Sicherheit zuhause: Kinderzimmer, Küche und Bad

Im Kinderzimmer, in der Küche und im Bad gibt es zahlreiche Gefahren, durch die Unfälle mit Kindern geschehen können. Um schwere Verletzungen, Erstickungen, Verbrennungen, Verbrühungen oder andere Unfälle zu vermeiden, sollten Eltern die folgenden Ratschläge der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) beherzigen.

Gefahren im Kinderzimmer

Kinderzimmer können Gefahren für Baby und Kind bereithalten. Doch schon die richtige Wahl von Bett, Wickeltisch & Co. kann eine wichtige Grundlage für die Sicherheit der Kleinen schaffen.

Was sollte beim Kauf vom Kinderbett beachtet werden?

Bereits vor dem Kauf eines Kinderbettes können Sie wichtige Entscheidungen für die Sicherheit Ihres Kindes treffen. Die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V.(DSH)  rät:

  • GS-Zeichen: Achten Sie darauf, dass das Kinderbett über ein GS-Zeichen verfügt. Es steht für „geprüfte Sicherheit“. Mit dem GS-Zeichen wird Produkten bescheinigt,  dass sie den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes entsprechen.
  • Höhe des Schutzgitters: Viele Lattenroste sind höhenverstellbar. Das Schutzgitter sollte den Lattenrost in der oberen Stellung um mindestens 30 cm überragen, damit das Kind nicht darüber klettern kann.
  • Abstand der Lattenrost-Leisten: Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen den Leisten vom Lattenrost kleiner als 6 cm ist.
  • Abstand der Gitterstäbe: Der Abstand der Sprossen sollte zwischen 4,5 und 6,5 Zentimetern liegen.
  • Feststellbare Rollen: Eventuell am Bett angebrachte Rollen sollten sich feststellen lassen

Wie sollte das Kinderbett gestaltet sein?

Folgende, einfach umzusetzende Tipps helfen dabei, Unfallgefahren am Kinderbett zu mindern:

  • Gefahr der Strangulierung vermeiden: Kordeln, Bänder und Schnüre sollten möglichst ganz oder zumindest aus dem Griffbereich der Kleinen entfernt werde. So können sich Babys und Kinder nicht daran strangulieren und ersticken.
  • Keine Schnullerkette: Auch an Ketten für Schnuller können sich Kinder strangulieren, daher sollten Schnuller nur ohne Kette mit ins Bett genommen werden.  
  • Kein Spielzeug über dem Bett: Sobald sich das Kind aufrichten kann, sollte über dem Bett hängendes Spielzeug entfernt werden.

Foto: FamVeld / shutterstock.com

Welche Tipps sollten beim Kauf von Kinderlampen und Leuchten beachtet werden?

Lampen, Leuchten und Lichterketten bieten Gefahren für einen Stromschlag oder Verbrennungen. Um die Gefahr zu mindern, sollten Sie beim Lampen-Kauf auf folgende Dinge achten:

  • GS- und CE-Zeichen: Achten Sie darauf, dass das Produkt über ein GS-Zeichen für „geprüfte Sicherheit“, zumindest aber über ein CE-Zeichen verfügt.
  • Auf Niedrigvolt achten: Kaufen Sie ausschließlich Lampen im Niedrigvoltbereich mit maximal 24 Volt für das Kinderzimmer.
  • Lichterketten mit Transformator: Lichterketten im Kinderzimmer sollten mit Trafo betrieben werden.

Weitere, umfangreiche Infos darüber, wie Sie sichere Lampen für Ihren Haushalt erkennen und so Unfallgefahren mindern können, finden Sie hier. 

Ist ein Wickeltisch im Kinderzimmer notwendig?

Ein Wickeltisch ist nicht zwingend notwendig. Im Gegenteil: Viel sicherer ist es, das Kind auf einer Decke auf dem Fußboden zu wickeln. Schließlich können Babys und Kinder so nicht herunterfallen. Viele Eltern entscheiden sich dennoch für den Kauf eines Wickeltischs, da ihnen das Wickeln so leichter fällt.

