Checkliste: Erste Hilfe bei Verbrennungen

Egal, welchen Unfall das Kind hatte: Versuchen Sie stets, selbst ruhig zu bleiben. Das Kind beruhigt sich dann automatisch auch – die Erste Hilfe wird viel leichter.

Verbrennungen und Verbrühungen erkennen

  • Die betroffenen Hautstellen sind gerötet.
  • Es bilden sich Brandblasen.
  • Das Kind hat zusätzlich starke Schmerzen.

Kühlen, aber richtig!

  • Sofortiges Kühlen der betroffenen Körperstelle lindert den Schmerz.
  • Halten Sie ausschließlich die betroffene Körperstelle einige Minuten unter fließendes lauwarmes Wasser oder legen Sie kühlende Kompressen auf.
  • Im Gesicht kann mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Denken Sie daran, die Atemwege immer frei zu halten!

Aber:

  • Eine Unterkühlung ist in jedem Fall zu vermeiden, sowohl der betroffenen Hautareale als auch des gesamten Körpers: Eine Unterkühlung ist häufig gefährlicher als die Verbrennungen selbst.
  • Kühlen Sie Verbrennungen und Verbrühungen nur, wenn die verbrannte Fläche nicht größer ist als die Handfläche des Kindes: Gefahr der Unterkühlung!
  • Tabu sind Eiswürfel oder Eiswasser, Hausmittel wie Mehl, Puder, Butter, Öl, Salben oder Gele.

Generell gilt:

  • Halten Sie das Kind warm, trösten und beobachten Sie es.
  • Brandblasen müssen geschlossen bleiben, um eine Infektion zu vermeiden.
  • Decken Sie Wunden locker und keimfrei ab. Geeignet sind dafür glatte Baumwolltücher oder sterile Kompressen.
  • Sind keine Blasen oder Wunden zu sehen, lassen Sie die betroffene Körperstelle am besten unbedeckt.
  • Entfernen Sie verbrühte Kleidung, aber lassen Sie verbrannte und mit der Haut verklebte Kleidung unbedingt auf der Haut. Deren Ablösen kann große Wunden verursachen.
  • Rufen Sie gegebenenfalls den Notarzt oder suchen ein Krankenhaus auf.

Verbrennungen und Verbrühungen vermeiden

  • Verzichten Sie im Haushalt auf Tischdecken, da Kinder diese samt der darauf stehenden Dinge, wie eine Tasse heißen Kaffees, herunterziehen können.
  • Töpfe, Kannen oder andere Gefäße mit heißen Flüssigkeiten sollten möglichst in der Küche bleiben und nicht durch die Wohnung getragen werden.
  • Stellen Sie Wasserkocher und Kaffeemaschine möglichst mit aufgerolltem Kabel an die Wand.
  • Verzichten Sie auf heiße Getränke, wenn ein Säugling oder Kleinkind auf ihrem Arm oder Schoß ist.
  • Das Fett in Fritteusen wird etwa 170 Grad Celsius heiß; verzichten Sie lieber darauf.
  • Um Verbrühungen mit Leitungswasser vorzubeugen, sollten alle Thermostate auf maximal 45 Grad Celsius eingestellt sein.
  • Die Haut von Babys verträgt sogar nur eine Wassertemperatur von 38 Grad Celsius.
  • Überprüfen Sie das Badewasser immer mit einem Thermometer.
  • Fügen Sie zum Badewasser kein heißes Wasser mehr hinzu, wenn das Kind bereits in der Wanne ist.
  • Lässt sich die Wassertemperatur nicht durch ein Thermostat regulieren, müssen Sie verhindern, dass Kinder den Heißwasserhahn selbstständig aufdrehen können.

Stand der Informationen: Sommer 2016

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