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zu verbringen, ist die Nachtpflege. Ge-

meint ist damit die Option, zu Pflegen-

de über Nacht betreuen zu lassen – zu

Hause oder in einer Nachtpflege-Ein-

richtung. Nachtpflege ist somit eine

gute Möglichkeit für berufstätige pfle-

gende Angehörige, auf die nach der

Arbeit eine häusliche Pflegetätigkeit

wartet. Diese Menschen müssen gut

schlafen, um am nächsten Tag wieder

fit zu sein – für den Job, für die eige-

ne Familie, für den zu Pflegenden und

nicht zuletzt auch für sich selbst.

Aber auch Angehörige, die sich tags-

über zu Hause um den Pflegebedürfti-

gen gekümmert haben, profitieren von

freien Abendstunden und ungestörter

Nachtruhe. Das Angebot eignet sich

auch für zu Pflegende, die nachts al-

lein Angst haben, medizinisch oder

palliativ versorgt oder wegen eines

Dekubitus‘ häufig umgelagert werden

müssen.

Nachtpflege außer Haus

Die außerhäusliche Nachtpflege ge-

hört zu den teilstationären Pflegeleis-

tungen. Der pflegebedürftige Mensch

verbringt die Zeit vom späten Nachmit-

tag bis zum darauffolgenden Morgen

in einer Nachtpflegeeinrichtung, meist

ist es der Zeitraum zwischen 18 und 7

Uhr. Leistungen der Grundpflege wie

Hilfe beim Essen und bei der Körper-

pflege sind inklusive, ebenso die Me-

dikamentengabe und das Wechseln

von Verbänden nach ärztlicher Anwei-

sung. Neben der Betreuung ist auch

der Transfer gewährleistet; der Pfle-

gebedürftige wird zu Hause abgeholt

und wieder zurückgebracht.

Nachtpflege zu Hause

Professionelle Pflegekräfte oder eine

ambulante Nachtpflege übernehmen

nachts stundenweise die Aufgaben

eines pflegenden Angehörigen, so

dass Pflegebedürftige, ob allein oder

im Haushalt der Angehörigen lebend,

auch dann versorgt sind, wenn ihre

Angehörigen schlafen.

Gesetzliche Regelungen und

Kosten

Tages- und Nachtpflege sind Leistun-

gen der Pflegeversicherung und in

§ 41 Sozialgesetzbuch Elf geregelt.

Einen Anspruch auf Geld für Tages-

und Nachtpflege haben Betroffene

mit dem Pflegegrad 2 bis 5. Pflegebe-

dürftige mit dem Pflegegrad 1 können

den monatlichen Entlastungsbetrag

(125 Euro) für die Kosten verwenden.

Die Pflegekasse übernimmt die Pfle-

gekosten, darin sind bei teilstationä-

rer Tages- und Nachtpflege auch die

Kosten des Transports von der Woh-

nung zur Einrichtung und zurück ent-

halten. Die Kosten für Unterkunft und

Verpflegung sowie Investitionskos-

ten muss der Pflegebedürftige selbst

tragen.

Leistungen der Tages- und Nachtpfle-

ge können seit 2015 zusätzlich zum

Pflegegeld und zur ambulanten Pfle-

gesachleistung beansprucht werden,

Pflegebedürftige können so Ansprü-

che auf Tages- und Nachtpflege, Pfle-

gegeld und Pflegesachleistung indivi-

duell kombinieren.

Nachtpflege wird kaum genutzt.

Warum?

Eigentlich ein gutes Angebot. Den-

noch wird die Nachtpflege kaum in

Anspruch genommen. Während sich

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Nachtpflege