Sicher grillen

Wenn es draußen wärmer wird und die Sonne ins Freie lockt, wird auch der Grill wieder ausgepackt. Doch schon kleine Fehler beim Anzünden oder Betreiben eines Grills können brandgefährlich oder sogar lebensbedrohlich sein. Mit den Hinweisen und Tipps der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) kommen Sie und Ihre Familie sicher durch die Grillsaison.


Was gehört zur sicheren Ausstattung eines Grills?

Wer einige Vorsichtsmaßnahmen einhält, kann sich auf ein ungetrübtes Grillvergnügen freuen. Das fängt schon beim Kauf des Geräts an. Die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) rät, diese Kriterien zu beachten:

  • Prüfsiegel: Sicherheitsgeprüfte Grills tragen das Zeichen DIN CERTO, das GS-Siegel für „geprüfte Sicherheit“ sowie einen Hinweis auf die Norm DIN EN 1860-1.
  • Kippsicherheit: Der Grill sollte einen stabilen Zusammenbau haben und fest auf dem Untergrund stehen.
  • Scharfe Kanten und spitze Ecken: Um sich beim Grillen nicht am Metall zu verletzen, sollten Kanten und Ecken abgerundet sein.
  • Brennmaterial: Für den Holzkohlegrill eignen sich nur trocken gelagerte Holzkohle und Holzkohlebriketts. Brennbare Materialien wie Altholz und Verpackungen setzen beim Verbrennen giftige Gase frei.
  • Grillanzünder: Verwenden Sie nur Anzünder, die für das Grillen vorgesehen sind. Es gibt sie in flüssiger, dickflüssiger, gelartiger und fester Form. Geprüfte Grillanzünder tragen die Prüfnorm DIN EN 1860-3.

Das richtige Verhalten – Wie können Unfälle beim Grillen vermieden werden?

  • Anzünden: Verwenden Sie niemals Spiritus, Alkohol, Lampenöl oder Benzin als Anzündhilfe. Diese gefährlichen Stoffe können durch Stichflammen zu schweren Brandverletzungen führen.
  • Grillgut auflegen: Legen Sie das Grillgut erst auf, wenn die Holzkohle von einer weißen Ascheschicht bedeckt ist. Das Durchglühen der Kohle dauert etwa eine halbe Stunde. Nachgelegte Kohle muss erst erneut durchglühen, bevor Grillgut auf den Rost darf.
  • Kohle und Asche entsorgen: Erst wenn Kohle und Asche komplett ausgekühlt sind, dürfen sie in der Abfalltonne entsorgt werden. Auf öffentlichen Grillplätzen gibt es oft Behältnisse für noch heiße Kohle. Kippen oder vergraben Sie glühende Asche nicht auf dem Rasen, im Beet oder im Sand.
  • Beaufsichtigen: Erst wenn die Glut vollständig ausgekühlt ist, muss der Grill nicht mehr beaufsichtigt werden.
  • Kinder: Für alle Feuerstellen im Garten gilt, dass sie nicht ohne Aufsicht brennen sollten. Erwachsene sollten Kinder immer im Blick haben. Richten Sie um den Grill herum eine „Bannmeile“ von zwei bis drei Metern ein.

Wie wähle ich einen sicheren Grillplatz?

Ob im eigenen Garten, auf Balkon oder Terrasse, das sichere Grillen fängt schon mit dem Aufstellen des Grills an.

