Unfallschutz im Haushalt

In den eigenen vier Wänden ist das Unfallrisiko höher als im Straßenverkehr. Die Gefahren gehen von Haushaltschemikalien, Kohlenmonoxid und Bränden aus. Zudem lauern überall Sturzgefahren. Die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) benennt die wichtigsten Gefahrenquellen im Haushalt und Freizeit und bietet Ihnen Tipps für einen unfallfreien und sicheren Alltag.

Chemie im Alltag – Sicherer Umgang mit riskanten Stoffen

Was sind Gefahrstoffe und woran sind sie zu erkennen?

Chemische Stoffe und Gemische kommen in jedem Haushalt vor, zum Beispiel in Reinigungsmitteln oder im Blumendünger. Von den Stoffen können Risiken für Gesundheit und Umwelt ausgehen. Deshalb tragen viele Haushaltschemikalien eine Gefahrenpiktogramm oder mehrere Gefahrenpiktogramme auf der Verpackung. Die Piktogramme sehen auf der ganzen Welt gleich aus (Globally Harmonised System, GHS): ein rot umrandetes, auf der Spitze stehendes Quadrat mit einem schwarzen Symbol auf weißem Hintergrund. Ergänzt werden die Piktogramme durch die zwei Signalwörter „Achtung“ (geringere Gefährdung) und „Gefahr“ (schwerwiegende Gefährdung). Trägt ein Etikett mehrere Piktogramme, wird trotzdem nur ein Signalwort angegeben, nämlich das mit der schwerer wiegenden Gefahr. Zusätzlich Gefahrenhinweise auf der Verpackung sind zum Beispiel „Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen“ oder „Verursacht schwerste Augenreizungen

Übersicht und Bedeutung der Gefahrensymbole

Die Tabelle steht Ihnen auch als Download zur Verfügung.

Was sind die Grundregeln im Umgang mit Haushaltschemikalien?

Wer Haushaltschemikalien zu hoch dosiert oder miteinander vermengt, riskiert z.B. Atemwegsbeschwerden, Allergien und Haut-Ekzeme. Die folgenden Tipps der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) helfen Ihnen, die Risiken für Ihre Gesundheit und für die Umwelt zu minimieren:

  • Gefahren- und Sicherheitshinweise beachten: Wichtige Informationen zu Gefahren und zum sicheren Umgang mit dem Produkt finden Sie auf dem Etikett.
  • So viel wie nötig – so wenig wie möglich: Gehen Sie mit allen Haushaltschemikalien sorgsam und sparsam um.
  • Sicher lagern: Bewahren Sie Chemikalien außerhalb der Reichweite von Kindern und niemals gemeinsam mit Lebensmitteln auf. Gute Plätze sind Oberschränke, hohe Regalbretter oder ein verschließbarer Hauswirtschaftsraum.
  • Nicht umfüllen: Belassen Sie Haushaltschemikalien in der Originalverpackung. Füllen Sie sie nicht in Marmeladengläser, Saftflaschen oder ähnliches – Kinder verwechseln sie dann mit Nahrungsmitteln. Eine Beschriftung des Ersatzgefäßes bietet keine Sicherheit, denn Kleinkinder können nicht lesen.
  • Umweltfreundliche Alternativen: Zitronensäure, Natron, Waschsoda und Essig erweisen sich, kombiniert mit Mikrofasertuch oder Putzschwamm, als wahre Putzwunder gegen die häufigsten Verschmutzungen im Haushalt.  
  • Haushaltshandschuhe tragen: Haushaltshandschuhe, die innen mit Baumwolle beschichtet sind, schützen die Haut beim Arbeiten mit Reinigungsmitteln.
  • Eincremen: Pflegen Sie Ihre Hände nach getaner Arbeit mit einer ph-neutralen Seife und einer rückfettenden Handpflegecreme.

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Brände löschen – Der richtige Einsatz von Feuerlöschern

Wie kann ich einem Haus- und Wohnungsbrand vorbeugen?

