Gefährliche Frühblüher – Teil 5: Maiglöckchen

Wie giftig sind Maiglöckchen für Kinder, Hunde und Katzen?

Das Maiglöckchen wandelt sich im Laufe seiner Entwicklung. Aus den weißen, glöckchenartigen und stark riechenden Blüten, die von Mai bis Juni blühen, werden im Juli rote Beeren, die Fruchtfleisch und Samen enthalten.

 

Welche Pflanzenteile giftig sind, Symptome bei Verzehr und Hilfe fürs Kind?

Das Maiglöckchen war im Jahr 2014 die „Giftpflanze des Jahres“. Giftig sind alle Pflanzenteile und sogar das Blumenwasser, in dem es gestanden hat. Vor allem die Blüten, die Samen und die jungen Blätter der Pflanze enthalten laut der Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uniklinik Bonn in großer Menge giftige Stoffe, die sogenannten Digitalisglykoside. Die Zentrale stuft Maiglöckchen als „gering giftig bis giftig“ ein.
Die Blätter vom Maiglöckchen können leicht mit den Blättern des (ungiftigen!) Bärlauchs verwechselt werden. Das passiert nicht nur neugierigen Kindern, sondern auch Hobby-Sammlern. Wer Maiglöckchenblätter verzehrt, muss mit Übelkeit und Erbrechen rechnen. In wenigen Fällen kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Schwere Vergiftungen sind sehr selten, kein Grund zur Panik also. Verzehren Kinder mehr als fünf Beeren, sollte das Gift entfernt werden. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf, wenn Ihr Kind Maiglöckchen gegessen hat. Zudem sollten Eltern das zuständige Giftinformationszentrum zu Rate ziehen oder die Informationszentrale der Uniklinik in Bonn unter 0228/ 19 240 kontaktieren. Eine Liste der Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

 

So giftig sind Maiglöckchen für Hunde, Katzen und andere Tiere?

Auch für Hunde, Katzen, Vögel, Hühner und andere Tiere sind Maiglöckchen giftig. Vor allem die Blüten und Früchte haben es in sich. Als Symptome zeigen sich bei Tieren meist Durchfall, Erbrechen und Schwindel. Es kann aber auch zu Kreislaufproblemen oder Herzrhythmusstörungen kommen. Hat Ihr Hund oder Ihre Katze am Maiglöckchen geknabbert, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

 

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