetzen.
Möbel restaurieren, Bretter zuschneiden, Flächen schleifen – solche Arbeiten trauen sich viele Heimwerkerinnen und Heimwerker problemlos zu. Unachtsamkeit oder fehlende Schutzausrüstung führen jedoch immer wieder zu schweren Unfällen und Verletzungen.
Gefährliche Maschinen: Nichts für Laien
Viele Unfälle beim Heimwerken passieren durch falsch genutzte Werkzeuge und Maschinen. „Hobbyhandwerker und -handwerkerinnen greifen oft zu billigen oder defekten Geräten, entfernen Schutzeinrichtungen oder verzichten auf Abdeckungen“, sagt Frank Werner, stellvertretender Hauptabteilungsleiter Prävention der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). „Häufig fehlt ihnen die Erfahrung im Umgang mit leistungsstarken Maschinen.“ Das Problem: Profi-Geräte wie Flex, Bohrhammer oder Kreissäge seien frei im Handel oder im Verleih erhältlich – gehörten aber nicht in Laienhände.
Kurse vor Ort: Umgang mit Maschinen
Einige Hersteller, Baumärkte, Werkstätten oder Volkshochschulen vor Ort bieten Kurse für den sicheren Umgang mit Maschinen an. Online-Schulungen ersetzen sie nicht vollständig.
Schutzausrüstung ist ein Muss
Hobbyhandwerker und -handwerkerinnen unterschätzen oft die Risiken einfacher Arbeiten und verzichten auf die Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Doch wer ohne Schutzbrille schleift, riskiert Augenverletzungen durch Splitter. Ohne Atemschutz können beim Schleifen oder im Umgang mit Farben und Lacken schädliche Staub- oder Farbpartikel in die Lunge gelangen. Bei längeren Säge-, Bohr- oder Schleifarbeiten ist ein Gehörschutz erforderlich, Arbeitshandschuhe beugen Schnitt- und Quetschverletzungen vor. Stabiles Schuhwerk schützt vor herabfallendem Material und verhindert ein Ausrutschen auf glatten Böden.
Stolperfallen und Stürze vermeiden
Öl-, Farb- und Staubreste, herumliegende Kabel, Werkzeuge und Materialien sind typische Stolperfallen in der Werkstatt. In einer aufgeräumten, sauberen und gut beleuchteten Arbeitsumgebung kommt es seltener zu einem Sturz.
Tipps: So richten Sie Ihre Werkstatt sicher ein.
Wer in der Höhe arbeitet, sollte nur stabile Leitern mit Halte- und Abstellmöglichkeiten oder kleine Gerüste nutzen, um nicht abzustürzen. Improvisierte Tritthilfen wie Stühle, Eimer oder Kisten sind tabu.
Tipps für die Gestaltung einer Hobbywerkstatt.
Für Hobbyhandwerker und -handwerkerinnen ist ein separater Raum unerlässlich – ob zum Holz zuschneiden, Fahrradschlauch flicken oder dem Upcyclen alter Möbel. Beim Planen und Einrichten der Heimwerkstatt ist es jedoch wichtig, einige Aspekte zu beachten, um eine sichere und effektive Arbeitsumgebung zu schaffen. Diese Tipps können dabei helfen:
„Nur mal kurz“ – Gefährlicher Leichtsinn
Viele Unfälle beginnen scheinbar harmlos. „Man denkt ‚Ist ja nur kurz‘ oder ‚Das passt schon‘ – und schon steht man in Flipflops in der Werkstatt, nutzt eine Getränkekiste als Tritt oder fixiert ein Werkstück mit dem Knie“, warnt der Präventionsexperte. Nachlässigkeit, Improvisation und Selbstüberschätzung können jedoch ernste Verletzungen zur Folge haben. Auch erfahrene Heimwerker und Heimwerkerinnen werden immer wieder mal leichtsinnig – besonders bei Tätigkeiten, die sie schon oft ohne Zwischenfall erledigt haben. Doch auch routinierte Heimwerkende sollten konzentriert und mit der kompletten Schutzausrüstung arbeiten.
Vorsicht bei DIY-Anleitungen im Netz
„Do it yourself“-Videos aus Internet, Social Media oder Baumärkten sind mit Vorsicht zu genießen. Diese Clips suggerieren, dass jede und jeder mit geringen Kenntnissen, Tatendrang und etwas Material ein DIY-Projekt umsetzen kann. Das aber ist riskant, vor allem wenn man bedenkt, dass in manchen dieser Videos Sicherheitsaspekte zu kurz kommen oder gänzlich ignoriert werden, um Klick- oder Verkaufszahlen zu steigern.
Seriöse und hilfreiche Anleitungen erkennt man hingegen gerade dadurch, dass die darin agierenden Fachleute in einer ordentlichen Werkstatt arbeiten, Schutzkleidung tragen, Schutzausrüstung erklären und auf Risiken hinweisen.
Sicherheitstipps für Heimwerkerarbeiten
Mit diesen Tipps vermeiden Sie Unfälle in der heimischen Werkstatt:
- Arbeiten planen: Werkzeuge, Materialien und Zeit einteilen
- Schutzausrüstung (PSA), z. B. Schutzbrille und Gehörschutz verwenden
- Geeignete Werkzeuge nutzen, nicht zweckentfremden
- Maschinen prüfen und Anleitung befolgen
- Leitern statt improvisierter Tritte verwenden
- In großer Höhe Podeste oder Gerüste nutzen und absichern
- Arbeitsbereich für Unbeteiligte, besonders Kinder, absperren
- Helfende einweisen
- Arbeitsplatz sauber halten
- Konzentriert und niemals unter Alkohol- oder Medikamenteneinfluss arbeiten
Anspruchsvolle Projekte: Profis beauftragen
Nicht jedes Projekt ist für Hobbyhandwerker und -handwerkerinnen geeignet. Wenn Know-How oder Ausrüstung fehlen, sollte man lieber Profis ranlassen – insbesondere bei Strom-, Wasser- und Gasinstallationen oder beim Umgang mit Gefahrstoffen wie Asbest. Es gibt gute Gründe dafür, dass manche Arbeiten eine Ausbildung erfordern. Sicherer hingegen sind Tätigkeiten wie Streichen, Tapezieren oder Dekorieren – vorausgesetzt man arbeitet ebenso sorgfältig wie ein Profi.
- Cgr
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