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MRSA – gefürchteter Krankenhauskeim

„Krankenhauskeim“, „MRSA“. Schon diese Begriffe sorgen bei

vielen Menschen für Unbehagen. Wie riskant sind Krankenhaus-

keime tatsächlich? Und warum sind dieselben Keime für die

einen harmlos, für die anderen aber eine lebensbedrohliche Ge-

fahr? Was sollten pflegende Angehörige beachten?

Die Abkürzung „MRSA“ steht für

M

ethicillin-

r

esistenter

S

taphylococ-

cus

a

ureus. Staphylokokken sind

Bakterien, die sich auf der Haut und

Schleimhaut von Mensch und Tier

befinden. Die Unterart Staphylococ-

cus aureus kommt weltweit bei ei-

nem Viertel bis einem Drittel aller

Menschen vor, ohne dass Beschwer-

den auftreten. Für gesunde Men-

schen stellt der Keim so gut wie kei-

ne Bedrohung dar.

Durch zum Beispiel genetische Mu-

tation kann aus dem Staphylococ-

cus aureus ein MRSA werden. Dieser

ist gegen die gängigen Antibiotika

resistent und damit eine Gefahr für

Krankenhauspatienten, Pflegeheim-

bewohner und immunschwache Men-

schen. Zu ihnen zählen chronisch

Kranke, kürzlich Operierte oder Per-

sonen mit offenen Wunden.

Sie sind gefährdet, wenn der MRSA in

den Körper gelangt. Eine Antibiotika-

Therapie ist sehr schwierig, da der

Medizin nur noch wenige wirksame

„Reserve-Antibiotika“ zur Verfügung

stehen. Der Gesundheitszustand der

bereits immungeschwächten Person

kann sich dramatisch verschlechtern.

Ein MRSA kann aber auch ohne ge-

sundheitliche Folgen für seinen Trä-

ger bleiben. Man spricht dann von

einer „Besiedelung“. Sie kann über

Jahre bestehen, aber auch – be-

kämpft durch das eigene Immunsys-

tem oder eine Antibiotika-Therapie –

wieder verschwinden.

MRSA und häusliche Pflege

Kommt ein Patient mit einem MRSA-

Keim zum Beispiel aus der Klinik

in das häusliche Umfeld zurück,

sind gesunde Angehörige in der

Regel nicht in Gefahr; sie müssen

zu Hause keine besonderen Maß-

nahmen ergreifen. Eine Übertra-

gung des Keims auf Mitmenschen

ist aber dennoch möglich. MRSA-

Betroffene und ihre Pflegeper-

sonen sollten deshalb eine gute

Händehygiene einhalten und zu-

rückhaltend im Körperkontakt mit

immungeschwächten Personen

sein. Bad- und Hygieneartikel soll-

ten pflegende Angehörige nicht mit

MRSA-Betroffenen teilen.

Falls MRSA-Träger erneut ins Kran-

kenhaus kommen oder in ein Heim

umziehen müssen, muss das Per-

sonal frühestmöglich über den vor-

liegenden Keim informiert werden,

auch wenn ein Nachweis bereits

einige Zeit zurückliegt. Das Kran-

kenhaus- und Pflegeheimpersonal

muss auch dann Bescheid wissen,

wenn der pflegende Angehörige ei-

nes MRSA-Trägers selbst dort aufge-

nommen wird.

Dr. Susanne Woelk, DSH

Gut zu

wissen

Tipp

Die Seite

www.mrsa-net.nl

bie-

tet Informationen rund um den

MRSA.

Für eine individuelle Beratung

können Betroffene und ihre An-

gehörigen das örtliche Gesund-

heitsamt oder ihren Hausarzt

aufsuchen.

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Tipps und Hilfen