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Gathmann Michaelis und Freunde | Detail

Gartenarbeit bei Hitze

| Garten

So schützen Sie sich vor Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzschlag.

Hobbygärtnerinnen und -gärtner werkeln bei schönem Wetter gern im Garten. Doch hohe Temperaturen und starke UV-Strahlung sind riskant. Hitze führt nicht nur bei älteren oder chronisch kranken Gartenfreunden oft zu Kreislaufstörungen, auch ansonsten gesunde Menschen können davon betroffen sein. Durch vermehrtes Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit. „Dadurch fehlen ihm wertvolle Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium und Calcium, die für den Stoffwechsel wichtig sind“, erläutert Andreas Hüfner. Der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg benennt die Folgen: Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Kreislaufschwäche oder gar Bewusstlosigkeit durch einen Hitzekollaps. „Auch wir behandeln immer wieder ältere Menschen, die sich bei der Gartenarbeit zu lange der Hitze ausgesetzt haben“.

Wer bei der Gartenarbeit Kopfschmerzen oder Schwindel verspürt, sollte die Arbeit abbrechen, etwas trinken und sich im Schatten ausruhen. Sehr gefährlich ist ein Hitzschlag, verursacht durch Flüssigkeitsmangel oder körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen. „Die Wärmeregulation versagt, und die Eigentemperatur des Körpers steigt auf über 40 Grad Celsius an“, erläutert der Mediziner. Das könne schnell zu einem medizinischen Notfall führen. Mit den folgenden Tipps lassen sich Sonne und Garten gesund genießen:

Re­gel­mä­ß­ig trin­ken

Person legt eine Pause von der Gartenarbeit ein.
Foto: bobex73 / stock.adobe.com

Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, empfiehlt Hüfner, über den Tag verteilt rund drei Liter zu trinken: „Am besten stellt man sich kohlensäurearmes Wasser, lauwarmen Kräutertee oder isotonische Getränke bereit und trinkt jede Stunde ein Glas.“ Das gelte insbesondere für ältere Menschen und Kinder, deren Durstgefühl nachlasse beziehungsweise noch nicht so ausgeprägt sei. Es gibt Apps für das Smartphone, die ans Trinken erinnern. „Wer unter einer Herz- oder Nierenerkrankung leidet, sollte unbedingt die optimale Trinkmenge mit seinem Arzt abklären“, sagt Hüfner.

Person legt eine Pause von der Gartenarbeit ein.
Foto: bobex73 / stock.adobe.com

Pral­le Son­ne mei­den

Gartenfreunden rät der Notfallmediziner, die Gartenarbeit auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Morgens ist auch die Konzentration des Reizgases Ozon niedriger. Bei anhaltend heißem und sonnigen Wetter bildet es sich in Bodennähe und führt oft zu gesundheitlichen Belastungen. Generell solle sich bei hohen Temperaturen niemand überanstrengen, sondern öfter einmal Pausen einlegen, sagt Hüfner. Zwischen 11 und 15 Uhr empfiehlt er, sich drinnen aufzuhalten. „Das entlastet den Kreislauf und schützt vor Sonnenbrand.“ Draußen solle man Schatten suchen.

Son­nen­c­re­me ver­wen­den

Nicht nur in der Sonne ist Sonnenschutzmittel ein Muss. Auch im Schatten oder an bewölkten Sommertagen muss die unbedeckte Haut mit Sonnencreme geschützt werden, da durch die Streuung der Strahlen bis zu 50 Prozent der UV-Strahlung aus dem Himmel auf der Erde ankommen. Zudem werden die UV-Strahlen von der Umgebung reflektiert. Damit die Schutzfilter der Sonnenmilch wirksam werden können, ist es wichtig, sich mindestens eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien einzucremen. Am besten wirkt eine wasserfeste Sonnencreme, weil sie auf nassgeschwitzter Haut besser anhaftet. Wasserlösliche Produkte werden leicht weggeschwitzt. Hautärzte empfehlen, Sonnenschutzmittel mit hohem (ab LSF 30) oder sehr hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50+) zu verwenden.

Haut mit Klei­dung schüt­zen

Junge Frau mit Sonnenhut bei der Gartenarbeit
Foto: goffkein.pro / shutterstock.com

Kleidung ist der beste Hautschutz. Je dichter der Stoff ist, umso besser hält er die Strahlung ab. Häufig gewaschene T-Shirts aus Baumwolle erfüllen diesen Zweck, insbesondere mit langen Ärmeln. Auch Funktionskleidung mit UV Standard 801 bietet Schutz. Nicht fehlen dürfen Sonnenbrille und Sonnenhut. Hüte mit breiten, schrägen Krempen eignen sich gut, weil sie auch die Ohren, den seitlichen Hals und Nacken schützen. Außerdem bewahren Sonnenhüte Gartenfreunde vor einem Sonnenstich.

Junge Frau mit Sonnenhut bei der Gartenarbeit
Foto: goffkein.pro / shutterstock.com

Hin­ter­her nicht eis­kalt du­schen

Nach getaner Gartenarbeit sollen sie aber besser nicht unter die eiskalte Dusche springen, warnt Andreas Hüfner. Zum einen schwitze man danach nur noch mehr, zum anderen belaste der extreme Temperaturwechsel den Kreislauf. Gerade für ältere Gärtnerinnen und Gärtner könne das gefährlich werden. Stattdessen lieber zwischendurch immer wieder einmal eine halbe Minute lang kühles Wasser über die Arme laufen lassen, um sich zu erfrischen, rät der Mediziner. „Wer diese Tipps alle beherzigt, kann auch bei hochsommerlichen Temperaturen die Gartenfreuden genießen, ohne seine Gesundheit zu gefährden.“

- miu

Ak­tu­el­ler UV-In­dex

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt den aktuellen UV-Index für Deutschland an. Auch viele Online-Wettervorhersagen sowie Wetter-Apps bieten diesen Service für das In- und Ausland.

Son­ne und Son­nen­schutz

Das Bundesamt für Strahlenschutz bietet die Broschüre „Sonne und Sonnenschutz“ kostenfrei zum Herunterladen an. 

Foto (Titelbild): Chris Ryan/KOTO / stock.adobe.com

 

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