Hilfsmittel in der häuslichen Pflege

Eine Pflegesituation bringt pflegebedürftige und pflegende Personen schnell an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Hilfsmittel können eine große Entlastung bei vielen Pflegetätigkeiten sein – wenn man denn weiß, welches Hilfsmittel für wen und was sinnvoll ist.

Die Welt der Hilfsmittel hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Es gibt eine große Auswahl an Alltagshelfern, die häufig ein sehr modernes Design haben und dadurch kaum den Eindruck von Krankheit und Pflege machen. Viele Hilfsmittel, wie Pflegebett oder Hebelifter, sind elektrisch verstellbar, was Pflegende und Pflegebedürftige noch mehr entlastet. Andere Geräte wie Notruf- und Assistenzsysteme erhöhen die Sicherheit von Singles und vernetzen sie mit der Außenwelt, etwa mit Angehörigen oder dem ambulanten Pflegedienst. Kleine Helfer erobern den Alltag: Ob Greifhilfen, Gehhilfen, Haltegriffe, Anziehhilfen oder Transferhilfen – diese und weitere „Accessoires“ können körperliche Einschränkungen kompensieren und die häusliche Pflege bereichern.

Sinnvoller Einsatz von Hilfsmitteln

Unterstützungssysteme und Alltagshelfer sind eine wichtige Erfindung in der Pflege. Jedoch können Hilfsmittel Einschränkungen verstärken, wenn sie zu früh oder häufiger als notwendig eingesetzt werden. Die bisherige, vorhandene Bewegungsfähigkeit ist schnell überflüssig, wenn es ein passendes Hilfsmittel gibt. Wer etwa nicht sturzgefährdet ist, verliert mit dem verfrühten Einsatz eines Rollators langsam sein Gleichgewichtsgefühl. Die Folge ist, dass der Rollator auf einmal unentbehrlich wird und das Gehen ohne ihn immer schwerer fällt. Die Sturzgefahr steigt, anstatt zu sinken.
Der falsche Einsatz von Hilfsmitteln kann die verbleibende Selbstständigkeit daher massiv reduzieren. Richtig dosiert ermöglichen Hilfsmittel jedoch den Erhalt und die Förderung einer möglichst selbstbestimmten Lebensführung.

Kostenbeteiligung

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten notwendiger Hilfsmittel, die im Hilfsmittelkatalog der gesetzlichen Krankenkassen mit einer Hilfsmittelnummer aufgeführt sind und der Bewältigung des Alltags dienen. Beim Vorliegen eines Pflegegrads bezuschusst die gesetzliche Pflegeversicherung Hilfsmittel sowie Pflegehilfsmittel, die „zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen“. Auch die Anschaffung zum Verbrauch bestimmter Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe wird finanziell unterstützt.
Je nach Hilfsmittelart erfolgt eine Leihgabe, eine Bezuschussung oder eine pauschale Kostenbeteiligung. Voraussetzung für die Kostenbeteiligung ist bei den meisten Hilfsmitteln ein ärztliches Rezept. Die Kostenübernahme muss in den meisten Fällen vor dem Kauf bei der Pflegekasse beantragt werden.
Wohnberatungsstellen, Sanitätsfachgeschäfte, ambulante Pflegedienste oder Pflegestützpunkte beraten Sie gern bei der Hilfsmittelauswahl und -erprobung.

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Stand der Informationen: Sommer 2018