Pflegestützpunkte – Ansprechpartner für alle Anliegen

Nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz von 2008 sollen die Pflegekassen gemeinsam mit weiteren Trägern unter einem Dach so genannte Pflegestützpunkte schaffen. Ihre Aufgabe ist die umfassende und unabhängige Beratung, Betreuung und Begleitung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen in allen pflegerischen Belangen.

Dazu gehören auch das Ermitteln des individuellen Pflegebedarfs und das Erstellen eines Versorgungsplanes. Darüber hinaus sollen sie alle für die wohnortnahe Versorgung und Betreuung in Frage kommenden Hilfs- und Unterstützungsangebote koordinieren und selbst gezielt aufeinander abgestimmte pflegerische und soziale Versorgungs- und Betreuungsangebote bereitstellen.

Soweit die Theorie. Nur: Die für die Pflege zuständigen Landesministerien müssen die Schaffung der Service-Einrichtungen bestimmen. Die Entwicklung in den Ländern ist unterschiedlich weit gediehen: In Sachsen gibt es nicht einen Stützpunkt, in Rheinland-Pfalz dagegen (135 Einrichtungen) ein flächendeckendes Netz.

Pflegestützpunkte sind für pflegende Angehörige die erste Anlaufstelle in Fragen rund um Ansprüche an Sozialleistungsträger, Wohnraumanpassung, ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen oder auch alle Hilfsangebote. Der Erstkontakt geschieht oft per Telefon.

Dabei wird abgeklärt, zu welchem oder welchen Themen Beratung notwendig ist“, sagt Gabriela Matt vom Berliner Pflegestützpunkt Friedrichshain-Kreuzberg. Die Berliner Stützpunkte bieten offene Sprechtage und Telefonberatung an. Wer Wartezeiten vermeiden möchte, sollte einen Termin vereinbaren und absprechen, welche Unterlagen benötigt werden. Ein solcher Termin findet entweder im Stützpunkt oder zu Hause statt.

„Das macht vor allem dann Sinn, wenn eine Beratung mit dem Pflegebedürftigen und Personen aus dem sozialen Umfeld hilfreich ist. Oder wenn es um die Beurteilung des Wohnumfeldes und möglicher Veränderungen geht.“ Nach Absprache kommen die Mitarbeiter auch in ein Krankenhaus, ein Pflegeheim oder eine Rehaklinik.

Quelle: „Zu Hause pflegen – gesund bleiben!“ Infobrief für pflegende Angehörige
Ausgabe Sommer 2012
Herausgeber: Aktion DAS SICHERE HAUS und Partner