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Dämmerung oder Dunkelheit, aber auch bei Nebel und Regen

besser sehen können und – wichtig! – von anderen Verkehrs­

teilnehmern frühzeitig gesehen werden. Gesetzlich vorge­

schrieben ist ein ganzes Set an Leuchten und Reflektoren: je ein

weißer Frontscheinwerfer und ein rotes Rücklicht, je zwei gelbe

Speichenreflektoren pro Rad oder alternativ weiße Reflektor­

streifen, je zwei gelbe Rückstrahler pro Pedal, ein weißer Reflek-

tor vorne, ein roter Großrückstrahler und ein kleiner roter Rück-

strahler hinten. Alle Einzelteile der Lichtanlage müssen sauber

sein und zuverlässig funktionieren. „Mit einem witterungsun-

abhängigen Nabendynamo und LEDs ist man auf der sicheren

Seite“, sagt der ADFC-Experte. Sämtliche Kabel der Lichtanlage

müssen intakt und fest an Dynamo und Lampen befestigt sein.

Bequem und sicher unterwegs in atmungsaktiver,

auffälliger Kleidung

Auch an die Kleidung werden imWinter besondere Anforde­

rungen gestellt. Durch die Bewegung entwickelt der Körper

einiges an Eigenwärme; optimal ist deshalb eine atmungsak-

tive Oberbekleidung. Sie muss gleichermaßen winddicht und

wasserabweisend sein sowie Bewegungsfreiheit bieten.„Helle

Kleidung und retroreflektierende Materialien erhöhen die Sicht­

barkeit“, erläutert Welf Stankowitz.Wer nicht gleich eine Jacke

mit eingearbeiteten Reflektorstreifen kaufen will, kann Reflex­

bänder oder eineWarnweste überstreifen.

Jacken müssen so geschnitten sein, dass die Kapuze das Blick­

feld nicht einschränkt. Brillenträgern sichert eine Baseballkap­

pe mit Schirm die Sicht.„Solche Kappen passen durchaus unter

den Helm“, betont René Filippek. Antibeschlag-Tücher sollten

greifbar in der Jackentasche stecken. Fehlen nur noch warme,

wasserabweisende Handschuhe, die ausreichend Gefühl zum

Schalten und Bremsen lassen, sowie ein Helm, der sich ebenso

wie die Kleidung durch auffällige Farben und Reflexflächen aus­

zeichnen sollte.

Ein Helm muss auch imWinter fest sitzen. Das kann knifflig

werden, wenn kalte Luft empfindlich durch die Lüftungsschlit­

ze zieht und man am liebsten eineWollmütze unter demHelm

tragen würde. Da herkömmliche Mützen aber meist zu dick

sind, greifen Winter-Radler am besten zu einer dünnen, spe­

ziellen Helmmütze.

Fahrverhalten anpassen

ImWinter kommt es nicht zu wesentlich mehr Unfällen zwi­

schen Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern als im

übrigen Jahr, so ADFC-Experte Fillipek. „Es gibt jedoch gehäuft

Alleinunfälle, bei denen ein Radfahrer stürzt oder die Reifen

nicht greifen.“ Schmutz und Laub, Schnee und Eis können

wie Schmierseife wirken und den Radler leicht zu Fall bringen.

Besonders tückisch ist überfrorene Nässe.

Das Fahrverhalten muss an diese widrigen Bedingungen ange­

passt sein.„Fahren Sie insgesamt langsamer, bremsen Sie früh­

zeitig und nicht so stark, treten Sie vorsichtig an und lenken Sie

nicht abrupt ein“, rät der DVR-Fachmann. Großzügiger Sicher­

heitsabstand, deutlich sichtbare Handzeichen, defensive Fahr­

weise und eine gesunde Angst vor Bussen und LKWs sind an­

gesagt. Im Zweifel ist das Auto stärker und der Körper des

Radfahrers weitgehend ungeschützt vor Blessuren.

Besondere Vorsicht ist auf Brücken, in lange abgeschatteten

Bereichen und in Kurven geboten. „Radwege werden imWin­

ter oft stiefmütterlich behandelt, was die Reinigung angeht.

Dann sind sie nicht benutzungspflichtig. Auf der normalen

Fahrbahn ist man jetzt oft sicherer unterwegs“, erklärt der

Experte vom ADFC. Ausnahmsweise darf der Sattel imWinter

wenige Zentimeter abgesenkt werden. „Das ist zwar ergono­

misch und im Blick auf den Kraftaufwand nicht ideal, hat aber

den Vorteil, dass man mit den Füßen im Notfall schnell auf

der Erde ist und sicheren Halt findet“, sagt Welf Stankowitz.

Und wenn man doch mal unversehens auf einer vereisten

Fläche landet? Dann einfach das Rad ausrollen lassen, nicht

lenken und nicht bremsen.

Bei extremer Witterung lieber ohne Fahrrad

Kleine Kinder kommen am besten in den warm gepolsterten

Hänger. Dank der beiden parallelen Räder liegt er stabil auf der

Fahrbahn. Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene hingegen

können – gut gerüstet und sehr vorsichtig – bei nahezu jeder

Witterung Rad fahren, so die beiden Experten. Bilden sich aller-

dings bei dichtem Schneefall in kurzer Zeit hohe Schneedecken

oder ist Blitzeis angesagt, bleibt das Gefährt besser stehen.

Von Eva Neumann.

roter Reflektor

Helm in leuchtenden

Farben

mindestens zwei Seitenreflektoren am Vorder- und Hinterrad und/oder

umlaufende weiße Reflektorstreifen an den Reifen

rote Schlussleuchte

Nabenynamo

zwei Bremsen

Klingel

weißer

Frontscheinwerfer

mit integriertem

Reflektor

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

4 /2016

Freizeit