Previous Page  11 / 16 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 11 / 16 Next Page
Page Background

Weitere Informationen finden Sie in zwei neuen Broschü-

ren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,

die kostenlos erhältlich sind:

Gleichgewicht & Kraft, Einführung in die Sturzprävention

und „

Gleichgewicht & Kraft – Das Übungsprogramm – Fit

und beweglich im Alter

“.

Die Broschüren können Sie bestellen

per Post an: BZgA, 50819 Köln;

per Fax an:

0221 / 8 99 22 57,

oder per E-Mail an:

order@bzga.de

.

Telefonische Bestellungen sind nicht möglich.

Außerdem finden Sie auf der Webseite der Zentralen

Prüfstelle Prävention alle von den Krankenkassen ge-

prüften Präventionsangebote in Deutschland. Mehr als

200.000 Kurse für Senioren sind hier bereits gelistet:

http/

/www.zentrale-pruefstelle-praevention.de

Informationen

Das Interview führte Elisabeth Hübner, Journalistin, Hamburg.

Welche wären das zum Beispiel?

Normalerweise organisieren wir uns unser Leben ja mög-

lichst bequem.Wir können es uns mit kleinen Tricks aber

auch extra etwas unbequemer gestalten.Wir können bei-

spielsweise auf einem Bein die Zähne putzen.Wenn Sie das

zweimal am Tag machen, haben Sie schon einen Trainings­

effekt. Oder Sie stellen die Lieblingstassen in das unterste

Küchenregal, und absolvieren auf dieseWeise schon bei

jedem Herausholen automatisch Kniebeugen. Auch solche

kleinen Übungen bringen eine Menge.

Und was empfehlen Sie älteren Menschen, die zusätzlich

etwas für sich tun möchten?

Alle Formen des Tanzens, egal ob Seniorentanz oder Tango,

stimulieren das Gleichgewicht und die Muskeln. Langsame

Bewegungsformen wie Qigong oder Tai-Chi trainieren eben-

falls die Balance hervorragend und fordern gleichzeitig die

Koordination und das Gehirn. Schwimmen und Radfahren

hingegen sind zwar gut für die Fitness, bringen aber wenig

für die Knochengesundheit.

Gibt es denn genügend passende Angebote, auch

auf dem Land?

Das ist in der Tat ein Thema. In den meisten deutschen Städ-

ten gibt es genügend Kurse. Im ländlichen Raummüssen

noch neue Aktivitäten geschaffen werden. Darum bemüht

sich die Bundesinitiative Sturzprävention, der ich angehöre.

Zusammen mit starken Partnern wie der Aktion DAS SICHERE

HAUS, dem Deutschen Landfrauenverband und dem Deut-

schen Turnerbund wollen wir Versorgungslücken schließen.

Wir erstellen zum Beispiel Informationsmaterial, auch zum

Selbsttraining, und organisieren neue Angebote und mehr

Kurse in ländlichen Gebieten.

gen. Doch im Alter nehmen Muskelkraft und Gleichgewichts-

sinn ab, wenn sie nicht trainiert werden. Dadurch steigt die

Gefahr zu stürzen. Mit zwei einfachen Übungen kann sich

jeder testen. Erstens:Wie oft können Sie in 30 Sekunden von

einem festen Stuhl aufstehen? Weniger als zehnmal weist

auf ein beginnendes Kraftdefizit hin. Zweitens: Können Sie

mindestens fünf Sekunden sicher auf einem Bein stehen?

Spätestens wenn einer dieser Tests nicht mehr gut gelingt,

oder wenn Sie merken, dass Sie unsicherer gehen, ängstlicher

werden, wird es höchste Eisenbahn, mit einem Bewegungs-

programm zu beginnen.

Das heißt, Senioren sollten sich vermehrt

im Fitnessstudio anmelden?

Nein, das muss nicht sein. Und viele mögen diese Art Sport

auch nicht, aus welchen Gründen auch immer. Ich glaube

ohnehin, es ist wichtiger, mehr Bewegung in unseren Alltag

zu integrieren. Es nützt schon, immer mal wieder zu Fuß ein-

kaufen zu gehen. Und wer dabei noch den schweren Rucksack

auf dem Rücken trägt, betreibt schon ein gutes Training. Als

Faustregel gilt:Wer fünfmal in der Woche mindestens eine

halbe Stunde flott spazieren geht, intensiv mit den Enkeln

spielt oder im Garten arbeitet, hat bereits einen Großteil der

Ernte eingefahren. Zusätzlich kann man sich ein paar lustige

Elemente einfallen lassen, um sich bei täglichen Routinen

mehr zu bewegen.

Tai-Chi trainiert die Balance und das Gehirn

11

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

4 /2015

Senioren