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sein, aber auch nicht zu viele Menschen. Ob amMeer oder auf

dem Feld: Beim Drachensteigen muss der Hobbyflieger immer

die Passanten in der Umgebung imAuge behalten, um sie nicht

zu gefährden.„Große Lenkdrachenmit Glasfaser- oder Carbon-

gestänge können eine hohe Geschwindigkeit entwickeln und

durchaus jemanden verletzten, wenn sie unkontrolliert herun-

terkommen“, weiß Carsten Gutgesell.

Umden Drachen zu beherrschen, empfiehlt der Experte, immer

Spannung auf der Leine zu halten. Das gelingt,wenn die Schnur

komplett abgewickelt ist. Kontrolliert zurück zur Erde kommt

der Drache, wenn man die ganze Schnur langsam wieder auf-

wickelt. Lenkdrachen werden gezielt an einen windstillen Ort

gelotst, wo sie selbständig zu Boden fallen.

Aber nicht nur der Blick gen Himmel garantiert Sicherheit, auch

der Boden sollte imAuge behalten werden, damit aus Uneben-

heiten keine Sturz- und Stolperfallen werden. Es ist deshalb rat-

sam, das Gebiet vor dem Start einmal abzulaufen, um große

Steine und andere Hindernisse zu orten. Dabei sollte auch aus-

geschlossen werden, dass sich Hochspannungsmasten in der

Nähe befinden. Denn ein in der Stromleitung verhedderter

Drache bedeutet Lebensgefahr! Ein Risiko sind auch Ge-

witter. Zieht eins auf, holt man den Drachen unbedingt ein, egal,

wie viel Spaß es gerade macht. Und dann ab nach Hause, einen

heißenTee oder warmen Kakao trinken. Denn der Herbst bietet

noch mehr als Drachensteigen.

Von Alexandra Ludwig, Journalistin, Hamburg.

Herbstzeit ist Drachenzeit! Im frischenWind zeigt die Natur ihr

farbenfrohes Gewand, und wo die Temperaturen schon nach

einer dicken Jacke verlangen, hält einen das Zusammenspiel

vonWind und Drachen in Bewegung.

Dabei haben komplexe Lenkdrachen den einleinigen Spielge-

fährten aus Kindertagen vielfach abgelöst, das Sortiment ist

groß und bietet für jeden Kenntnisstand und jede Altersgruppe

etwas.

Gesetzliche Bestimmungen

Aber egal ob als Kind oder Erwachsener, als Einsteiger oder ver-

sierter Drachenflieger: Ungefährlich ist das luftige Vergnügen

nicht. Deshalb gibt es gesetzliche Bestimmungen wie die ma-

ximale Flughöhe von 100Metern

oder das Verbot, Drachen in der

Nähe von Hochspannungsleitun-

gen, Flughäfen und Menschen-

mengen steigen zu lassen. Die

Bestimmungen gewährleisten

ein Mindestmaß an Sicherheit;

ein Restrisiko bleibt trotzdem.

Deshalb ist es wichtig, zunächst

den passenden Drachen für sich

zu finden. Carsten Gutgesell, Ge-

sellschafter eines Drachenver-

triebs, rät davon ab, preisgünsti-

ge Drachen im Supermarkt zu

kaufen. „Als Laie ist es schwierig

zu erkennen, ob das Gerät voll-

ständig ist. Deshalb raten wir,

sich im Fachhandel beraten zu

lassen. Drachen sind beratungs-

intensive Produkte.“

Einleiniger Drachen für

Kinder

Kinder bis zu acht Jahren starten

ambestenmit einemeinleinigen

Drachen. Der lässt sich zwar nicht

lenken, bekommt aber auch nicht

so viel Auftrieb, dass er die Nach-

wuchs-Drachenbändiger mit-

reißt. Aber auch schon bei einleinigen Drachen empfiehlt es

sich, Handschuhe zu tragen. Sie verhindern Schnittwunden oder

Verbrennungen an den Händen. Vorsicht im Umgang mit der

Schnur ist grundsätzlich geboten – nicht umsonst warnen

Aufdrucke auf der Verpackung vor Strangulierungsgefahr.

Steigen lässt man den Drachen am besten auf einer großen

Wiese, einemabgeernteten Feld oder amStrand.Weder Strom-

leitungen, Bäume noch dichtes Gebüsch sollten in der Nähe

Drachen steigen lassen ist ein zeitloses und altersunabhän-

giges Hobby. Ungefährlich ist es aber nicht. Nur wer sich an

gesetzliche Vorgaben hält und gewisse Risiken berücksich-

tigt, fliegt auch sicher hoch hinaus.

Hoch

hinaus!

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SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

3/2015

Freizeit