Inkontinenz

Was ist Inkontinenz und warum entsteht sie im Alter?

Bei einer Inkontinenz können Betroffene ihren Harndrang beziehungsweise ihren Stuhlgang nicht mehr kontrollieren. Das steigende Alter von Menschen hat zur Folge, dass auch die Blase altert und an Flexibilität verliert. Dadurch kann die Koordination der Schließmuskeln geschädigt werden, es folgt Inkontinenz.

Was sind Risikofaktoren für Inkontinenz?

Übergewicht, chronische Verstopfungen und Schwangerschaften können die Funktionalität der Beckenbodenmuskulatur und so die bewusste Koordination der Schließmuskeln schwächen. Darüber hinaus kann eine Beckenbodenschwäche dazu führen, dass Betroffene ihren Harn und ihren Stuhl nicht kontrollieren können und den Drang zu spät verspüren. Zusätzliche Risikofaktoren sind Demenz, Tumore oder Unfälle.

Warum können pflegende Angehörige und Pflegebedürftige gleichermaßen unter Inkontinenz leiden?

Für beide Seiten kann Inkontinenz mit negativen Gefühlen verbunden sein. Die zu pflegende Person kann Scham und Hilflosigkeit verspüren. Für viele pflegende Angehörige ist Inkontinenz mit Ekelgefühlen verbunden.

Wie sollten die Betroffenen mit dem Thema Inkontinenz umgehen?

Wird über das Thema geschwiegen, können sich Unzufriedenheit und Unwohlsein mit der Situation aufbauen. Ein verständnisvoller Umgang mit der Situation sowie langfristige Routinen helfen, die Situation professionell zu handhaben. In speziellen Pflegekursen lernen Angehörige, mit Inkontinenz umzugehen. Erkundigen Sie sich bei der Pflege- bzw. Krankenkasse.

Was können Betroffene tun, um den Kontakt mit Kot und Urin zu vermeiden?

Unter Umständen kann der Pflegeaufwand verringert werden, indem mobile Personen zur Toilette begleitet werden. Ein sogenanntes Miktionsprotokoll kann zudem bei der Ermittlung der Zeiten helfen, zu denen Blasen- und Darmentleerung erfolgen. Beteiligte können ihren Tagesrhythmus diesen Zeiten anpassen und unter Umständen so dem Einnässen vorbeugen.

Wo bekomme ich Hilfe und weitere Informationen?

Stellen Angehörige fest, dass sie die Versorgung einer inkontinenten Person nicht bewältigen können, müssen sie dies akzeptieren und eine andere Lösung für die Pflege finden. Unter Umständen kann ein ambulanter Pflegedienst die Intimpflege übernehmen. Weitere Informationen bieten die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. und die Deutsche Kontinenz Gesellschaft.

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