Eine absolute Sicherheit zur Unfallvermeidung gibt es nicht. Um einem Haus- oder Wohnungsbrand vorzubeugen, rät die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) dazu, Risiken zu minimieren und folgende Präventionstipps zu beachten:

  • Elektrogeräte ausschalten: Elektrische Haushaltsgeräte bei Verlassen des Raumes sowie nach der Benutzung ausschalten oder vom Stromnetz nehmen.
  • Offenes Feuer: Lassen Sie offenes Feuer (z.B. Kerzen, Kaminfeuer) im Haus nie unbeaufsichtigt, auch nicht für einen kurzen Moment. Das ist vor allem im Advent und in der Weihnachtszeit wichtig. Pusten Sie Kerzen aus, bevor Sie das Zimmer verlassen.
  • Wärmeerzeugende Geräte beaufsichtigen: Heizlüfter und wärmeerzeugende Geräte, z.B. eine Heizdecke, sollten nur unter Aufsicht verwendet werden.
  • Glühlampen austauschen: Herkömmliche Glühlampen, von denen es noch immer Restbestände gibt, erhitzen in Betrieb sehr stark und können entzündliche Gegenstände schnell in Brand setzen. Tauschen Sie sie durch LED oder Energiesparlampen aus.
  • Grillen: Niemals mit einem Holzkohlegrill in Innenräumen grillen! Es droht eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Tipps für den Gebrauch von Grillgeräten finden Sie hier.

Welcher Feuerlöscher ist der richtige?

Wenn Sie zu Hause auf Sicherheit setzen möchten, sollten Sie zwei unterschiedliche Feuerlöschtypen griffbereit haben. In der Küche einen handlichen Fettbrandlöscher, z.B. einen ABF-Löscher in Dosenform, und in der Wohnung einen größeren Schaumfeuerlöscher. Welche unterschiedlichen Typen es gibt und worauf man beim Löschen achten sollte, zeigt der Film„Feuerlöscher für zu Hause“, produziert von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH).

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Wie wird ein Feuerlöscher benutzt?

Ein entstehender Brand kann oft noch eigenhändig gelöscht werden. Um sich auf den Ernstfall vorzubereiten, sollten Sie sich rechtzeitig mit der Bedienung eines Feuerlöschers vertraut machen. Deponieren Sie den Feuerlöscher an einer zentralen Stelle, um ihn bei einem Brand schnell zur Hand zu haben.

  • 1. Schritt: Sicherung ziehen.
  • 2. Schritt: Schlagknopf oder Betätigungsgriff drücken.
  • 3. Schritt: Löschstrahl auf den Brandherd richten und gezielt löschen.

Auch auf den Löschern selbst ist übersichtlich erklärt, wie sie zu bedienen sind.

Was tun, wenn´s brennt? – Richtiges Verhalten im Brandfall.

  • Notruf wählen (112): Rufen Sie von der Wohnung aus die Feuerwehr an, wenn das ohne Zeitverzögerung, die Sie in Gefahr bringen könnte, noch möglich ist. Wenn Sie das Gebäude schnell verlassen mussten, wählen Sie unverzüglich die Rufnummer 112.
  • Selbstschutz: Versuchen Sie, nur kleine Brände oder Entstehungsbrände selbst zu löschen. Bringen Sie sich in Sicherheit, wenn die eigenen Löschversuche den Brand nicht eindämmen.
  • Brandausbreitung vermeiden: Schließen Sie Türen und Fenster des Raumes, in dem der Brand entstanden ist.
  • Direkte Umgebung alarmieren: Alarmieren Sie die Menschen in den umgebenden Zimmern. Denken Sie an Kinder und Kranke, an seh-, hör- oder gehbehinderte Menschen.
  • Fluchtwege nutzen: Nutzen Sie die Fluchtwege und warten Sie auf die Feuerwehr. Fliehen Sie in einem mehrstöckigen Gebäude in der Regel immer nach unten.

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Für den Notfall gerüstet – Die Hausapotheke

In fast jedem Haushalt gibt es einen Ort, an dem verschiedene Arzneimittel für Notfälle aufbewahrt werden. Bei kleineren Unfälle oder akuten Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme kann sie eine erste Abhilfe schaffen, sie ersetzt jedoch nicht den Arztbesuch. Die Informationen der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) geben Ihnen Tipps zum Inhalt einer gut ausgestatteten Hausapotheke und zum richtigen Umgang damit.