Was kann beim Kauf des Wickeltischs beachtet werden?

Schon beim Kauf vom Wickeltisch können Weichen für die Sicherheit des Kindes gestellt werden. Beachten Sie folgende Tipps:

  • Größe des Wickeltischs: Der Tisch sollte mindestens 55 cm breit und 70 cm tief sein. Besser ist eine Breite von 70 cm und eine Tiefe von 80 cm. So haben Sie ausreichend Platz für das Wickeln Ihres Kindes und alle Wickelutensilien in Griffweite.
  • Höhe des Wickeltischs: Die zur Körpergröße passende, ideale Höhe lässt sich am besten an aufgebauten Wickeltischen und Kommoden im Fachmarkt prüfen. Eine Faustregel besagt, dass die Kante des Wickeltisches etwa 15 Zentimeter unter dem Ellenbogen liegen sollte. Sehr große Eltern finden oft keinen passenden Wickeltisch. Für sie kann ein Wickeltisch zur Befestigung an der Wand eine Alternative sein. Dieser lässt sich in beliebiger Höhe anbringen.
  • Sicherungen an den Seiten: Achten Sie darauf, dass der Wickeltisch beziehungsweise der Wickelaufsatz hohe Seitenwände hat, die Ihr Kind vor dem Abstürzen sichern. 
  • Abgerundete Ecken: Verletzungen von Kindern lassen sich durch abgerundete Ecken vermeiden.
  • Geruch: Ein unangenehmer Geruch kann ein Zeichen für schlechte Qualität sein. Achten Sie deshalb darauf, dass der Wickeltisch nicht unangenehm, künstlich oder „nach Chemie“ riecht.

Welche Tipps gibt es für die Platzierung und Gestaltung vom Wickeltisch im Kinderzimmer?

Wo ein Wickeltisch steht und wo Heizstrahler, Mobiles & Co. angebracht werden, ist entscheidend für die Sicherheit im Kinderzimmer. Folgende Tipps sollten Eltern beachten

Foto: George Rudy / shutterstock.com

  • Platz in der Ecke: Die Platzierung des Wickeltischs in einer Raumecke sichert das Kind an einer zusätzlichen Seite gegen einen Sturz.
  • Heizstrahler hoch: Ein Heizstrahler sollte so hoch angebracht werden, dass sich das Kind nicht daran verbrennen kann.
  • Mobiles außer Reichweite: Mobiles sollten nicht neben dem Wickeltisch platziert werden. Kinder könnten herunterfallen, wenn sie sich bewegen, um danach zu greifen.
  • Babypuder ohne Talkum: Talkum, das in einigen Babypudern enthalten ist, steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift deshalb zu Körperpuder ohne Talkum. Babypuder, die dennoch Talkum enthalten, sollte so aufbewahrt werden, dass sie dem Baby oder dem Kind nicht auf das Gesicht fallen und so eingeatmet werden können.

Was sollten Eltern beim Wickeln beachten?

Zu den typischen Unfällen mit Babys und Kleinkindern gehört der Sturz vom Wickeltisch. Besonders, sobald sich Kinder umdrehen können, sollten Eltern vorsichtig sein.

  • Immer eine Hand am Kind: Damit Ihr Kind nicht vom Wickeltisch fällt, gilt ein grundsätzlicher Tipp: „Haben Sie immer eine Hand am Kind.“
  • Wickelutensilien im Griffbereich: Stellen Sie bereits vor dem Wickeln Windeln, Babypuder, Tücher und Co. in Griffweite bereit.
  • Klingeln ignorieren: Ignorieren Sie das Klingeln des Smartphones, des Telefons oder an der Haustür, wenn Sie Ihr Kind wickeln.
     

Birgt Spielzeug im Kinderzimmer Gefahren?

