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Pflegen lernen per Computer

Wie kann ich meinen Rücken scho-

nen? Auf welche Leistungen der Kasse

habe ich Anspruch? Solche und ähnli-

che Fragen will der Online-Pflegecoach

beantworten. Wie gut ist dieses neue

Angebot?

Wer die Pflege für einen Angehörigen

übernimmt, braucht Know-how und

Unterstützung. Deshalb gibt es bun-

desweit kostenlose Pflegekurse.

Doch offenbar sehen viele Pflegende

keine Möglichkeit, solch einen Kurs zu

besuchen. Deshalb bietet die Ersatz-

kasse DAK seit Herbst 2015 zusätzlich

einen digitalen Pflegekurs an. Er ist

ebenfalls kostenlos für alle gesetzlich

Krankenversicherten und ermöglicht

flexibles Lernen von zu Hause aus.

Das Anmelden geht ruckzuck. Mailad-

resse, Passwort – schon kann es losge-

hen. Die Kapitel sind übersichtlich an-

gelegt, heißen allerdings nicht Kapitel,

sondern Module. Das Navigieren darin

ist ein wenig gewöhnungsbedürftig,

weil man sich durch ein einmal geöff-

netes Modul Schritt für Schritt durch-

arbeiten muss. Es ist nicht möglich,

mittendrin einzusteigen oder etwas zu

überspringen. Das stört insbesondere

dann, wenn man sich nur für einige As-

pekte interessiert. Neben vielen prak-

tischen Tipps zeigen insgesamt 45 Vi-

deos, worauf es in der Pflege ankommt.

Leider wurde hier aber nicht immer

genau genug hingeschaut. Ein Pfleger

etwa zeigt, wie man einen Pflegebedürf-

tigen auf die Seite dreht, und schiebt

dafür seinen Arm unter ihn – allerdings

vergisst er, vorher seine Armbanduhr

abzunehmen. Das kann schmerzhafte

Folgen haben. Und: Der Hinweis, dass

Schmuck und Ähnliches vor solchen

Handgriffen abgelegt werden müssen,

ist ein Grundprinzip

in der Pflege. Weiterer

Kritikpunkt: Die Spra-

che ist oft nicht sehr

einfühlsam. So wird im

Kursteil „Für sich selbst

sorgen“ formuliert, dass man sich Zeit

für sich selbst reservieren „muss“,

sonst werde man bald „ausgelaugt,

enttäuscht und unglücklich sein“.

Selbst wenn das inhaltlich korrekt sein

mag, klingt es auf diese Weise eher be-

drohlich als unterstützend.

Trotz dieser Schwächen ist der On-

line-Kurs informativ und eine Alter-

native für alle, die keinen Pflegekurs

vor Ort besuchen können. Bei dieser

Form des Lernens entfällt allerdings

das Üben unter fachlicher Anleitung

und der direkte Austausch mit ande-

ren Pflegenden.

„Wir sind mit der Resonanz auf das

neue Angebot zufrieden“, sagt DAK-

Pressesprecherin Nina Osmers, will

aber keine konkreten Nutzerzahlen

nennen. Das Forum, das den Aus-

tausch untereinander ermöglichen

sollte, wurde bisher noch nicht freige-

schaltet.

Den Online-Pflegekurs hat die

Berliner Agentur Töchter und

Söhne entwickelt und bereits

imMärz 2015 unter dem Namen

„curendo“ ins Netz gestellt. Er ist

mit dem DAK-Angebot identisch,

liefert allerdings keine Videobei-

spiele und kostet 99 Euro.

D

D

Den Online-Pflegekurs finden Sie

unter:

www.dak.de/pflegecoach

Gute Seiten

im Netz

Palliativmediziner unterstützen

unheilbar Kranke dabei, ihre letz-

ten Monate, Wochen und Tage mit

einer möglichst hohen Lebens-

qualität selbstbestimmt zu erle-

ben. Wer die Unterstützung dieser

Fachärzte und -ärztinnen braucht,

ist auf schnelle und zuverlässige

Informationen angewiesen. Dar-

um hat die Deutsche Gesellschaft

für Palliativmedizin ein Online-

Portal eingerichtet, das benötigte

Auskünfte sofort liefern kann. Auf

www.wegweiser-hospiz-palliativ-

medizin.de

sind alle Einrichtun-

gen der Palliativ- und Hospizver-

sorgung mit aktuellen Angeboten

und Adressen aufgelistet – benut-

zerfreundlich und unkompliziert.

Auf die Seite

www.zqp.de

stößt

man eher durch Zufall. Die Buch-

stabenfolge der Seite

www.zqp.de

verrät (auf den ersten Blick) nicht

viel. Dahinter verbirgt sich die

Stiftung „Zentrum für Qualität in

der Pflege“, die hier neueste Infor-

mationen zum Thema Pflege bün-

delt. Es werden zum Beispiel die

unterschiedlichen Siegel in der

Altenpflege vorgestellt, politische

Entscheidungen eingeordnet und

es gibt jede Menge Tipps für pfle-

gende Angehörige – verständlich,

übersichtlich, hilfreich.

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