Plötzlicher Kindstod (SIDS = sudden infant death syndrome)

Kleinkinder in ihrem ersten Lebensjahr haben ein erhöhtes Risiko, eines plötzlichen Todes zu sterben. Dieser „Plötzliche Kindstod“ passiert meist in der Nacht, wenn Kind und Eltern schlafen. Die Ursachen sind noch nicht ausreichend geklärt und können verschiedener Art sein.

Eltern können aber maßgeblich dazu beitragen, das Risiko zu minimieren, indem sie folgende Tipps beachten:

1. Im ersten Lebensjahr Kinder nur auf dem Rücken schlafen lassen:

  • Früher wurden Babys häufig abwechselnd auf eine Seite gelegt. Bewegt sich das Kind, kann es dabei auf den Bauch rollen. Mundöffnung und Nasenlöcher könnten von der Matratze verdeckt werden.

2. Das Bettchen übersichtlich gestalten:

  • Babys benötigen weder ein Kopfkissen noch eine dicke Decke.
  • Auch Stoffwindeln, Stofftiere, Spielzeug und andere Gegenstände gehören nicht ins Babybett, da sie bei Bewegungen die Atemwege verdecken und dem Kind die Luft nehmen können.
  • Auch Nestchen können sich vom Bettgitter lösen und die Atmung behindern.

3. Einen Schlafsack statt einer Decke verwenden:

  • Aus einem Schlafsack kann das Kind sich nicht freistrampeln. Er kann auch nicht über das Gesicht rutschen – beide Risiken gibt es bei einer Decke.

4. Überwärmung vor dem und im Schlaf vermeiden:

  • Die ideale Raumtemperatur für schlafende Säuglinge beträgt 16-18 Grad Celsius. Höhere Temperaturen können zur Überwärmung des Kindes führen.
  • Zu warmes Baden vorm Schlafengehen kann bei Säuglingen zu Kreislaufproblemen und einem unruhigen Schlaf führen.

5. Im Schlaf ohne Kopfbedeckung:

  • Lassen Sie Babys im Bett ohne Mützchen schlafen, denn …
    … zum einen kühlen Säuglinge eine zu hohe Körpertemperatur über die Kopfhaut herunter, sodass einer Überwärmung selbstständig entgegengewirkt wird.
    … zum anderen können Mützchen bei Bewegung verrutschen und im ungünstigen Fall die Atemwege bedecken.

6. Der optimale Schlafplatz: im Zimmer der Eltern, aber im eigenen Bettchen.

  • Säuglinge sollten im Schlafzimmer der Eltern schlafen. Eltern merken dann schneller, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. Zudem nimmt das Kind wahr, dass es nicht allein ist; es schläft dadurch meist ruhiger.
  • Säuglinge sollten allerdings immer in einem eignen Bettchen schlafen. Sie können dann weder aus Versehen durch die Eltern verletzt werden, noch wird ihre Atmung durch die Decken und Kissen im Elternbett behindert.

7. Rauchen ist tabu.

  • Ist ein Säugling im Haushalt, sollten rauchende Personen aus der Wohnung verbannt werden. Zigarettenrauch verschlechtert die Sauerstoffversorgung des Körpers. Babys reagieren besonders empfindlich darauf.
  • Bereits in der Schwangerschaft ist Rauchen und Passivrauchen schädlich für das ungeborene Kind und erhöht das Risiko des späteren Plötzlichen Kindstods.

Auch wenn Sie alle Ratschläge beachten, schließt dies die Gefahr des Plötzlichen Kindstods nicht vollständig aus. Wenden Sie sich bei Fragen am besten direkt an Ihre Hebamme oder den Kinderarzt.

Stand der Informationen: Sommer 2017