Spielzeug bereitet Babys und Kleinkindern Freude. Doch es kann Ihrem Kind auch schaden. So können Kinder im Ernstfall sogar an verschluckten Kleinteilen ersticken. Um diese Gefahr möglichst zu vermeiden, können Sie schon beim Spielzeug-Kauf auf Sicherheit achten:

  • Prüfzeichen: Achten Sie darauf, dass das Produkt ein GS-Zeichen für „geprüfte Sicherheit“ oder zumindest ein CE-Zeichen hat.
  • „Spiel gut“-Logo: Achten Sie auf das Logo, das für einen hohen erzieherischen Wert steht.
  • Keine Kanten und Spitzen: Achten Sie darauf, dass das Spielzeug abgerundete Kanten und keine herausstehenden Spitzen hat.
  • Keine leicht zu lösenden Teile: Sicheres Spielzeug sollte keine Teile aufweisen, die sich leicht lösen lassen.
  • Fest verschlossenes Batteriefach: Ein leicht zu öffnendes Batteriefach ist nicht für Babys und Kleinkinder geeignet. Kinder unter drei Jahren können an Batterien oder anderen Kleinteilen ersticken.
  • Metallspielzeug vermeiden: Verrostetes Metallspielzeug kann scharfe Kanten aufweisen und ist deshalb zu vermeiden.
  • Lautstärke: Zu lautes Spielzeug kann den Ohren Ihres Kindes schaden.

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Gefahren in der Küche

Wie kann für Sicherheit in der Küche gesorgt werden, wenn Babys und Kinder dabei sind?

In der Küche gibt es für neugierige Kinder viele Unfallrisiken. Oft erkennen Eltern mögliche Gefahren für den Nachwuchs jedoch gar nicht als solche. Mit folgenden Tipps sorgen Sie für mehr Sicherheit in Ihrer Küche:

  • Aufsichtspflicht: Lassen Sie Ihr Kind nicht allein in der Küche, haben Sie immer ein Auge auf Ihren Nachwuchs und beaufsichtigen Sie die Verwendung von Messer, Gabel und Co.
  • Keine heißen Getränke mit Kind: Verzichten Sie auf Kaffee, Tee oder andere Heißgetränke, wenn Sie ein Kind auf dem Schoß oder auf dem Arm haben
  • Kindersicherung für Schubladen: Sichern Sie Schubladen mit gefährlichem Inhalt durch spezielle Kindersicherungen, sodass sich Kinder nicht verletzen.
  • Chemikalien außer Reichweite: Bewahren Sie Reinigungsmittel und andere Chemikalien so auf, dass Kinder sie nicht erreichen können, zum Beispiel in einem oben gelegenen Schrank. Dies gilt auch für Putzmittel mit Sicherheitsverschluss. Verschließbare Gitterboxen, in denen Haushaltschemikalien gelagert werden können, bieten ebenfalls Schutz.

Gibt es spezielle Produkte, die das Kind vor Verbrennungen am Herd schützen?

Folgende Produkte können Ihr Kind in der Küche vor Verbrennungen, Verbrühungen oder anderen Verletzungen schützen:

  • Herdschutzgitter: Nutzen Sie ein Herdschutzgitter. Dieses sorgt dafür, dass Ihr Kind nicht an heiße Töpfe oder Platten gelangt, die auf dem Herd stehen.
  • Versenkbare Hitze-Schalter am Herd: Versenkbare Herdplattenregler oder ein spezieller Schutz an den Drehknöpfen mindern das Risiko, dass Ihr Kind den Herd in Betrieb setzt
  • Kindersicherung für die Backofentür: Ein Backofentürstopp ist eine spezielle Sicherung für die Tür am Backofen. Diese sorgt dafür, dass Ihr Kind diese nicht selbstständig öffnen kann.
  • Hitzeschutz-Ofentür: Ein Hitzeschutz an der Tür vom Backofen sorgt dafür, dass sich das Kind nicht verbrennen kann.

Wie kann beim Kochen und Backen mehr Sicherheit gewährleistet werden?

