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gebastelt. Wenn er mit dem Rollstuhl unterwegs ist,

hat er den Spitz im Korb dabei. Andere Menschen auf

der Straße sprechen ihn darauf an, es entstehen neue

Kontakte. Und wenn er auf dem Sofa sitzt, liegt der

Hund neben ihm und beide sind zufrieden.“

Fürsorge wird geweckt

Als größten positiven Effekt bezeichnet der Fachmann

das Fürsorgeverhalten, das der Hund in Harald Späth

geweckt hat. „Er fühlt sich verantwortlich und wird da­

durch motiviert, aktiv zu werden – nicht nur geistig und

emotional, sondern auch körperlich. Selbst wenn es im

Rollstuhl schwerfällt, fühlt sich der Mann zuständig,

Leckerli zu geben oder den Wassernapf zu füllen und

bereitzustellen. Wenn der Hund zum Tierarzt muss,

macht sein Besitzer alles Erdenkliche möglich, um da­

bei zu sein.“ Auch die Frau von Harald Späth bereut es

nicht, den Vierbeiner aufgenommen zu haben. Zum ei­

nen ist sie an Tierpflege gewöhnt. Zum anderen teilt sie

sich den Mehraufwand mit ihren erwachsenen Kindern.

Hunde und Co. in der häuslichen Pflege

Harald Späth* war sein Leben lang ein Tierfreund, hatte

immer einen Hund. Nach einem Unfall ist er an den

Rollstuhl gefesselt und wird von seiner Frau gepflegt.

Den Schäferhund, ein jahrelanges Familienmitglied,

mussten die Späths schweren Herzens weggeben, da

sie dem großen Tier nicht mehr gerecht werden konn­

ten. „Nicht nur große Hunde sind in einer solchen

Situation eher ungeeignet“, erklärt Elke Müller vom

Dachverband für Haustierverhaltensberatung in Euro­

pa. Auch die Rasse spiele eine Rolle. „Ein Terrier zum

Beispiel ist sehr eigenständig und fordert viel Aufmerk­

samkeit. Ein genügsamer Golden Retriever hingegen,

ein ruhiger Labrador, ein Collie oder ein intelligenter

Pudel ist sicherlich eine bessere Wahl.“ Die Späths

haben sich für einen kleinen Spitz entschieden.

Rainer Wohlfahrt, Präsident der European Society of

Animal-Assisted Therapy, beobachtet fasziniert, was

der Hund für Harald Späth bedeutet. „Der Mann war

früher Tischler. Jetzt hat er für den Spitz trotz seiner

begrenzten körperlichen Möglichkeiten ein Türchen

Hunde und Co. in der häuslichen Pflege

Immer mehr Seniorenheime integrieren Hunde, Katzen, Vögel oder Fische in die

Betreuung. Auch in der häuslichen Pflege lassen sich die positiven Effekte von

Haustieren für einen Pflegebedürftigen nutzen.

Bevor ein tierischer Mitbewohner einzieht, muss jedoch bedacht werden, welchen

Aufwand er mit sich bringt und wie dieser geleistet werden kann.