Notfälle: gut gewappnet mit Checkkarte und Checkliste

Eine funktionierende häusliche Pflege ist häufig das Ergebnis jahrelanger Anstrengung und stetiger Verbesserung bestehender Versorgungsstrukturen durch die Angehörigen. Kleine Störfaktoren können dieses sensible System schnell ins Wanken bringen. Die durchgängige Versorgung ist dann gefährdet. Umso wichtiger, dass Pflegende mit Problemen rechnen und Lösungen parat haben.

Für Pflegebedürftige ist die Hauptpflegeperson die wichtigste Vertrauensperson: Sie kennt seine Bedürfnisse, Stimmungen, Routinen und weiß, was wann zu tun ist. Sie ist deshalb unverzichtbar. Die Verantwortung für pflegende Angehörige ist groß. Mit ihr geht jedoch auch die Angst einher, dass die Versorgung gefährdet sein könnte, wenn der Pflegeperson etwas zustößt. Wer sich dann um sie und um die zu pflegende Person kümmert, muss innerhalb kürzester Zeit feststehen.

Am besten ist bereits alles geregelt, bevor eine Notfallsituation auftritt. Denn Erkrankungen oder Unfälle können jederzeit passieren.

Notfall-Checkkarte und Notfall-Checkliste für Pflegende

Eine Notfall-Checkkarte ist eine kleine Karte, die am besten mit dem Personalausweis zusammen aufbewahrt wird, etwa in der Brieftasche oder Handtasche, die pflegende Angehörige außer Haus stets bei sich tragen. Auf der Checkkarte steht ein Hinweis, dass die Verantwortung für eine pflegebedürftige Person besteht. Helfende Personen sind also sofort darüber informiert, dass es eine pflegebedürftige Person gibt, die womöglich gefährdet ist, wenn der Notfall-Checkkarten-Inhaber sich nicht um sie kümmert. Zusätzlich enthält die Karte den Hinweis auf eine Notfall-Checkliste, Kontaktdaten einer Ersatz-Pflegeperson, den eigenen Namen sowie Informationen zu bestehenden Erkrankungen und Medikamenten.

Auf der Notfall-Checkliste stehen weitere ausführliche Informationen zum pflegenden Angehörigen und Details zur Pflege und Versorgung der pflegebedürftigen Person. Die wesentlichsten Informationen über die Pflegesituation sind schriftlich und verständlich festgehalten. Die Ersatz-Pflegeperson sollte eine Kopie der Notfall-Checkliste erhalten und vom pflegenden Angehörigen im Vorhinein informiert sein.
Die Versorgung der pflegebedürftigen Person kann so in einem Notfall umgehend von der Ersatz-Pflegeperson eingeleitet werden.

Möglichkeiten ohne Ersatz-Pflegeperson

Wenn es keine Ersatz-Pflegeperson gibt oder sie nicht kurzfristig einspringen kann, muss die pflegebedürftige Person entweder in Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI) in einer stationären Einrichtung oder im Rahmen der Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) zu Hause von einem ambulanten Dienst betreut werden. Es ist deshalb wichtig, im Vorhinein festzulegen, welche Einrichtung oder welcher Dienstleister in Frage kommt. Bestenfalls sind bereits alle wichtigen Kontaktdaten mit der Notfall-Checkliste zusammen abgeheftet.

Notfall-Checkkarte und Notfall-Checkliste zum Herunterladen:

Unfallkasse Nordrhein-Westfalen, Portal zum Gesundheitsschutz für pflegende Angehörige: www.beim-pflegen-gesund-bleiben.de/downloads

Stand der Informationen: Herbst 2018