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Seit fast sieben Jahren pflegt Birgit Schäler

ihren blinden Vater und ist dabei immer

berufstätig geblieben. Der Spagat zwischen

Pflege und Beruf ist jeden Tag eine neue He-

rausforderung, hält aber auch viele schöne

Momente bereit.

Es passiert vor sieben Jahren, aus heiterem Himmel:

Von einem Tag auf den anderen wird der Vater von Bir-

git Schäler zum Pflegefall. Mitte 70 und eigentlich noch

ganz fit, löst eine hypertensive Krise bei ihm einen

Schlaganfall aus. Mit weitreichenden Folgen: Er leidet

nicht nur an Wortfindungsstörungen, sondern auch sein

Kurzzeitgedächtnis ist betroffen. Birgit Schälers Vater

kann sich an Gespräche und Ereignisse selbst aus der

jüngsten Vergangenheit nicht mehr erinnern. Was aber

noch schwerer wiegt: Er erkrankt an einer sogenannten

Rindenblindheit, bei der die Sehrinde im Gehirn durch

eine Durchblutungsstörung zerstört wird. Augen und

Sehnerv bleiben zwar intakt, die Sehreize können aber

nicht mehr weiterverarbeitet werden. Birgit Schälers Va-

ter ist unwiderruflich erblindet.

Wie es so oft der Fall ist, trifft die Situation auch

Birgit Schäler und ihre Familie völlig unvorbereitet: „Es

war für unsere Familie erst mal ein Schock. Man musste

sich um alles kümmern, ich wusste ja von nichts!“, erin-

nert sie sich. Während ihr Vater im Krankenhaus und an-

schließend in einer Rehabilitationsklinik versorgt wird,

fängt für sie die Suche nach Lösungen an. Kurzfristig

wird der lang geplante Auslandsurlaub umgebucht.

Birgit Schäler, die als Ärztin halbtags im Gesundheits-

amt ihrer Heimatstadt arbeitet, stößt bei Arbeitgeber

„Die Lösung ist

immer individuell!“

Birgit Schäler,

pflegende Angehörige und Ärztin

Reportage

7

Beruf und Pflege