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Kurzzeitpflege auch ohne Pflegestufe?

Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe, das

ist seit Anfang 2016 möglich. Aller-

dings nur unter strengen Vorausset-

zungen. Dennoch wurde dadurch

eine Versorgungslücke für Menschen

geschlossen, die wegen eines Unfalls

oder einer schweren Krankheit kurz-

fristig Pflege brauchen und nicht zu

Hause versorgt werden können.

Patienten, Angehörige, aber auch

Ärzte kennen das Dilemma: Ein äl-

terer Mensch könnte aus dem Kran-

kenhaus entlassen werden, aber

ganz allein kommt er noch nicht

zurecht. Wenn sich dann kein Fami-

lienmitglied kümmern kann, ist die

Frage: Wie soll das gehen? Wo könn-

te er sonst hin?

Seit Anfang des Jahres gibt es eine

neue Antwort auf diese Fragen.

Denn nun können Menschen, die

kurzfristig Pflege brauchen und kei-

ne Pflegestufe haben, auch eine

Kurzzeitpflege in Anspruch neh-

men – als sogenannte Übergangs-

pflege. Voraussetzung ist, dass die-

se Pflege unbedingt notwendig und

eine Betreuung im häuslichen Um-

feld unmöglich ist.

Maximal vier Wochen pro Kalender-

jahr werden bezuschusst. Dieser Zu-

schuss kommt von der Krankenkasse

und nicht – wie bei einer Kurzzeitpfle-

ge mit Pflegestufe – von der Pflege-

kasse. Wobei die Krankenkasse nicht

die kompletten Kosten für die Kurz-

zeitpflege übernimmt. Sie erstattet

grundsätzlich nur bis zu 1.612 Euro

für die pflegebedingten Kosten. Alles

andere, etwa Kosten für Zimmer und

Verpflegung, muss vom Patienten

selbst getragen werden. Da die Pfle-

geeinrichtungen sehr unterschiedli-

che Sätze berechnen, ist es ratsam,

sich vorab genau darüber zu infor-

mieren, welche finanzielle Belastung

auf einen zukommt, wenn man diese

Leistung in Anspruch nehmen würde.

Beantragt wird die Kurzzeitpflege

ohne Pflegestufe bei der Kranken-

kasse. Wenn diese Form der Über-

gangspflege direkt nach einem

Klinikaufenthalt notwendig wird,

übernimmt dies oft schon der Sozi-

aldienst des Krankenhauses. Aber

auch der Patient selbst, Angehörige

oder ein Pflegedienst können den

Antrag stellen.

Im Urlaub gesetzlich unfallversichert?

Die Urlaubszeit naht. Zur Vorfreude

gesellen sich Vorbereitungen. Auch

die Frage nach dem Versicherungs-

schutz muss geklärt werden. Gut zu

wissen: Angehörige, die mit einem

Pflegebedürftigen verreisen, stehen

in den Ferien unter dem Schutz der

gesetzlichen Unfallversicherung,

wenn sie sich während einer Pflege-

tätigkeit verletzen – und dies kos-

tenfrei und ohne Anmeldung. In sol-

chen Fällen trägt die Unfallkasse die

Kosten für medizinisch notwendige

Heilbehandlungen und Therapien.

Wichtig ist allerdings, dass dem Arzt

gleich nach dem Unfall genau ge-

schildert wird, wie es zu der Verlet-

zung kam, und dass sie bei der Pfle-

ge geschehen ist. Denn der Schutz

der Unfallversicherung gilt nicht

„rund um die Uhr“, sondern nur

während der Ausübung der Pflege.

Deshalb sollte vor Reiseantritt ge-

klärt werden, ob ein ausreichender

Versicherungsschutz besteht oder

Zusatzversicherungen ratsam wä-

ren – auch für die pflegebedürftige

Person. Denn für sie gilt der Schutz

der gesetzlichen Unfallversicherung

grundsätzlich nicht.

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Magazin für pflegende Angehörige