Welche Grundregeln sollten bei einer Hausapotheke beachtet werden?

  • Beipackzettel aufbewahren: Lassen Sie die Medikamente immer in der Originalverpackung, bewahren Sie den Beipackzettel auf und notieren Sie das Datum des Öffnens auf dem Medikament. Besonders Augentropfen, Salben und Säfte sind nur begrenzt haltbar.
  • Verfallsdatum: Prüfen Sie die Medikamente in Ihrer Hausapotheke regelmäßig auf Vollständigkeit und Verfallsdatum. Bei angebrochenen, aber noch haltbaren Mitteln, sollten sie zusätzlich Geruch und Funktion testen.
  • Einwandfreier Zustand: Metallene Gegenstände wie Schere oder Sicherheitsnadeln müssen rostfrei sein. Die Verpackungen von Verbandmitteln müssen dicht sein und Wundpflaster noch kleben.
  • Richtig entsorgen: Medikamente mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum sollten Sie entsorgen. Die meisten Medikamente dürfen in den Hausmüll, sie gehören aber nie ins Abwasser. Sie können Arzneimittel auch in der Apotheke oder bei den Sondermüllsammelstellen abgeben.

Wo sollte die Hausapotheke aufbewahrt werden?

  • Standort: Ihre Hausapotheke hängt idealerweise in einem kühlen, trockenen Raum (z. B. Schlafzimmer, Diele oder Flur). Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in Bad und Küche können die Medikamente Schaden nehmen und ihre Wirkung verlieren.
  • Erreichbarkeit: Für Erwachsene sollte die Hausapotheke gut und schnell erreichbar, für Kinder außer Reichweite sein.
  • Sicherheit: Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie die Hausapotheke verschließen können und verwahren Sie den Schlüssel an einem sicheren, schnell erreichbaren Ort auf. Abschließbare Schränkchen gibt es im Baumarkt oder in der Apotheke.

Die Checkliste - Was gehört in die Hausapotheke?

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und in Ihrer Apotheke beim Einkauf fachkundig beraten. Notwendig sind:

 

Gerätschaften

  • Fieberthermometer
  • Mundspatel
  • Verbandschere
  • Gummihandschuhe
  • Pinzette
  • Zeckenzange
  • Liste mit Notrufnummern, Notfalladressen und Gift-Notrufzentrale

 

Arzneimittel gegen

  • Schmerzen
  • Halsweh
  • Erkältungen
  • Verdauungsstörungen
    • Durchfall
    • Verstopfung
    • Blähungen
    • Übelkeit/ Erbrechen
    • Magenschmerzen
  • Insektenstiche
  • Sodbrennen
  • Kreislaufbeschwerden
  • Verstauchungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Verbrennungen
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Individuelle Beschwerden (z.B. Hämorrhoiden)
  • Vorratspackungen für dauerhaft benötigte Medikamente

 

Verbandsmittel

  • Mullbinden
  • Idealbinden
  • Elastische Binden
  • Verbandpäckchen
  • Heftpflaster
  • Pflasterstrips
  • Wundschnellverband
  • Verbandwatte
  • Sicherheitsnadeln
  • Verbandklammern
  • Zwei Dreieckstücher

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Der Hausputz – sauber und sicher

Wenn die Sonne durch schmutzige Fensterscheiben lacht und Staub die Luft vernebelt, ist es höchste Zeit für einen gründlichen Hausputz. Aber Vorsicht, dabei passieren vielen Unfälle, vor allem Stürze. Sie können auch tödlich enden. Die folgenden Tipps der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) können zu Ihrem sicheren Hausputz beitragen.

Wie kann ich einen Putzunfall vermeiden?

