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Auf Schusters Rappen:

Unversehrt über Stock

und Stein

Der Herbst ist Wanderzeit. Ab in die Natur. Eintauchen und abschalten. Erholung pur. DochWandertouren

bergen auch Gefahren. Immer wieder bleibenWanderer auf der Strecke oder verunglücken. Mit der richti-

gen Vorbereitung und angemessener Vorsicht lässt sich das verhindern.

Ein schmaler Pfad schlängelt sich am Berg entlang. Links der

steinige Abhang, rechts die schroffe Felswand. Eine Unaufmerk-

samkeit, ein Stolpern oder ein einziger Schritt daneben – schon

ist das Unglück passiert. Ein 74 Jahre alter Mann stürzte so im

vergangenen Jahr bei einerWanderung inTirol 100Meter in die

Tiefe. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verlet-

zungen.

Dieses tragische Ende eines Ausfluges ist leider kein Einzelfall.

Laut aktueller Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenver-

eins (DAV) sind Stürze zu mehr als 50 Prozent die Ursache für

Unfälle bei Wandertouren. Stürze durch Ausrutschen, Um-

knicken oder Hängenbleiben, aber auch Kreislaufversagen ha-

ben sich als häufigste Ursache für den tödlichen Ausgang von

Wanderunfällen erwiesen. Besonders imHochgebirge werden

vermehrt Unfälle registriert – allein 2015 waren es 236 Fälle.

17Wanderer starben.

Gut planen – sicher wandern

Viele Unfälle gleich welcher Schwere lassen sich vermeiden.

Warum passieren Unfälle? Ungenügende Vorbereitung, Über-

forderung und Selbstüberschätzung gelten als typische Ursa-

chen für ein jähes Ende der Wandertour. Rein in die

Wanderschuhe und einfach los-

marschieren? Besser nicht.

Denn fehlt bei der falsch ge-

planten Tour die Ausdauer,

ist das Herz schnell überlastet. Erschöpfungszustände können

die Folge sein, aber auch Herzrhythmusstörungen, beschleu-

nigte Atmung, Panikattacken oder ein Herzinfarkt. Gerade un-

trainierte Anfänger sollten sich deshalb vorab unbedingt ehrlich

zumeigenen Leistungsvermögen und zu demPensumbefragen,

das sie bewältigen wollen:

Welche Strecke kann ich in welcher Zeit bewältigen?

Wie ist der Weg beschaffen?

Welche Höhenunterschiede sind zu bewältigen?

Wie steht es eigentlich ummeine Schwindelfreiheit?

Unbedingt sollte das zu erwartendeWetter imVorfeld gecheckt

werden, um keine böse Überraschung zu erleben. Extremer Re-

gen kann zum Beispiel die Tour erschweren, die Rutschgefahr

erhöhen oder Wege unpassierbar machen. Bei starkem Nebel

wird die Orientierung problematisch.

Unterwegs auf ausgewiesenenWanderwegen

Apropos Orientierung: Gutes Kartenmaterial gehört auf jeden

Fall zur Ausrüstung. Und Abenteuerlust hin oder her – besser

ist es, auf ausgewiesenenWegen zu wandern. Auf ausgedehn-

ten Touren sollte man möglichst nicht allein unterwegs sein,

dennWandern in Begleitung ist nicht nur unterhaltsamer,

sondern auch sicherer. Im Notfall kann man sich helfen

oder Hilfe organisieren. Wer in der Gruppe wandert,

sollte seine Geschwindigkeit an die der

schwächeren Mitwanderer anpas-

sen, um sie vor Überforderung

zu schützen.

Freizeit

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s 3 /2016