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Entspannung mit Qigong

Entspannung mit Qigong

Entspannungstechniken wie Yoga, Thai Chi (Taijiquan)

oder Qigong können helfen, abzuschalten und zur Ruhe

zu kommen. Aus der Vielfalt der Methoden die passen-

de für sich zu finden, ist gerade im Pflegealltag, wo die

Zeit knapp ist, nicht leicht. Erste Informationen bieten

Bücher, Videos oder das Internet. Qigong ist vergleichs-

weise leicht zu erlernen. Die rund 3.000 Jahre alte chi-

nesische Meditations- und Bewegungsform zielt darauf

ab, körpereigene Kräfte und Energien – das Qi – zu

aktivieren und zu lenken. Blockaden sollen gelöst wer-

den, damit sich ein harmonisches körperliches und

seelisches Gleichgewicht einstellen kann.

Qigong-Übungen sind vielseitig. Sie beginnen meist

mit dem Erwärmen von Gelenken und Muskeln. Es

schließen sich Übungen in Form langsamer, fließender

Bewegungen im Stehen oder auch im Sitzen an, die

von einem gezielten, entspannenden Atemrhythmus

begleitet werden. In vielen Qigong-Formen werden Be-

wegungen mehrfach wiederholt oder aneinanderge-

reiht, etwa die „Acht weichen Brokate“. Ihre Übungen

können zum Beispiel die Rückenmuskulatur kräftigen,

Schultern und Nacken lockern sowie Nieren und Be-

cken wärmen. Es gibt auch Übungen mit stärker medi-

tativem Charakter, die Energieflüsse im Körper einzig

durch bestimmte Körperpositionen oder das gezielte

Einsetzen der Wärme der Handinnenflächen anregen.

Wie gesagt – die Bandbreite ist groß.

Grundkurse zum Einstieg

Einen guten Einstieg in das Qigong bieten Grundkurse

mit acht bis zehn Einheiten, die zum Beispiel in Sport-

vereinen, an Volkshochschulen oder von Krankenkassen

angeboten werden. „Das Gruppenerlebnis ist motivie-

rend, und gerade am Anfang ist es nicht verkehrt, wenn

jemand bei den Übungen draufschaut und Fehlhaltun-

gen korrigiert“, sagt Ralf Jakob von der Deutschen Qi-

gong Gesellschaft. Er empfiehlt, einen Kurs bei einem

von einer Krankenkasse zertifizierten Trainer zu wählen.

Das ist nicht nur eine Qualitätsgarantie, sondern auch

die Voraussetzung dafür, dass die Kasse einen Teil der

Kosten erstattet oder Bonuspunkte gibt. Für die Dauer

des Kurses können pflegende Angehörige bei ihrer Pfle-

gekasse Verhinderungspflege beantragen oder die Ver-

sorgung des Pflegebedürftigen mithilfe niedrigschwel-

liger Betreuungsangebote sicherstellen.

Dauerhaftes Entspannungsprogramm

für zu Hause lernen

Ziel des Kurses ist, mit den erlernten Übun-

gen zuhause dauerhaft ein individuelles

Entspannungsprogramm zu gestalten. „Am

besten wäre, wenn man täglich Zeit für Qi-

gong einplant“, rät Ralf Jakob. „Man kann

zum Beispiel in nur zehn Minuten einfach die

Übungen machen, die man im Einführungs-

kurs als am angenehmsten empfunden hat.“

Vorbereitungen oder Hilfsmittel sind dafür

nicht notwendig, es genügt ein Raum, der

ruhig und nicht zu eng möbliert ist. Ein wei-

cher Teppichboden beugt kalten Füßen vor;

bequeme, weite Kleidung ist sinnvoll.

Vor dem Üben sollte der Raum gut durchlüftet werden.

Meditative Musik kann bei der Entspannung helfen,

aber, je nach Typ, auch als störend empfunden werden.

Schließlich ist ein wesentliches Kennzeichen von Qi-

gong, dass man sich auf sich selbst konzentriert. „Ein

wichtiger Teil der Entspannung besteht darin, zu sich

selbst zu kommen und zu erspüren, wie sich eine Be-

wegung anfühlt und was sich durch diese Bewegung

im Körper verändert hat“, beschreibt Ralf Jakob.

Weitere Informationen sowie Listen mit zertifizierten

Kursen gibt es bei den Fachgesellschaften:

Deutscher Dachverband für Qigong und Taijiquan e.V. –

www.ddqt.de

Deutsche Qigong Gesellschaft e. V. –

www.qigong-gesellschaft.de

Medizinische Gesellschaft für Qigong Yangsheng e.V. –

www.qigong-yangsheng.de