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lassen“, sagt die Psychologin. Die Auszeiten können

ganz vielfältig und bunt sein, etwa positive Kontakte

übers Telefon, ein leckeres Essen oder auch eine

schöne Tätigkeit. Fantasiereisen bieten die Möglich­

keit, sich in Gedanken wegzubewegen, ohne das Haus

zu verlassen. „Wir fragen Ratsuchende gerne, was ih­

nen spontan einfällt, was sie früher gerne gemacht

haben“, sagt Wolf. Impulse von außen sind eine zu­

sätzliche Motivation. „Freunde oder Familienangehö-

rige können sich zusammentun und zwei Karten fürs

Kino oder fürs Theater besorgen. Einer begleitet den

pflegenden Angehörigen, der andere kümmert sich

derweil um den Pflegebedürftigen“, schlägt Schumann

vor. Oder man verabredet sich zu gemeinsamen Spa­

ziergängen. „Gerade im Frühjahr und Sommer sollte

man die schönen Tage nutzen, um im Freien Kraft zu

tanken.“ Die lebendige Aufbruchsstimmung in der

Natur kann durchaus ansteckend wirken.

Den Frühling ins Haus holen

Wird der Frühling ins Haus geholt, können sich der

pflegende Angehörige und der Pflegebedürftige gemein­

sam daran erfreuen. Dazu braucht es nicht viel; schon

ein paar Blumen bringen Frische, Farbe und Duft in die

Wohnräume. „Es muss gar kein aufwändiger Strauß

sein. Schon ein Bund Tulpen oder Osterglocken kann

Frühlingsgefühle wecken“, sagt Ursula Lenz von der

Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisa-

tionen (BAGSO) in Bonn. Länger haltbar sind Früh-

jahrsblüher im Topf. Ihre Wirkung lässt sich durch

die Raumdekoration unterstreichen. „Wenn möglich,

kann man gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen

den Winterschmuck wegräumen und die Räume neu

gestalten. Besonders wichtig ist jetzt die Farbe Grün“,

betont Lenz. Sie steht für Leben und vermittelt gleich­

zeitig Augenruhe. Der freie Blick in den Garten oder

auf den Balkon ist deshalb auch eine besondere Wohl­

tat. „Es lohnt sich durchaus, einmal prüfend aus den

Fenstern zu schauen und den Lieblingssessel dann

vielleicht auch umzustellen. So werden die Jahreszei­

ten auch von drinnen gut erlebbar“, schlägt Lenz vor.

„Auch schöne Klänge unterstreichen die Frühlingsat-

mosphäre. Wenn es draußen wärmer wird, lassen weit

geöffnete Fenster oder Balkontüren munteres Vogel-

gezwitscher in die Räume. Musik ist ebenfalls ein be­

währter Stimmungsaufheller, denn viele ältere Men­

schen reagieren positiv auf jahreszeitliche Musik und

Lieder, weil sie viele Melodien aus ihrer Kindheit wie­

dererkennen. Das vermittelt Geborgenheit und Wohl­

befinden.“

Kleine Freuden im Pflegealltag