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auf umfangreiche und transparente Information und

Beratung ebenso Wert zu legen wie auf gute, auch

persönliche Erreichbarkeit sowie Zahlung des Mindest-

lohns.

Am Ende einer erfolgreichen Vermittlung steht ein

Dienstleistungsvertrag zwischen dem Entsendeunter-

nehmen und dem deutschen Auftraggeber. Da Letzte-

rer gegenüber der Betreuungskraft nicht weisungsbe-

fugt ist, müssen in diesem Dienstleistungsvertrag alle

Details stehen, die dem Auftraggeber wichtig sind.

Dazu gehört neben konkreten Regelungen für Ausfall-

zeiten auch, dass die Dauer der Beschäftigungsinter-

valle beschrieben wird. Nach der EU-Entsendericht­

linie dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines

im EU-Ausland ansässigen Unternehmens maximal

183 Tage im Jahr in Deutschland tätig sein. „Ziel und

Wunsch der Familien ist, dass sich zwei Betreuungs-

kräfte die Versorgung teilen“, sagt Bohl. „Dabei haben

sich unterschiedliche Wechselrhythmen von ein bis

drei Monaten eingebürgert.“

Der deutsche Auftraggeber ist beim Entsendemodell

von vielen Organisations- und Verwaltungsaufgaben

entlastet. Er erfährt allerdings wenig bis nichts darü-

ber, wie verantwortungsbewusst die Entsendefirma

mit ihren Angestellten umgeht.

Die Betreuungskraft in das

Versorgungsnetzwerk einbinden

Bevor ein Anstellungs- oder Dienst-

leistungsvertrag unterzeichnet wird,

muss es einen direkten persön­

lichen Kontakt mit der Bewerberin

oder dem Bewerber geben, mindes-

tens also ein ausführliches Telefo-

nat. „Dies ist immer noch die beste

Möglichkeit, sich einen Eindruck

von den Sprachkenntnissen zu ma-

chen. Denn gute Deutschkenntnis-

se sind eine Grundvoraussetzung

für eine bestmögliche Versorgung

und für die Kommunikation mit al-

len am Versorgungsprozess betei-

ligten Personen. Dazu gehören am-

bulante Pflegedienste, Ärzte und

Physiotherapeuten“, sagt Christian

Bohl. Die Zusammenarbeit im Netz-

werk ist nicht nur mit Blick auf die

gesetzlichen Arbeitszeitvorschrif-

ten unumgänglich. Die Betreuungskraft allein kann

die Versorgung eines Pflegebedürftigen nicht sichern.

„In der Regel handelt es sich nicht um eine ausgebil-

dete Pflegekraft“, sagt Verbraucherschützerin Grote.

„Ein ambulanter Dienst ist in vielen Fällen, vor allem

bei dementieller Erkrankung, sehr wichtig.“ Je nach

Situation im Haushalt ist auch die Kombination mit

Tagespflege eine Überlegung wert.

Hilfe aus Osteuropa

Weitere Informationen

Wegweiser „Hilfe rund um die Uhr“

bei

der Verbraucherzentrale NRW,

www.vz-nrw.de

unter Eingabe

des Titels in die Suchmaske.

Broschüre „Vermittlung von

europäischen Haushaltshilfen“

der Bundesagentur für Arbeit

unter Eingabe des Titels auf

www.arbeitsagentur.de

.