Kinder im Garten: Sicher spielen

An der frischen Luft können sich spielende Kinder so richtig austoben. Doch das Spielen im Garten birgt auch Gefahren. So kann die Nutzung von Spielgeräten oder das Vorhandensein von Teichen und Grills zu schlimmen Unfällen führen. Damit die Kleinen unbedarft auf dem Trampolin springen und ohne Schaden das Grillfest mit der Familie genießen können, informiert die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) gezielt über einige Aspekte zur Sicherheit von Kindern im Garten.

Sicher auf Spielgeräten

Kinder brauchen sichere Klettergerüste, Rutschen, Schaukeln und Trampoline. Die Platzwahl von Spielgeräten im Garten, ihr stabiler Aufbau und ihre regelmäßige Wartung spielen dafür eine wesentliche Rolle.

Wo im Garten sollten Spielgeräte platziert werden, sodass Kinder sicher spielen können?

Beachten Sie hinsichtlich der Platzierung von Klettergerüst, Schaukel, Rutsche & Co. folgende Tipps der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH):

  • Das Kind im Blick: Achten Sie bei der Platzierung der Spielgeräte darauf, dass Sie Ihr Kind von ständigen Aufenthaltsorten im Haus und im Garten gut im Blick haben.
  • Sonnengeschützte Lage: Platzieren Sie Rutschen, Klettergerüste, Schaukeln & Co. unter Bäumen oder neben großen Hecken, damit Kinder nicht in der prallen Sonne spielen müssen oder dem Wind schutzlos ausgesetzt sind. Ist kein natürlicher oder baulicher Schattenspender bzw. Windschutz vorhanden, bieten Sonnenschirme, Sonnensegel oder Faltpavillons Schutz.
  • Sicherheitsabstand zu Wänden, Hecken und Wegen: Klettergerüste mit etwa 1 m Höhe sollten mit einem Abstand von etwa 1,50 m zu Wänden, Hecken oder Wegen platziert werden. Rund um die Schaukel sollte dieser Abstand 3 m betragen.

Was ist beim Aufbau von Spielgeräten zu beachten?

Beachten Sie folgende Tipps der DSH, damit Kinder sicher toben können und lange Freude an Spielgeräte haben:

  • Aufbau nach Herstellerangaben: Bauen Sie Spielgeräte zur Gewährleistung der Sicherheit nach den Angaben der Hersteller auf.
  • Stabile Pfosten: Achten Sie auf eine stabile Verankerung der Pfosten, betonieren Sie sie am besten ein. Pfostenschuhe aus Metall schützen Holzpfosten, damit sie bei direktem Kontakt mit Sand oder Erde nicht faulen. Imprägnieren Sie das Holz zum Schutz vor Fäule.
  • Weiche Umgebung schaffen: Je höher Spielgeräte sind, desto weicher sollte der Untergrund sein. Ab einer Höhe von 1,50 m sollte eine etwa 40 cm dicke, falldämpfende Schicht aus Sand, Holzschnitzeln oder Rindenmulch eingebracht werden.

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Müssen Spielgeräte im Garten regelmäßig gewartet werden?

Spielgeräte im Garten sollten durchaus regelmäßig gewartet werden, sodass Kinder lange und sicher auf Klettergerüste, Schaukel, Trampolin und Co. spielen können. Die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH)rät:

  • Beseitigung von scharfen Kanten: Achten Sie darauf, dass das Spielgerät frei von scharfen Kanten und spitzen Ecken ist.
  • Beseitigung überstehender Nägel: Überstehende Nägel sollten nachgeschlagen bzw. entfernt werden.
  • Fundamente bedecken: Sorgen Sie dafür, dass freiliegende Fundamente aus Beton nachgebessert werden.
  • Fallschutze nachfüllen: Auch weiche Fallschutze aus Sand, Holzschnitzeln und Rindenmulch sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aufgefüllt oder erneuert werden.
  • Pfosten überprüfen: Eingegrabene Pfosten der Spielgeräte sollten einmal jährlich ausgegraben und auf deren Korrosion überprüft werden.
  • Scharniere und Aufhängungen prüfen: Überprüfen Sie Scharniere und Aufhängungen von Spielgeräten im Garten regelmäßig auf deren Verschleiß.
  • Belastungstest: Überprüfen Sie vorsichtig und unter Rücksicht auf Ihre eigene Sicherheit, ob Schaukeln, Kletterseile und Co. auch einem Belastungstest durch das Körpergewicht eines Erwachsenen standhalten. Beachten Sie dabei das zugelassene Höchstgewicht des Spielgeräts.  

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Warum sind Gartenteiche und Wasserstellen für Kinder besonders gefährlich?

Kinder können Gefahren, die von Teich, Brunnen, Planschbecken, Pool, Regentonne & Co. ausgehen, noch nicht einschätzen. Neugierige Kleinkinder, die das Wasser erkunden wollen, knien sich an den Rand eines Teiches und beugen sich gefährlich nach vorn. Eine Gefahr geht dabei von den körperlichen Proportionen der Kleinen aus: Der Körperschwerpunkt befindet sich bei ihnen deutlich höher als bei Erwachsenen. Grund ist der im Verhältnis zum gesamten Körpergewicht schwere Kopf von Kindern. Deshalb kippen Kinder leichter nach vorn. Aufgrund ihrer schwachen Nackenmuskulatur können kleine Kinder ihren Kopf oftmals noch nicht selbstständig aus dem Wasser heben. Deshalb können sie bereits bei sehr niedrigen Gewässern ertrinken. Fatal ist, dass Kinder innerhalb kurzer Zeit leise und deshalb unbemerkt ertrinken.

