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Es trifft das kleine Kind, das in der Wanne

planscht und dann etwas zu flott heraus-

klettert, den Papa, der pitschnass aus der

Dusche steigt, oder die Oma, der ein

Shampoo-Rest auf dem Boden zum

Verhängnis wird. Wutsch! Eine

kleine Pfütze auf demglatten

Boden reicht, um gefähr-

lich ins Schlittern zu kom-

men. Stürze im Bad ge-

hen zum Glück meis-

tens glimpflich aus,

und das trotz vieler

Kanten und meist

vorherrschender

Enge. Doch Brü-

che oder Prellun-

gen, aber auch Ge-

hirnerschütterungen

sind häufige Unfallfol-

gen, die weh tun und oft

nur sehr langsam heilen.

Vorsicht bei Matten

oder selbstklebendem

Belag

Wie lassen sich solche Unfälle ver-

hindern? Muss es immer gleich der

radikale Umbau des kompletten

Badezimmers sein? Oder führen

auch schon kleineVeränderungen

zu mehr Sicherheit im Bad?

Rutschhemmende Streifen zum

Beispiel lassen sich nachträglich in

die Wanne oder Duschtasse kle-

ben, wenn diese nicht beschichtet

sind. Die rutschhemmenden Strei-

fen bestehen aus durchsichtigem

Kunststoffmaterial, sie sind damit

kaum sichtbar und bleiben unauf-

fällig.„Sicherlich ist das eine kosten-

günstige Variante, die etwas Halt

bietet. Die Aufkleber können sogar

geschrubbt werden. Mit heißer Luft

aus dem Fön lassen sie sich problem-

los wieder entfernen“, erläutert

Karin Dieckmann, Leiterin des

Rutschpartie –

aber bitte nicht im Bad

Ob mit Dusche oder Badewanne: Im Bad ist die Sturzgefahr hoch. Die Nässe im Sanitär-

bereich kann schnell zur Rutschpartie führen. Doch schon wenige Hilfsmittel oder

bauliche Maßnahmen können die Gefahr mindern.

Hamburger Vereins „Barrierefrei Leben e.V.“, der bundesweit

über ein Internetportal bei Anfragen Tipps bietet. Dennoch rät

sie zur Vorsicht:„Die Kleber können sich nach gewisser Zeit von

allein lösen,müssen also immer kontrolliert und rechtzeitig er-

neuert werden.“

Für Dieckmann sind Anti-Rutsch-Streifen aber durchaus eine

Alternative zu denweit verbreiteten Gummimatten, die sie eher

für eine Notlösung hält.Werden sie dennoch eingesetzt, sollten

die Matten den kompletten Wannenboden bedecken und an

den Rändern – etwa durch Saugnäpfe – befestigt sein.„Sind die

Matten zu klein oder lösen sie sich, erhöhen sie eher noch die

Sturzgefahr“, warnt die Expertin. Dazu kommt das Hygiene-

Problem: Seifenreste müssen regelmäßig abgespült und die

Matten selbst nach spätestens zwei Jahren Gebrauch ausge-

wechselt werden.

Fachmännisch befestigte Griffe bieten Sicherheit

Besser und sicherer sind an derWand von Duschecke oder Bade-

wanne fest angeschraubte oder geklebte Griffe. „Auch junge

Leute können fallen. Es bietet sich dort also in jedem Fall eine

feste Haltestange aus Edelstahl oder hochwertigemKunststoff

an, die gleichzeitig zur Duschkopfbefestigung dient. Nicht zu

klobig, aber stabil“, rät Karin Dieckmann. Es gibt durchaus schi-

cke Varianten, die verhindern, dass eine Sicherheitsmaßnahme

gleich nach Krankenhaus aussieht.

Fachleute betonen immer wieder, wie wichtig es ist, Haltegrif-

fe in der Duschecke, an der Badewanne und – zumindest im

Alter – zusätzlich auch amWC richtig zu befestigen. „Der Griff

Modulare Haltegriffe können individuell angebracht werden

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

3/2016

Haushalt