  • Nur im Freien: Benutzen Sie einen Grill nur im Freien. Bei Holzkohlegrills besteht eine hohe Erstickungsgefahr durch die Rauchbildung sowie das Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung. 
  • Grillen in der Natur: In der Regel ist wildes Grillen verboten. Grillplätze in Parks sind eigens ausgewiesen. In jedem Fall sollte die ausgesuchte Stelle frei von trockenen Gräser oder Büschen sein. Bei Waldbrandgefahr ist Grillen in der freien Natur absolut tabu.
  • Windgeschützt: Stellen Sie Ihren Grill an einem windgeschützten Ort auf. Damit verhindern Sie hohe Flammen durch zusätzliche Sauerstoffzufuhr, aber auch, dass sich umherwehende Asche eines Holzkohlegrills auf Ihrem Grillgut niederlässt.
  • Brennbare Gegenstände: Halten Sie brennbare Gegenstände und Materialien von Ihrem Grill fern.
  • Kippsicherheit: Kippsicher ist der Grill, wenn er, auf seinen drei oder vier Beinen, auf einem nicht entflammbaren Untergrund steht, am besten auf einem ebenen Stück Rasen, auf Steinplatten oder Pflastersteinen.
  • Standort wechseln: Wechseln Sie den Standort Ihres Grills nur dann, wenn er schon abgekühlt ist. Nur ein kalter Grill lässt sich gefahrlos tragen.
  • Im Notfall: Bei einem Kohlegrill darf Wasser zum Löschen verwendet werden. Anders sieht es bei einem Gasgrill aus, denn Wasser würde den Brand nur verschlimmern. Ist ein Feuerlöscher vorhanden, sollte er auch eingesetzt werden.

Was gehört zu einer sicheren Grillausstattung?

  • Sichere Kleidung: Fettspritzer sind schmerzhaft und können zu Verbrennungen führen. Tragen Sie beim Grillen deshalb eine Grillschürze und Grillhandschuhe. Nutzen Sie langstieliges Grillbesteck.
  • Grillschalen: Grillschalen verhindern herabfließende Flüssigkeit. Edelstahl- oder emaillierte Grillschalen sind dabei umweltfreundlicher und gesünder als Einweg-Aluminiumschalen.

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Nicht nur lecker- Wie kann ich gesund grillen?

  • Fettarmes Grillgut: Fleisch gehört für die meisten Menschen zum Grillen einfach dazu. Verwenden Sie möglichst nur fettarmes Grillgut und legen Sie es abgetupft auf den Grill. Tupfen Sie auch ölhaltige Marinaden vor dem Grillen vom Grillgut ab.
  • Geräuchert und gepökelt: Bei hoher Hitze entstehen aus dem enthaltenen Nitritpökelsalz krebserregende Nitrosamine. Verzichten Sie daher darauf, geräuchertes oder gepökeltes Fleisch zu grillen.
  • Garpunkt: Das Grillgut sollte durchgegart, aber nicht verkohlt und schwarz sein. Fett, das in die Glut tropft, verbrennt. Dabei entstehen krebserregende Stoffe, die sich über den Rauch am Fleisch festsetzen. Es gilt: Je schwärzer, desto ungesünder.

Was ist zu tun, wenn ein Unfall passiert?

Ob Brände oder Verbrennungen, grillen ist nicht ungefährlich. Nicht immer können kleinere oder größere Unfälle vermieden werden. Gehen Sie deshalb wie folgt vor, wenn ein Grillunfall passiert ist:

  • Ruhe bewahren: Auch, wenn es schwerfällt, versuchen Sie Ruhe zu bewahren.
  • Brand löschen: Versuchen Sie, Flammen auf der Kleidung mit einer Decke zu ersticken. Vorsicht: Einige Synthetik-Fasern sind leicht entflammbar oder schmelzen bei Hitze!
  • Verbrennungen: Sollte es zu einer Verbrennung gekommen sein, kühlen Sie diese Stelle für kurze Zeit mit lauwarmem Wasser und decken Sie die verbrannte Körperstelle mit einem sauberen Tuch ab. Reißen Sie mit der Haut verklebte Kleidung nicht ab.
  • Verbrennungen bei Kindern: Informationen zu Verbrennungen bei Kindern finden Sie hier. Hilfe bei brandverletzten Kindern bietet zudem https://www.paulinchen.de/.
  • Brandblasen: Um Infektionen zu vermeiden, müssen Brandblasen geschlossen bleiben.
  • Notarzt: Rufen Sie den Notarzt (Notrufnummer 112).

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