Wie kann ich mein Kind vor dem Ertrinken schützen?

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Doch mit den folgenden Tipps lassen sich die Gefahren für Ihr Kind eindämmen:

  • Aufsichtspflicht einhalten: Behalten Sie Ihr Kind in Gärten mit Teichen, Pools und anderen Wasserstellen immer im Auge.
  • Sicherung durch einen Zaun: Sichern Sie Gartenteiche und Pools mit einem Zaun, der mindestens einen Meter hoch ist. Achten Sie darauf, dass die Latten des Zauns eng beieinanderstehen, sodass Kinder nicht hindurchschlüpfen können. Ein am Zaun vorhandenes Tor sollten Kinder nicht allein öffnen können.
  • Teichgitter: Ein knapp unter der Wasseroberfläche von Teichen verankertes Gitter kann für mehr Sicherheit sorgen. Doch Vorsicht: Kleine Kinder unter drei Jahren können sich auch auf einem Teichgitter nicht hochstützen und brauchen in jedem Fall Aufsicht.
  • Planschbecken leeren: Leeren Sie Planschbecken nach ihrer Nutzung aus und drehen Sie sie um.
  • Vogeltränken außer Reichweite: Entfernen Sie Vogeltränken aus der Reichweite von Kindern
  • Durchgänge zu Teichen von Nachbarn sichern: Wenn Ihre Nachbarn einen Teich besitzen, bitten Sie sie, Tore und Durchgänge so zu sichern, dass Kinder keinen Zugang haben.

Was sollten Besitzer von Teichen und anderen Wasserstellen im Garten beachten?

Besitzer von großen Wasserstellen im Garten, beispielsweise Gartenteiche und Pools, aber auch Regentonnen, haben eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, dass ein Eigentümer eines Grundstücks oder der Mieter dafür sorgen muss, dass darauf niemand zu Schaden kommt. In diesem Rahmen müssen Gefahrenquellen, also auch Wasserstellen, abgesichert sein.

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Grillen mit Kind: Unfälle vermeiden

Wenn die Grillsaison startet, ist das auch für Kinder eine tolle Zeit. Die Familie, Freunde und Nachbarn kommen zusammen. Gemeinsam wird Essen zubereitet und verspeist. Doch leider birgt das Grillen auch viele Gefahren für Kinder. Denn Feuer fasziniert neugierige Kinder, die das Risiko noch nicht einschätzen können.

Was ist beim Grillen zu beachten, wenn Kinder in der Nähe sind?

Um Unfälle mit dem Grill, wie Verbrennungen, zu vermeiden, beachten Sie folgende Tipps der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH):

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  • Aufsichtspflicht beachten: Behalten Sie Ihr Kind immer im Auge, wenn Sie grillen.
  • Kind aufklären: Erklären Sie Ihrem Kind, dass der Grill heiß und somit gefährlich ist.
  • Holzkohle im Grill belassen: Lassen Sie glühende Holzkohle im Grillgerät auskühlen. Kippen Sie diese nicht auf den Rasen, auf Beete oder in den Sand. Kinder könnten in die Glut treten und sich dabei schwere Verbrennungen zuziehen.

Erste Hilfe: Was soll ich tun, wenn mein Kind Verbrennungen erlitten hat?

Gehen Sie folgendermaßen vor, wenn Ihr Kind eine Verbrennung durch den Grill erlitten hat:

  • Ruhe bewahren: Auch, wenn es schwerfällt: Bewahren Sie Ruhe, um bei Ihrem Kind keine Panik aufzulösen und ihm bestmöglich zu helfen.
  • Brand mit Decke löschen: Versuchen Sie, in Brand geratene Kleidung mit einer Decke zu löschen.
  • Eingebrannte Kleidung am Körper lassen: Belassen Sie eingebrannte Kleidungsstücke am Körper des Kindes.
  • Kühlen mit lauwarmem Wasser: Kühlen Sie verbrannte Körperteile mit lauwarmem Wasser.
  • Brandblasen nicht öffnen: Brandblasen müssen aufgrund der Infektionsgefahr verschlossen bleiben.
  • Mit sauberem Tuch abdecken: Decken Sie die verbrannten Stellen mit einem sauberen Tuch ab.
  • Notarzt rufen: Rufen Sie den Notarzt unter der Notrufnummer 112.

Was kann ich tun, wenn mein Kind nach dem Unfall unter Brandverletzungen leidet?

Der Verein Paulinchen e.V. berät und begleitet Familien mit Kindern, die einen Unfall mit Verbrennungen oder Verbrühungen erlitten haben. Ziel ist es, für jedes bandverletzte Kind individuell die bestmögliche Versorgung zu erreichen. Weitere Informationen und Kontaktdaten erhalten Sie unter www.paulinchen.de.

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