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Von Eva Neumann, Journalistin, Berlin.

Herbst-Schnitt

im Garten

Frostfreie Herbsttage eignen sich gut, um Hecken und Sträucher zu beschneiden. Totes und beschädigtes

Holz wird entfernt und gesundes so gestutzt, dass genügend Sauerstoff und Licht an die Pflanze kommen

und sie nicht unkontrolliert in die Höhe wächst.

Das Bundesnaturschutzgesetz regelt auch den Baumschutz.

Darauf aufbauend enthalten Länder-Gesetze undGemeinde-

Satzungen weitergehende Vorschriften.

Ganzjährig zulässig sind schonende Form- und Pflege-

schnitte, die notwendig sind, um den Zuwachs der Gehölze

zu zügeln, die Pflanzen gesund zu halten oder die Verkehrs-

sicherheit zu gewährleisten.

Hecken, lebende Zäune oder Gebüsche dürfen vom 1. März

bis 30. September weder abgeschnitten noch auf den Stock

gesetzt werden, um Lebensraum und Niststätten für Vögel

zu erhalten.

Unter besonderer Berücksichtigung des Artenschutzes sind

Baumfällungen in Haus- und Kleingärten zwar ganzjährig

erlaubt, sie müssen jedoch vielerorts beantragt und geneh-

migt werden. Die Detailregelungen dafür können sehr un-

terschiedlich sein, weil zum Beispiel bestimmte Gehölze

einen besonderen Schutz genießen.

Der gesetzliche Rahmen

Für jedes Gehölz das richtigeWerkzeug

ZumAbknipsen von dünnen Zweigen ist die Hand- und Garten-

schere perfekt. Kräftigere Triebe mit einem Durchmesser von

mehreren Zentimetern werden am besten mit einer Astschere

geschnitten, die besonders lange Griffe hat. Eine Heckenschere

für dichtes Gestrüpp und eine Handsäge vervollständigen die

Grundausstattung. Praktisch, weil ohne Verletzungsgefahr

transportierbar, sind klappbare Astsägen.

An schwer erreichbaren Stellen helfenTeleskop-Werkzeuge.„Sie

haben den Nachteil, dass man sie nicht ganz so präzise hand-

haben kann“, erläutert Hartmut Clemen, Landesfachberater

Bremen imBundesverband Deutscher Gartenfreunde. In vielen

Fällen seien deshalb eine Leiter und eine normale Schere oder

Säge die bessereWahl.

Für hohe Solitärgehölze ist eine mehrteilige Anstellleiter oder

eine Tiroler Steigtanne ideal, für weit verzweigtes, junges Ge-

hölz oder eine Hecke greift man wiederum am besten zur

Spreiz- oder dreiteiligen Kombileiter. Holmverlängerungen,Tra-

versen und ausziehbare Spieße an den Füßen sorgen dafür, dass

Leitern auch auf unebenemoder weichemGrund sicher stehen.

Sonderfall Motorgeräte

Für größere Hecken lohnt sich die Anschaffung einer Motor-

heckenschere. Elmar Möllers, Gärtnermeister und Trainer bei

der DIY-Academy in Köln, setzt auf Akkugeräte:„Man hat keine

störenden Kabel imWeg. Moderne Lithium-Ionen-Akkus sind

enorm leistungsfähig und lassen sich schnell aufladen.“ Der

Umgang mit Motorgeräten erfordert allerdings einige Übung

und besondere Vorsicht. Arbeitsschutzmaßnahmen sind hier

extrem wichtig. Neben Schutzbrille und Handschuhen ist Ge-

hörschutz Pflicht.

Anspruchsvoller noch als dieMotorheckenschere ist die Ketten-

sägemit Benzin-, Elektro- oder Akku-Motor. Deren Anschaffung

lohnt sich aber für Hobbygärtner selten. Sie wird nur für sehr

dicke Äste und für Baumfällungen benötigt. Und die überlässt

man ohnehin besser der Fachfirma, so Fachberater Clemen.

„Spätestens wenn der Stammumfang in einer Höhe von einem

Meter mehr als 25 Zentimeter beträgt, sollte man als Laie die

Finger von Schnittmaßnahmen oder Fällungen lassen.“ Privat-

leute, die in einem Forst oder ähnlichem Bäume für Brennholz

fällen wollen, brauchen dafür einen passenden Führerschein.

Gartenschere

Astschere

Heckenschere

Handsäge

klappbare Astsäge

Traverse

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

3/2016

Freizeit