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Essen auf Rädern – Eine gute Alternative zur

Selbstversorgung

Einkaufen, kochen und abwaschen

passen nicht immer in den Alltag;

ein Menü-Service kann dann eine

Erleichterung sein, insbesondere für

pflegende Angehörige, die berufs-

tätig sind. Essen auf Rädern gibt es

bundesweit von verschiedenen An-

bietern. Ebenso verschieden sind die

Speiseformen, zum Beispiel Gerichte

mit extra vielen Kalorien, für Diabeti-

ker oder für Menschen mit Kau- und

Schluckbeschwerden.

Zutaten und Nährstoffgehalt

Bei der Qualität der Mahlzeiten lohnt

sich genaues Hinsehen. Die Deutsche

Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat

einen Qualitätsstandard für Essen

auf Rädern erstellt. Demnach sollten

Wochenspeisepläne täglich Gemüse

enthalten, wenigstens dreimal als

Rohkost oder Salat. Getreide, Reis,

Kartoffeln, Gemüse und Obst machen

innerhalb des Standards den größten

Anteil aus; Milchprodukte und Fleisch

sind weniger häufig vertreten und Fett

tritt eher in den Hintergrund.

Die DGE hat festgestellt, dass die

Qualität der Speisepläne von Lie-

ferdiensten diesem Standard nicht

immer entspricht. Häufig ist wenig

Gemüse, dafür viel Fleisch im Ange-

bot. Diese Zusammenstellung kann

ernährungsbedingte Erkrankungen

begünstigen. Immerhin gibt es das

Zertifikat „Fit im Alter“, an dem An-

bieter zu erkennen sind, die die Qua-

litätsstandards der DGE einhalten.

Das Logo steht für ein vollwertiges

Verpflegungsangebot mit gutem Kun-

denservice. Wer auf einen bestimm-

ten Lieferservice angewiesen, mit der

Variation der Speisen jedoch nicht

ganz zufrieden ist, kann das Menü

mit Obst oder Salat aufwerten.

Die Preise für den Lieferservice hän-

gen von Region, Anbieter und Menü-

wahl ab. Kommen mehrere Anbieter

in Frage, lohnt sich ein Vergleich. Ver-

tragsdauer, Service und Kosten sind

wichtig, aber auch die Speisenaus-

wahl. Eine ausgewogene Zusammen-

setzung der Gerichte und die Verwen-

dung frischer Zutaten können einen

höheren Preis rechtfertigen.

Zuschüsse durch die Kommune

Essen auf Rädern kann natürlich unab-

hängig von einer Pflegebedürftigkeit

genutzt werden. Unter bestimmten Vo-

raussetzungen ist dann ein Zuschuss

von der Kommune möglich. Der Antrag

erfolgt über die Altenhilfe, das Senio-

renbüro oder das Sozialamt.

Einen Anspruch auf Zuschuss hat, wer

zum Beispiel wegen Krankheit eine

Spezialnahrung benötigt, die finanzi-

ellen Mittel dafür jedoch nicht aufbrin-

gen kann. Auch wer körperlich nicht

mehr in der Lage ist, sich selbst zu ver-

sorgen oder aufgrund der Nutzung ei-

nes Menü-Services nicht in ein Pflege-

heim umziehen muss, hat Chancen auf

Entlastung. Die Höhe der Leistungen

hängt jedoch immer von der Kommune

ab. Auskunft über die mögliche Kos-

tenentlastung können die Menüdiens-

te selbst oder das Sozialamt geben.

Liegt eine Pflegestufe vor, trägt die

Pflegeversicherung die finanzielle

Belastung, wenn die Notwendigkeit

nachgewiesen wird.

Annemarie Wegener

Das Zertifikat „Fit im Alter“ der DGE ist ein

Hinweis auf ein vollwertiges Verpflegungs­

angebot des Lieferdienstes.

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