Beachten Sie folgende Tipps, um Unfälle mit Ihrem Kind in der Küche zu vermeiden:

  • Auf hinteren Herdplatten kochen: Kochen Sie nach Möglichkeit nur auf den hinteren Herdplatten. Drehen Sie Pfannenstiele immer nach hinten
  • Heiße Töpfe nicht durch die Wohnung tragen: Töpfe, Pfannen oder andere Gefäße mit heißen Inhalten sollten möglichst in der Küche bleiben.
  • Wasserkocher an der Wand: Stellen Sie Wasserkocher und Kaffeemaschinen mit aufgerollten Kabeln an die Wand.
  • Stecker ziehen: Ziehen Sie bei Elektrogeräten immer den Stecker aus der Dose.
  • Fritteuse-Verzicht: VerzichtenSie nach Möglichkeit auf eine Fritteuse in Ihrem Haushalt.

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Gefahren im Bad

Wie kann mehr Sicherheit für Baby und Kind im Bad gewährleistet werden?

Spritzendes Wasser, Spielen mit Quietscheente & Spaß beim Plantschen: Beim Baden, Waschen und Zähneputzen im Bad gibt es für Babys und Kinder viel zu entdecken. Damit der Badespaß nicht getrübt wird, rät die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) zu folgenden Tipps in puncto Sicherheit:

  • Aufsichtspflicht: Lassen Sie Ihr Kind nicht allein im Bad. Dies gilt besonders für Kleinkinder unter drei Jahren. Haben Sie zudem immer ein Auge auf Ihren Nachwuchs.
  • Schlüssel abziehen: Ziehen Sie den Schlüssel der Badezimmertür ab und legen Sie ihn auf den Türrahmen. So können sich kleine Kinder nicht ein- und Sie ausschließen.
  • Boden trocken halten: Wischen Sie den nass gewordenen Boden oder andere feuchte Stellen im Badezimmer immer direkt trocken.
  • Rutschfeste Matten: Damit der Fußboden im Badezimmer nicht zur Rutschgefahr wird,  sorgen rutschfeste Badvorleger, Matten und Teppiche für zusätzliche Sicherheit.
  • Elektrische Geräte außer Reichweite: Produkte wie der Fön, der elektrische Rasierer oder die elektrische Zahnbürste sollten so aufbewahrt werden, dass Ihr Kind sie nicht erreicht
  • Fehlerstrom-Schutzeinrichtung: Um Stromschläge zu vermeiden, sollte im Sicherungskasten oder als mobiles Gerät ein Fehlerstrom-Schutzschalter (auch RCD- oder FI-Schutzschalter genannt) installiert sein.
  • Schere, Nagelfeile & Co. außer Reichweite: An Produkten wie Scheren, Nagelfeilen oder Kosmetika können sich Kinder verletzen. Lagern Sie sie daher außer Reichweite.

Was sollten Eltern beim Baden Ihres Kindes beachten?

Beachten Sie folgende Tipps, um Unfälle Ihres Kindes beim Baden zu vermeiden:

  • Eine Hand am Kind: Haben Sie immer eine Hand am Kind, damit es beim Baden nicht ertrinkt.
  • Badeutensilien bereitlegen: Legen Sie sich Utensilien wie Seife, Waschlappen, Badetücher, Windeln, Kleidung und andere Produkte vor dem Baden Ihres Kindes in Griffweite zurecht.
  • Rutschfeste Badewannenmatte: Sichern Sie die Badewanne oder den Badeeimer, in denen Ihr Baby oder Kind liegt, durch eine rutschfeste Matte.
  • Maximal 38 Grad Wassertemperatur für Babys: Zarte, dünne Babyhaut ist sehr empfindlich. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist, um Verbrühungen zu verhindern. Für Babys sollte die Wassertemperatur maximal 38 Grad Celsius betragen. Die Temperatur können Sie mit einem Thermometer überprüfen. Testen Sie zusätzlich mit dem Unterarm, ob das Wasser Körpertemperatur hat, bevor Sie Ihr Baby in die Wanne setzen. Lassen Sie nach dem Messen kein zusätzliches heißes Wasser in die Wanne einlaufen.

Foto: Halfpoint / shutterstock.com

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