Garten und Freizeit

Spezielle Leitern für die Obsternte - Haushaltsleitern sind ungeeignet

24.08.2016 Es ist Erntezeit! Für ein sicheres Einbringen von Äpfeln, Birnen oder
Pflaumen sind spezielle Obstbaumleitern unentbehrlich. Gewöhnliche
Haushaltsleitern hingegen sind oft zu niedrig, zu kippelig und für
Begebenheiten wie unebene Böden, Schotter, Sand oder Rasen ungeeignet.

Die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), Hamburg, empfiehlt freistehende Obstbaumleitern mit einer oder zwei Stützen. Sie gewährleisten einen festen Stand auf bis zu drei Punkten. Ein zusätzliches Sicherheitsplus sind einige Zentimeter lange Leiterspitzen aus Metall, die die Leiter stabil im Boden verankern.

Gerade bei Anlegeleitern sind Leiterspitzen (auch Erdspieße genannt) dringend zu empfehlen, denn Anlegeleitern können plötzlich wegrutschen und umkippen - selbst dann, wenn beide Holme stabil am Stamm oder an einem dicken, gesunden Ast aufliegen und mit intakten Gurten gesichert sind.

Anlegewinkel von 70 Grad

Der ideale Anlegewinkel liegt bei rund 70 Grad. Prüfen kann man ihn mit der so genannten Ellenbogen-Methode. Dafür stellt man sich mit einem Fuß an einen Holm und winkelt den zur Leiter gewandten Arm an. Berührt der Ellenbogen die Leiter, steht sie perfekt.

Bei unebenen Böden sind ausgleichende Bodentraversen sinnvoll. Auch sie sollte die beschriebenen Leiterspitzen besitzen.

Sicher am Boden ernten mit dem Obstpflücker

Wer keine Leiter besitzt oder anschaffen möchte, kann die meisten Obstsorten auch mit einem sogenannten Obstpflücker vom Baum holen. Diese Erntehelfer haben einen langen, oft auch noch ausfahrbaren Stiel, Zinken zum Pflücken und einen Sack oder Korb zum Auffangen des Obstes. Generell gilt, dass vom Boden aus gepflückt werden sollte, was von dort erreicht werden kann. Denn am sichersten ist die Obsternte mit beiden Beinen auf dem Boden.

Genügend Pausen einplanen

Länger als eine Stunde am Stück sollte auf Leitern nicht gearbeitet werden. Zwar gibt es keine pauschale Empfehlung, aber Pausen zwischendurch schützen vor Übermüdung, Schwindel, Hitze und einseitiger Belastung der Muskulatur. Die Zeit am Boden kann dann auch gut für eine Trinkpause genutzt werden.

Broschüre zum Thema

Diese Tipps stammen aus der Broschüre "Den Garten genießen. Sicher gärtnern". Herausgeber sind der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und die DSH. Die Garten-Broschüre kann hier einfach aus dem Internet heruntergeladen werden.

Grafik und Foto zum Thema

Der GDV und die DSH bieten zu diesem Thema die Infografik „Unfallgefahren im Garten“ im druckfähigen Format an. Sie kann hier heruntergeladen werden. Ein Foto zur Bodentraverse finden Sie hier.

Über die DSH:

Die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) informiert über Unfallgefahren in Heim und Freizeit. Mit ihrer Arbeit will die gemeinnützige DSH dazu beitragen, die hohen Unfallzahlen zu senken: Pro Jahr verunglücken in Deutschland rund 5,9 Millionen Menschen in den vermeintlich sicheren eigenen vier Wänden, bei der Gartenarbeit, beim Heimwerken, beim Sport oder bei anderen Freizeitaktivitäten.

Pressekontakt:

Dr. Susanne Woelk, DSH-Geschäftsführerin.

Tel.: 040 / 29 81 04 62, Fax: 040 / 29 81 04 71,

Mail: s.woelk@das-sichere-haus.de.