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Brenzlig?

Her mit dem richtigen Feuerlöscher

Eine ordentliche LadungWasser, eine große Decke oder

Schaum aus der Sprühdose – es gibt viele Mittel, um kleine

Brände zu löschen. Die schnelle und richtige Reaktion kann

große Schäden und schlimme Verletzungen verhindern.

Der Griff zum falschen Löschmittel kann jedoch lebens­

gefährlich sein.

Brennende Adventskerzen,Weihnachtsbäume im Lichterglanz,

Töpfe auf dem heißen Herd – ein paar Minuten ohne Aufsicht

reichen aus, um ein Feuer zu entfachen, das sich inWindeseile

ausbreitet. Ein trockenes Adventsgesteck oder eine nicht mehr

ganz so frische Tanne brennt besonders schnell. Im Advent und

in der Weihnachtszeit schnellt die Zahl von Bränden, Unfällen

und Schäden rasant nach oben. Im Vergleich zu den übrigen

Wintermonaten nehmen, so der Gesamtverband der Deutschen

Versicherungswirtschaft (GDV), die Feuerschäden um ein Drit-

tel zu. Mehr Umsicht hilft, das zu vermeiden.

Wasser nie auf Fett

Brennt das Adventsgesteck? Oder hat sich das heiße Öl im

Kochtopf entzündet? Egal. Schnell Wasser drauf. Nein! Stop!

Brände dürfen nicht alle auf die gleicheWeise gelöscht werden.

„Für einen Fettbrand ist Wasser vollkommen ungeeignet“,

betont der Leitende Branddirektor Karl-Heinz Knorr aus Bremen.

Laut Knorr, der auch Vizepräsident des Deutschen Feuerwehr­

verbandes (DFV) ist, führt das zu einer Fettexplosion. Er warnt:

„Dabei gibt es schnell mal eine fast ein Meter hohe Stich-

flamme. Das kann zu schweren Verletzungen führen.“ Am bes-

ten sei es, den Brand zu ersticken, wenn die Pfanne oder der

Fondue-Topf in Flammen steht. Wenn möglich, sollte einfach

der Deckel daraufgelegt werden. Auch eine Haushaltlöschdecke

sei, so Knorr, bei einem entstehenden Brand sinnvoll. Anders

als eine normale Decke besteht eine Löschdecke aus feuerfes-

tem Glasfasergewebe, das hohen Temperaturen standhält.

Feuerlöscher sind auch eine Möglichkeit – allerdings eher

theoretisch, denn in kaum einem Privathaushalt ist ein solches

Gerät vorhanden.

Schaum aus der Dose ist

effektiv und sicher

„Feuerlöschspraydosen, die man im-

mer griffbereit im Küchen- oder

Wohnzimmerschrank haben sollte,

sind dagegen bei entstehenden

Bränden das Mittel der Wahl“, sagt

Karl-Heinz Knorr. Das handliche

Spray gibt es mit verschiedenen

Füllmengen, mit unterschiedlichen

Sprühdüsen, Inhalten und Brand­

klassen. Es versprüht Schaum. Damit

können selbst ungeübte Personen

schnell, effektiv und sicher kleine

Brände bekämpfen. Vom Einsatz

eines Pulverlöschers, um den bren-

nenden Adventskranz oder Weih-

nachtsbaum zu löschen, rät der Feu-

erwehrchef eher ab: „Das ist nichts

für Haushaltsbrände. Das Feuer ist

zwar gelöscht, aber die Folgeschäden

sind groß, denn das Pulver dringt in

jede Ritze der Wohnung ein.“

Schnelle Reaktion ist entscheidend

Wichtig: Je schneller man reagiert, desto größer ist die Chance,

den Brand selbst in den Griff zu bekommen. Nach einer halben

Minute ist es meist zu spät. Der Brand

setzt dann so viel Rauch und Kohlen-

monoxid frei, dass Erstickungsgefahr

besteht. Nur zwei Atemzüge reichen, um

bewusstlos und damit handlungsun­

fähig zu werden. Ist der Brand in Gang,

geht es deshalb darum, sein Leben zu

retten. Bei der schnellen Flucht sollte

man sich die Zeit nehmen, hinter sich

die Tür zu schließen. „Unsere Erfahrung

zeigt, dass eine Zimmertür bis zu einer

halben Stunde Feuerwiderstand leisten

kann“, so der Feuerwehr-Experte. Damit

können Brand und Rauch bis zum Ein-

treffen der Feuerwehrleute zumindest

auf einen engeren Bereich begrenzt

werden.

Adrienne Kömmler, freie Journalistin, Berlin.

Trockene Adventskränze sind leicht entflammbar.

Feuerlöschspraydosen

sind geeignet für den

Innenraum.

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

4 /2016

Haushalt