Gehhilfen

Gehhilfen sind, besonders für ältere Personen, ein wichtiger Beitrag zur Sturzprävention. Welche Gehhilfe die Richtige ist, hängt von den körperlichen Voraussetzungen und dem Einsatzgebiet, also dem Wohnumfeld, ab.

Gehstock

Bei leichten Bewegungseinschränkungen genügt häufig ein Gehstock. Mittlerweile gibt es sie in unterschiedlichen Formen, Farben und Materialien: klassisch aus Holz, modern und leicht aus Aluminium; mit geschwungenem oder ergonomischem Griff; elegant mit Kugelknauf; mit Teleskopstil oder zum Zusammenfalten; in Form einer Unterarmgehstütze.
Stöcke geben einseitigen Halt beim Gehen. Es ist ebenso möglich, zwei Gehstöcke zu verwenden, um zu beiden Seiten Halt zu haben. Wenn die Gehfähigkeit, das Gleichgewicht oder die Belastungsdauer leicht eingeschränkt sind oder nach einer Verletzungspause verbessert werden sollen, kann ein Gehstock eine sinnvolle Hilfe sein. Bei komplexen Einschränkungen der Gehfähigkeit oder des Gleichgewichts sind Gehstöcke allerdings ungeeignet; sie können Stürze nicht verlässlich verhindern. Für die Wintermonate gibt es für Gehstöcke Eiskrallen bzw. Schneespikes, die unter den Gummistopfen gespannt werden und somit auf vereisten Flächen nicht wegrutschen.

Rollator / Gehwagen

Rollatoren sind fahrbare Gehhilfen mit drei oder vier Rädern. Das Bremsen erfolgt für gewöhnlich über zwei Handbremsen, die einen Bremsklotz auf die hinteren Räder drücken. Die Handbremsen fungieren ebenso als Feststellbremse. Sie müssen regelmäßig gewartet und nachgestellt werden. Gehwagen mit drei Rädern, sogenannte Delta-Räder, sind wendig und auch in engen Räumen nutzbar. Dafür sind sie instabiler und haben häufig keine Sitzfläche zum Pausieren.
Die meisten Rollatoren sind zusammenklappbar und dadurch gut zu transportieren und zu verstauen. Rollatoren gibt es in unterschiedlichen Designs und Materialien. Bei Kassenmodellen sind der Rahmen aus Stahl und die Räder aus Vollgummi. Dadurch haben sie ein relativ hohes Eigengewicht. Leichtgewichtmodelle sind wesentlich handlicher, aber auch kostenintensiv. Die meisten Rollatoren besitzen einen Korb bzw. ein Netz zum Transport von Gegenständen, etwa kleinere Einkäufe. Eine Stockhalterung ist ein sinnvolles Zubehör, wenn für kürzere Strecken ein Gehstock zum Einsatz kommen soll.

Auf die Höhe kommt es an

Wichtig bei allen Gehhilfen ist die richtige Höheneinstellung, damit das Hilfsmittel entlastet und selbst nicht zur Sturzgefahr wird. Weder soll es so hoch eingestellt sein, dass die Schultern nach oben gedrückt werden, noch soll der Rücken zu sehr gekrümmt werden. Fachkräfte in Sanitätshäusern oder Therapiepraxen unterstützen gern bei der Hilfsmittelauswahl, der -einstellung und dem -training.

Kostenübernahme

Die Kosten für notwendige Gehhilfen übernimmt in der Regel die Kranken- bzw. die Pflegekasse. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung. Mit dieser können Hilfsmittel in Sanitätsfachgeschäften erworben werden, die einen Versorgungsvertrag mit Ihrer Kasse haben. Fragen Sie vorm Kauf im Fachgeschäft nach. Die Zuzahlung beschränkt sich auf den gesetzlichen Eigenanteil, falls keine Zuzahlungsbefreiung besteht. Hilfsmittel wie Rollatoren sind meist eine Leihgabe und bleiben Kasseneigentum. Bei einer notwendigen Reparatur oder Ersatz kommt dann ebenso die Kasse auf. Darüber hinaus ist immer auch ein Privatkauf auf eigene Kosten möglich.

Stand der Informationen: Sommer 2018