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Grundsätzlich nicht – sagen überein-

stimmend Experten wie Ina Baumann,

Verkehrspädagogin bei der Rheinbahn

AG in Düsseldorf, oder Tilman Wagen-

knecht, Geschäftsführer von Bus & Bahn

Thüringen. Sie empfehlen generell, die

Fahrt gut vorzubereiten. Dazu zählt

schon das rechtzeitige Losgehen von

zu Hause, damit genügend Zeit für ei-

nen eventuell notwendigen Umweg zur

nächsten Ampel bleibt, um die Straße

dann sicher zu überqueren.

Ina Baumann rät speziell Rollatoren-An-

fängern darüber hinaus zu einer fach-

kompetenten Beratung beim Kauf und

zu einem Rollatoren-Training, das von

vielen Verkehrsunternehmen angeboten

wird. Denn „Rollator-Fahren will gelernt

sein, wie Fahrradfahren auch“.

Barrierefreiheit ist gesetzlich

festgeschrieben

Für TilmanWagenknecht sind Busse und

Bahnen „die mit Abstand sichersten Ver-

kehrsmittel“. Das zeige die amtliche Un-

fallstatistik seit Jahrzehnten. Und „da das Erreichen der Barrie-

refreiheit im öffentlichen Personennahverkehr mittlerweile ge-

setzlich geregelt ist, wird überall ausgebaut und der Service

stetig verbessert“. In Thüringen wie auch im Rheinland wird die

Erhöhung von Sicherheit und Komfort an der steigenden Zahl

von Niederflurbussen und -bahnen sichtbar, die meist einen

stufenfreien Ein- und Ausstieg mit Rollstuhl oder Rollator er-

möglichen.

Sicher ein- und aussteigen mit dem Rollator

Beim Einsteigen erst die Vorderräder des Rollators, dann

die Hinterräder ins Fahrzeug schieben. Dann steigen Sie

selbst hinterher.

Beim Aussteigen ist es genau andersherum, wenn der Bus

oder die Bahn höher liegt als die Haltestellenkante: Gehen

Sie rückwärts aus dem Fahrzeug und holen den Rollator

nach.

Suchen Sie sich einen Platz in Fahrtrichtung in der Nähe

der Türen.

Benutzen Sie Ihren Rollator während der Fahrt nie als Sitz:

Wird abrupt gebremst, kann es gefährlich werden.

Senioren sicher unterwegs

in Bus und Bahn

Jeder Mensch möchte bis ins hohe Alter mobil und unabhängig sein. Für Senioren sind neben dem eige-

nen Fahrzeug Busse und Bahnen wichtige und häufig genutzte Transportmittel. Was aber, wenn der Rol-

lator zum ständigen Begleiter wird, weil die körperliche Kraft nachlässt? Ist dieses Hilfsmittel dann eher

ein Hindernis, das die Benutzerinnen und Benutzer in ihrem Radius einschränkt?

Die Feststellbremsen müssen während der Fahrt angezogen

sein und erst wieder gelöst werden, wenn das Fahrzeug steht.

Achten Sie auf die Haltestellen, damit Sie sich rechtzeitig

auf den Ausstieg vorbereiten können. Drücken Sie die Halte-

wunschtaste – am besten die mit dem Rollstuhl-Symbol –

und geben Sie anderen Fahrgästen Bescheid, dass Sie aus-

steigen wollen. Aber: Stehen Sie erst auf, wenn das Fahr-

zeug an der Haltestelle zum Stillstand gekommen ist.

Helfen oder nicht helfen? Fragen!

Andere Fahrgäste müssen nicht tatenlos zusehen, wenn ältere

Menschen Schwierigkeiten beim Ein- oder Aussteigen haben.

Am einfachsten ist es zu fragen, ob Hilfe benötigt wird. Nicht

jeder mag es, wenn der Rollator ungefragt in den Bus gehoben

oder Einkaufstaschen abgenommen werden. Verständnis und

Geduld sind für alle Fahrgäste das A und O. Eine freundliche

Geste kann auch darin bestehen, dass ein Fahrgast einem an-

deren, der mit dem Rollator einsteigt, seinen Sitzplatz anbietet.

Von Annemarie Wegener, Referentin für Sicherheit und Gesundheit

bei der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), Hamburg.

Verkehrssicherheitstraining

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

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Senioren