Sport für pflegende Angehörige

Warum ist Sport für pflegende Angehörige empfehlenswert?

Den Beruf und die Familie mit der Pflege eines Angehörigen unter einen Hut zu bringen, kann sehr kräftezehrend sein. Die vielen Verpflichtungen des Alltags lassen pflegenden Angehörigen meist kaum Zeit, an die eigene Gesundheit und die eigenen Interessen zu denken. Dies wirkt sich langfristig negativ auf den pflegenden Angehörigen, den Pflegebedürftigen, auf die Familie und Freunde aus. Sport kann ein Gegengewicht zum stressigen Alltag sein und so aus diesem Teufelskreis befreien.

Wie wirkt sich Sport auf den Körper aus?

Regelmäßiger Sport hat viele positive Effekte auf den Körper. Er verbessert die Ausdauer und die Muskelkraft. Zudem reduziert Sport das Risiko für Krankheiten, zum Beispiel einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Darüber hinaus wirkt sich Bewegung positiv auf das seelische Wohlbefinden aus. Denn wer sich sportlich betätigt, sorgt für Entspannung und baut so Stress ab.

Wie intensiv sollte der Sport sein?

Erlaubt ist, was Ihnen Spaß macht und guttut. Probleme mit dem Kreislauf, dem Stoffwechsel oder dem Bewegungsapparat sollten vor dem Sport mit dem Hausarzt abgeklärt werden. Er kann Ihnen raten, welche Sportart und welche Intensität sich für Sie eignet. Sport-Anfänger sollten es nicht übertreiben. Am Anfang ist ein leichtes Programm gesünder. Sie können zum Beispiel mit einem wöchentlichen Ausdauerlauf starten, der anfangs noch viele Ruhephasen enthält. Die Länge der Laufphasen lässt sich nach und nach steigern. Sport darf anstrengend sein, sollte Sie aber nicht überfordern. Ernstzunehmende Anzeichen für Überforderungen sind zum Beispiel Atemnot oder sehr starke Erschöpfung.

Welche Sportarten eignen sich für pflegende Angehörige?

Für das Trainieren der Ausdauer eignet sich zum Beispiel Jogging oder ein regelmäßiger, strammer Spaziergang. Auch Schwimmen oder Radfahren trainieren Ihre Ausdauer, schwimmen ist zudem besonders schonend für Muskulatur und Gelenke. Eine gute Ergänzung zum Ausdauersport sind Gesundheitssportarten. Für pflegende Angehörige eignet sich zum Beispiel eine Rückenschule zur Prävention von Rückenschmerzen. Yoga, Thai Chi oder Qigong sind eine Empfehlung zum Stressabbau, für die Entspannung und Beweglichkeit. Zudem verbessern sie das Körpergefühl und lösen Verspannungen.
Sport im Verein oder Fitnessclub hat große Vorteile. Man trainiert in einer Gruppe unter fachkundiger Anleitung, Fehlbelastungen oder eine falsche Ausführung der Bewegungen werden sofort erkannt und korrigiert. Sind die Bewegungsabläufe eingeübt, können die Übungen auch zu Hause praktiziert werden.

Wie schaffe ich es, Sport langfristig in meinen Alltag zu integrieren?

Ein regelmäßiger Rhythmus hilft, „Ihren“ Sport langfristig in den Alltag zu integrieren. Dies kann durch das gemeinsame Sporteln mit Freunden gelingen, die Sie in „schlechten Zeiten“ motivieren. Stecken Sie sich zudem Ziele. Planen Sie zum Beispiel beim Laufen anfangs Geh-Phasen ein, die sie von Woche zu Woche verringern. Auch die Erweiterung der Strecke oder die langsame Steigerung von Gewichten an der Hantelbank bringen Sie ans Ziel. Auch „schlechte Tage“, an denen Sie Ihre Leistung nicht zufriedenstellt, gehören dazu. Betrachten Sie sie nicht als Rückschläge, sondern als Teil des Wegs zu Ihrem Ziel. Bleiben Sie am Ball!

Unterstützen Krankenkassen sportliche Aktivitäten von pflegenden Angehörigen?

Viele Sportvereine und Volkshochschulen bieten Gruppenkurse an. Häufig beteiligen sich Krankenkassen an den Kosten dieser Kurse oder geben Bonuspunkte für die Teilnahme.
Während des Kurses können pflegende Angehörige zudem eine Verhinderungspflege und damit eine Vertretung bei ihrer Pflegekasse beantragen.  

Foto (Titelbild): fizkes/shutterstock.com