Umbauten im Badezimmer

Ob mit Dusche oder Badewanne: Im Bad ist die Sturzgefahr hoch, doch schon wenige Hilfsmittel oder bauliche Maßnahmen können die Gefahr mindern.

Fliesen

  • Im Fachmarkt sind rutschhemmende Fliesen oft extra gekennzeichnet.
  • Kleine Fliesen können durch einen höheren Fugenanteil rutschhemmend wirken.
  • Entscheiden Sie sich für Fliesen mit einer rauen Oberfläche. Allerdings haben Fussel und Schmutz auf rauen Fliesen ebenso einen besseren Halt, die Fliesen sind schwieriger zu reinigen.
  • Bodenfliesen in der Dusche sollten eine Rutschhemmung zwischen R 9 und R 11 haben.
  • Auch eine nachträgliche Oberflächenbeschichtung auf Fliesen durch einen Fachbetrieb sorgt für Rutschsicherheit.

Aber: Die absolut rutschfeste Fliese gibt es nicht!

Zusätzlicher Bewegungsraum

  • Die Badewanne kann durch eine Dusche ersetzt werden.
  • Die Waschmaschine kann eventuell in die Küche oder den Hauswirtschaftsraum verlagert werden.

Dusche und Badewanne

  •  … sollten mit einem Klappsitz sowie mit Haltestangen und Haltegriffen ausgestattet sein.
  • Ein Badebrett, Drehsitz oder Badewannenlift gewährleistet das sichere Ein- und Aussteigen bei Badewannen.
  • Duschen sollten möglichst ebenerdig gefliest und bodengleich sein, oder, falls das nicht möglich ist, einen maximal zwei Zentimeter hohen Einstiegsrand haben.
  • Armaturen sollten auch im Sitzen bequem erreichbar sein. Bei einer Badewanne ist der Wannenrand dafür gut geeignet.
  • Badewanne, Dusche & Co. sollten nicht unter dem Fenster angebracht werden, da das Fenster zum Öffnen und Schließen bequem erreichbar sein sollte. Mobile Fensteröffner helfen weiter, wenn Wanne oder Dusche nicht anders als unter dem Fenster platziert werden können.

Matten und selbstklebender Belag für Dusche und Wanne

  • Die früher weit verbreiteten Gummimatten sind aus hygienischen Gründen eher eine Notlösung. Falls sie eingesetzt werden, sollten sie den kompletten Wannenboden bedecken und an den Rändern befestigt sein, etwa mit Saugnäpfen. Zu kleine oder lose Gummimatten erhöhen die Sturzgefahr!
  • Seifenreste müssen regelmäßig abgespült und die Matten nach einiger Zeit ausgewechselt werden.
  • Eine kostengünstige Variante sind rutschhemmende Streifen. Sie lassen sich nachträglich in die Wanne oder Duschtasse kleben, wenn diese nicht beschichtet sind.
  • Die Streifen bestehen aus durchsichtigem Kunststoff und sind damit kaum sichtbar. Die Aufkleber können geschrubbt werden und lassen sich mit einem Fön problemlos wieder entfernen. Regelmäßige Kontrolle ist notwendig, da die Kleber sich nach einiger Zeit von allein lösen können.

Griffe bieten Sicherheit

Griffe sollte es im gesamten Badezimmer geben, vor allem in der Dusche, an der Badewanne und neben der Toilette.

  • Fest montierte Griffe sollten stabil mit Dübeln und Schrauben sowie gut greifbar an der Wand befestigt sein, damit man sich auf ihnen sicher abstützen kann.
  • Handgriffe sollten etwa 85 Zentimeter Abstand vom Boden und zwischen 3 und 4,5 Zentimeter Durchmesser haben. Beachten Sie bei der Montage die eigene Körpergröße.
  • Wer Dübel und Schrauben nicht verwenden möchte, kann zum Beispiel eine Boden-Decken-Stange installieren.
  • Eine Übergangslösung sind Vakuum-Griffe. Gute Modelle zeigen an, wenn der Griff sich lockert. Denn die Griffe haften nicht auf jeder Oberfläche dauerhaft. Nasse Oberflächen sind sogar tabu.
  • Hochwertige, verlässlich haftende Klebehaltegriffe sind als Dauerlösung die bessere Wahl.
  • Montieren Sie Haltegriffe immer fachgerecht oder übergeben die Arbeit an Fachkräfte. Denn im Ernstfall wirkt ein Vielfaches des eigenen Körpergewichts auf den Griff ein.
  • Achten Sie bei allen Produkten auf das GS-Zeichen.

Viele Installationsfachbetriebe verfügen über eine spezielle, zertifizierte Weiterbildung zur „Wohnraumanpassung im Sanitärbereich“ und zum barrierefreien Wohnen. Diese Betriebe erkennen Sie an dem nebenstehenden Logo. Achten Sie auch auf die DIN 18040 („Norm Barrierefreies Bauen“).

 

Infos

  • Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. (VDS) und Aktion „Barrierefreies Bad“, Telefon: 0228/92399930. www.sanitaerwirtschaft.de
  • Verein „Barrierefrei Leben e. V.“, www.online-wohn-beratung.de
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung (BAG), Telefon: 030/47474700, www.bag-wohnungsanpassung.de

Stand der Informationen: Frühjahr 2017

Broschüren

Sicher leben auch im Alter. Sturzunfälle sind vermeidbar

Rund 80 Prozent aller Stürze passieren Menschen, die älter sind als 65 Jahre. In dieser Broschüre finden Sie praktische und leicht umzusetzende Präventionstipps.
Broschüre DIN A5, 32 Seiten

Krafttraining für ältere Menschen

Die Broschüre enthält zehn einfache Übungen zur Käftigung der Muskulatur und Verbesserung der Koordination. Durch regelmäßige Bewegung können Sie dem Sturzrisiko entgegenwirken.
Broschüre DIN A5, 16 Seiten

Bin ich sturzgefährdet?

Die Kraft jedes Menschen lässt im Alter deutlich nach. Deshalb ist es immer gut, vorbeugend mit dem Training zu beginnen. Mit diesem einfachen Selbsttest in vier Schritten können Sie herausfinden, wie hoch Ihre persönliche Sturzgefahr ist.
Klappkarte DIN A5, 2 Seiten

Alltägliche Stolperfallen: Treppen, Teppich, Kabel & Co.

Herumliegende Kabel, lose Teppiche, falsche Beleuchtung oder unzureichend gesicherte Treppen – all das sind klassische Stolperfallen. Diese Broschüre gibt praktische Hinweise, um alltäglichen Stolperfallen aus dem Weg zu gehen. Faltblatt DIN lang, 3 Seiten