Was tun bei Vergiftungen mit Pflanzen?

Zum Glück ist in den meisten Fällen das Verschlucken von Pflanzenteilen harmlos. Es genügt oft schon, selbst Ruhe zu bewahren und das Kind zu beruhigen.

Sollten sich Anzeichen für eine Vergiftung wie Übelkeit oder Erbrechen bei dem Kind zeigen, sind die folgenden Schritte angezeigt:

Giftinformationszentrale (GIZ) oder Notruf unter 112 anrufen und den Anweisungen folgen:

  • Möglichst genau schildern,

    • um welche Pflanze es sich handelt,
    • welche Pflanzenteile gegessen wurden,
    • welche Menge gekaut und/oder ausgespuckt wurde,
    • wieviel verschluckt wurde

  • sowie

    • welche Symptome bisher aufgetreten sind,
    • was bisher unternommen worden ist.

Ein Arzt oder eine Klinik sollten aufgesucht werden, wenn bereits starke Vergiftungserscheinungen wie heftige Übelkeit, Benommenheit oder andere Symptome aufgetreten sind.

Geben Sie gegebenenfalls die Empfehlungen der GIZ an den behandelnden Arzt weiter. Bringen Sie bei Pflanzenvergiftungen möglichst Zweige oder Blüten­stände der Pflanzen zur Identifikation mit.

Auf Empfehlung der GIZ können folgende Maßnahmen in Frage kommen:

  • Schleimhautspülung und Verdünnung: Ein kohlensäurefreies Wasser zu trinken geben. Das Gift wird dadurch von den empfindlichen Schleimhäuten des Rachens gespült und verdünnt.
  • Medizin-Kohle: Kohle bindet das Gift, das zusammen mit der Kohle nach drei bis vier Stunden ausgeschieden wird. Als Richtschnur gelten 1 Gramm Kohle pro Kilogramm Körpergewicht. Kohletabletten werden zerdrückt und in Wasser aufgeschwemmt, Kohlegranulat wird mit Wasser versetzt und geschüttelt.
  • Augenspülung: Mindestens zehn Minuten die Augen mit fließendem Wasser spülen, anschließend sofort einen Augenarzt aufsuchen.

Giftinformationszentren in Deutschland

  • Erfurt:
    Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (GGIZ) www.ggiz-erfurt.de
  • Göttingen:
    Giftinformationszentrale-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord) www.giz-nord.de
  • Mainz:
    Klinische Toxikologie und Beratungsstelle bei Vergiftungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen www.giftinfo.uni-mainz.de

Stand der Informationen: Sommer 2017

Broschüren

Achtung! Giftig!

Gefahren in Haus und Garten. Erste-Hilfe-Tipps. Notrufnummern.
Broschüre DIN A5, 32 Seiten