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Mit Wanderstöcken

unterwegs

Als Mitte der 70er Jahre die ersten verstellbarenWanderstöcke

auf den Markt kamen, rümpfte manch erfahrener Wanderer

die Nase. Seither sind aus den mobilen Hilfsmitteln High-Tech-

Sportgeräte geworden. Vor allem bei Touren auf rutschigem

Boden oder Geröll, auf schwierigen Strecken oder unebenem

Terrain sind passende Stöcke wertvolle Begleiter.

„Wenn sie richtig eingesetzt werden, könnenWanderstöcke die

Knie und alle anderen Gelenke der unteren Extremitäten her-

vorragend entlasten. Sie lenken die Belastung um auf die obe-

ren Extremitäten, zum Beispiel die Arme“, beschreibt Karl-

Dieter Heller von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie

und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) den Effekt von Stöcken. Der

ganze Körper wird dann gleichermaßen beansprucht, die

Dynamik beim Gehen unterstützt. Das sorgt für zusätzliche

Stabilität in den Bewegungsabläufen. Besonders ältere, gan-

gunsichereMenschen und wenig geübteWanderer wissen das

zu schätzen.

Bei allen Vorteilen gibt es jedoch auch kritische Stimmen. Sie

befürchten, dass der stete Stockeinsatz das Gleichgewichtsge-

fühl verändert. Gelenke undMuskeln könnten daran gehindert

werden, sich Belastungen anzupassen. Gesunde, junge bis mit-

telalte Wanderer sollten die Stöcke nur auf anspruchsvollen

Routen nutzen.

Damit ist der Modellreichtum aber noch nicht ausgereizt; es

gibt zum Beispiel gedämpfte und nicht gedämpfte Stöcke.

Erstere schonen Handgelenke, Ellbogen und Schultern. EinVor-

teil vor allem bei hartem Untergrund. Allerdings geben ge-

dämpfte Stöcke auch nach; in steilem Gelände kann das zu

einem unsicheren Gefühl führen. Ungedämpfte Stöcke sind

dann die bessere Wahl. Wenn es steil wird, ist übrigens eine

Spitze aus Metall unverzichtbar, die auch auf Stein oder Asphalt

lange spitz bleibt.

Zum sicheren Gehen gehören auch ein angenehmer Griff und

die richtigen Schlaufen.Kunststoffgriffe haben denNachteil,dass

sie Schweißbildung und Blasen an denHänden fördern; komfor-

tabler und auch leichter sind Griffe aus Kork oder Neopren. Die

Schlaufen sollten gepolstert und stufenlos verstellbar sein.

Diese und weitere Eigenheiten erfordern ausgiebiges Testen

und ein Beratungsgespräch beim Kauf, denn nur der Stock, der

zumWanderer passt, erfüllt dessen individuelle Anforderungen.

Ein Detail ist aber immer gleich: Bei ausgezogenem Stock soll-

te der Unterarm am Ellenbogen einen rechtenWinkel bilden.

www.outdoor-magazin.com

In der Rubrik „Service“ findet sich eine Fotostrecke

zur Handhabung vonWanderstöcken.

www.trekkingguide.de

Die Seite bietet umfangreiche Informationen

zu Gehtechniken, inkl. Übungen.

Infos

Teleskopstock,

Längenanpassung durch Klemmmechanismus

Von Eva Neumann, Journalistin, Berlin.

Vielfalt der Modelle

Einmoderner Teleskopstock ist meist aus Aluminium oder Car-

bon, extrem leicht, robust und sehr flexibel – bergauf wird er

einfach kürzer eingestellt, bergab etwas länger.Möglichmachen

dies verschiedene Klemmsysteme. Dabei haben Außenklemm-

verschlüsse und Faltsysteme gegenüber Drehverschlüssen den

Vorteil, dass sie auch bei starker Belastung nicht durchrutschen.

Ein Plus für Faltstöcke ist zudem, dass sie sich auch in jeden

noch so vollen Rucksack quetschen lassen.

Faltstock,

Push-Button-Release-Mechanismus

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

3/2015

Freizeit

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