Im Falle eines Unfalls …

Angehörige, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in dessen oder in der eigenen Wohnung betreuen, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Sie greift zum einen, wenn während der Pflegetätigkeit in der Wohnung ein Unfall passiert. Zum Beispiel: Der Angehörige stürzt im Bad, während er dem Pflegebedürftigen in die Wanne hilft. Versichert sind zum anderen auch Unfälle außerhalb der Wohnung, die im Zusammenhang mit der Pflegetätigkeit stehen. Das kann zum Beispiel ein Autounfall bei der Fahrt zur Wohnung des Pflegebedürftigen sein.

Selten, aber ebenfalls versichert ist eine gesundheitsschädigende Einwirkung infolge der Pflegetätigkeit. Ein Beispiel dafür ist, dass sich der pflegende Angehörige mit einer ansteckenden Erkrankung des Pflegebedürftigen infiziert.

Im häuslichen Bereich ist die Abgrenzung zwischen allgemeinen hauswirtschaftlichen und pflegerischen Tätigkeiten oft nicht ganz einfach. Versichert sind nur diejenigen Verrichtungen, die wesentlich dem Pflegebedürftigen zugutekommen. Ein Beispiel: Ereignet sich der Unfall eines pflegenden Angehörigen bei der Zubereitung der Familienmahlzeit, an der auch der Pflegebedürftige teilnimmt, ist er nicht versichert. Ereignet sich der Unfall jedoch, während der Angehörige dem Pflegebedürftigen beim Essen hilft, ist er versichert.

Der Unfallversicherungsschutz besteht automatisch ab dem Moment, in dem die Pflegetätigkeit aufgenommen wird. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für den Versicherten ist der Schutz kostenlos; die gesetzliche Unfallversicherung für pflegende Angehörige wird aus Steuermitteln finanziert.

Nach einem Unfall sollte der behandelnde Arzt informiert werden, dass die Pflegetätigkeit den Unfall oder die Infektion verursacht hat. Außerdem sollte der Unfall innerhalb von drei Tagen dem zuständigen Unfallversicherungsträger – meist der Unfallkasse des jeweiligen Bundeslandes – gemeldet werden.

 

Weitere Informationen

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine Broschüre „Zu Ihrer Sicherheit – Unfallversichert bei häuslicher Pflege von Angehörigen“ herausgegeben.

Sie kann kostenlos unter www.bmas.de in der Rubrik Service – Publikationen heruntergeladen und bestellt werden.

Bestellwege für die kostenlose Druckversion (Bestellnummer A 401):
Telefon: 030/18 272 27 21
Schriftlich: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de

Quelle: „Zu Hause pflegen – gesund bleiben!“ Infobrief für pflegende Angehörige
Ausgabe Sommer 2013
Herausgeber: Aktion DAS SICHERE HAUS und Partner

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