Lichterketten

Für drinnen oder draußen, LED oder Glühbirnen? Die Auswahl ist groß – die Qualitätsunterschiede ebenso.

Lichterketten und Lichtschläuche sind nicht nur in der Vorweihnachtszeit aber vor allem dann eine beliebte Dekoration. Ob im Kinderzimmer, Wohnzimmer oder im Garten und an der Eingangstür – die aneinandergereihten Lämpchen zaubern ein gemütliches Licht in jede Umgebung.

Künstliches Licht birgt generell weniger Gefahren als das Feuer echter Kerzen. Dennoch ist der Aspekt „Sicherheit“ bei Lichterketten wichtig – und bleibt bei vielen Produkten, die im Handel angeboten werden, auf der Strecke.

In den „schwarzen Listen“ der Marktaufsicht tauchen mit zuverlässiger Regelmäßigkeit Lichterketten auf, „die den Qualitätsstandards in Deutschland nicht genügen". Zu den Produktmängeln zählen vor allem schlechte Isolierungen und blank liegende oder zu dünne Drähte.

Sie können zu einem erhöhten Risiko für Brände oder gefährliche Stromschläge führen. Gerade wenn herkömmliche Glühleuchten die Lichterkette ausmachen, steigt das Risiko für Verbrennungen, denn die Leuchten werden bis zu 70 Grad Celsius heiß. Die Brandgefahr steigt zusätzlich, wenn die Leuchten sich zu nah an brennbaren Materialien wie Gardinen, Strohsternen oder einem Weihnachtsgesteck befinden.

Tipps zu Kauf und Handhabung

  • Die Lichterkette sollte zumindest das CE-Zeichen tragen, auch wenn dies kein Gütesiegel ist. Mit der CE-Kennzeichnung gibt der Hersteller lediglich an, dass sein Produkt den europäischen Richtlinien entspricht. Bei einigen Produktgruppen ergänzt eine vierstellige Nummer das CE-Zeichen. Sie zeigt an, dass eine unabhängige Prüfstelle in die Bewertung einbezogen war.

  • Eine größere Aussagekraft über die Sicherheit einer Lichterkette hat das GS-Zeichen. „GS“ steht für „geprüfte Sicherheit“. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges Sicherheitszeichen, das von verschiedenen unabhängigen Prüfunternehmen vergeben wird. Geprüft wird, ob das Produkt Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit des Menschen hat. Hersteller und Importeur sollten deutlich auf der Verpackung genannt sein.

  • Die Bedienungsanleitung muss auf Deutsch und verständlich sein.

  • Sichere Weihnachtsbeleuchtung für draußen trägt das Piktogramm „Regenwassergeschützt“ (Quadrat mit Tropfen, IP 43) oder besser „Spritzwassergeschützt“ (Dreieck mit Tropfen, IP 44).

  • Ein Hinweis auf den Gebrauch für Innenräume oder Außenanlagen darf nicht fehlen.

  • Lichterketten für drinnen sollten mit einem Transformator betrieben werden. Er regelt die Spannung von 230 Volt auf 24 Volt herunter und verhindert so die Gefahr eines tödlichen Stromschlages, falls offene Lampenfassungen oder mangelhafte Isolierung berührt werden. Das ist vor allem im Kinderzimmer wichtig.

  • Lichterketten mit Leuchtdioden (LED) verbrauchen weniger Strom und entwickeln wesentlich weniger Hitze als Lichterketten mit herkömmlichen Leuchten.

  • Lichterketten mit dünner oder brüchiger Isolierung sowie fehlerhaften Lampenfassungen sind „Neu-Schrott“ und sollten im Laden bleiben.

  • Grundsätzlich ist Misstrauen angezeigt, wenn die Lichterkette weniger kostet als der Strom, den sie verbraucht.

  • Lichterketten und -schläuche sollten nicht miteinander verbunden werden, um sie zu verlängern. Die Beschaffenheit der Leitungen, die Anzahl der Lämpchen und die dafür benötigte Stromstärke sind genau aufeinander abgestimmt.

  • Auch elektrische Beleuchtung sollte nicht für längere Zeit unbeaufsichtigt bleiben.

  • Vor jedem Gebrauch sollte die Lichterkette auf Schäden überprüft werden.

  • Bereits kaputte Lichterketten nicht mehr verwenden.

Vorsicht bei:

  • fehlender oder unverständlicher Bedienungsanleitung,
  • verklausulierten Angaben zu Hersteller oder Importeur,
  • nachträglich aufgeklebtem CE-Zeichen.

Lichterketten werden bereits für wenig Geld angeboten. Meist lohnt es sich aber nicht, beim Kauf zu sparen, da die Qualität oft fragwürdig ist. Auch hier gilt das Sprichwort: Wer billig kauft, kauft teuer.

Quellen und ausführliche Informationen finden Sie hier.
Eine animierte Grafik zum Thema finden Sie hier.
Stand der Informationen: Herbst 2016.

Broschüre

Gefährliche Produkte

Wasserkocher und Toaster, Filzstifte, Laserpointer, Mehrfachsteckdosen und Steckdosenleisten. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Broschüre Format DIN A5, 40 Seiten