Eine gute Vorbereitung ist das A und O gegen Unfälle - auch beim Putzen. Eine absolute Sicherheit zur Unfallvermeidung gibt es nicht. Doch mit den folgenden Ratschlägen der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) lassen sich Gefahren mindern:

  • Liste erstellen: Überlegen Sie, was wirklich dringend ist und was warten kann. Die Arbeiten, die Sie sich vornehmen, sollten Sie stressfrei erledigen können.
  • Planung: Legen Sie fest, welche Aufgaben Sie wann erledigen möchten und planen Sie genügend Pausen ein.
  • Vorbereitung: Haben Sie alles Nötige für den Hausputz parat? Ist alles vollständig? Falls nicht, kaufen Sie alles Nötige rechtzeitig ein. 
  • Aufbewahrung von Reinigungsmitteln: Bewahren Sie die Mittel sicher und unerreichbar für die Kleinsten auf und füllen SieReinigungsmittels niemals in Behälter, die Kindern vertraut sind. Dazu gehören Saftflaschen oder Marmeladengläser. 
  • Fit und gesund: Bei Erkältung, Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden sollten Sie das Putzen auf einen anderen Tag verschieben.
  • Kleidung und Schuhe: Tragen Sie bequeme Kleidung. Sie sollte allerdings nicht zu weit sein, damit Sie nicht an Türgriffen und Stuhllehnen hängen bleiben. Die möglichst flachen Schuhe sollten fest am Fuß sitzen.
  • Nicht zu weit nach außen beugen: Beugen Sie sich auf der Leiter nicht zu weit nach außen. Die Leiter kann umkippen oder Sie selbst können von ihr stürzen.
  • Nicht klettern: Sehen Sie von gewagten Kletterübungen ab, z.B. beim Aufhängen von Gardinen oder beim Fensterputzen. Benutzen Sie eine Trittleitet mit dem GS-Prüfsiegel oder verwenden Sie ein Spezialgerät mit einem langen Stiel, um die Außenseite Ihrer Fenster zu reinigen.
  • Steckdosen: Benutzen Sie immer die Ihnen nächste Steckdose. Ein lang ausgelegtes Kabel kann schnell zur Stolperfalle werden.
  • Freier Weg: Stellen Sie sicher, dass nichts auf dem Boden steht. Platzieren Sie den Putzeimer dicht an der Wand, um nicht über ihn zu stolpern.

Putzen ohne Chemie – Welche Tipps sollte ich beachten?

Weniger ist häufig mehr, das gilt auch beim Einsatz von Haushaltschemikalien. Für viele Putzsituationen gibt es ökologisch unbedenklichere Alternativen, um Schmutz und Keime zu entfernen. Mit den folgenden Hinweisen der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) schonen Sie Ihre eigene Gesundheit, die Umwelt und nicht zuletzt den Geldbeutel.

  • Zitronensäure: Ähnlich wie Essig wirkt auch Zitronensäure gegen Kalk. Sie ist geruchsneutraler und weniger schädlich für Dichtungen, Chromarmaturen und die Atemwege.
  • Essig-Wasser-Lösung: Säurebeständige Böden und Arbeitsoberflächen lassen sich mit Essig-Wasser (Mischverhältnis 1:2) und etwas Natron reinigen. Zum Reinigen von Acrylwannen eignet sich eine Essig-Wasser-Lösung (1:5).
  • Wasser-Essigessenz-Gemisch: Fliesen glänzen wieder, wenn Sie sie mit einem Wasser-Essigessenz-Gemisch (2:1) oder mit Shampoo statt Allzweckreiniger im Putzwasser abwaschen.
  • Essigbrei: Gelbe Flecken oder Ränder in Badewanne oder Waschbecken verschwinden, wenn ein Brei aus Essig und Salz aufgetragen wird. Nach dem Einziehen und Nachreiben, sollten sie die Flächen gründlich mit klarem Wasser abspülen.
  • Natronpulver: Stockflecken verschwinden von Duschvorhängen, wenn Sie sie mit angefeuchtetem Natronpulver einreiben und nach ca. 30min Einwirkzeit mit klarem Wasser abspülen.
  • Staubtücher: Mit Kernseife ausgewaschene Staubtücher nehmen mehr Schmutz und Staub auf.

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