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„Messer, Feuer,Wasser, Schere, Licht, sind für kleine Kinder

nicht.“ Dieser Spruch wird auch heute noch von übervorsich-

tigen Eltern zitiert und umgesetzt. Tatsächlich aber gilt er

nur für die Allerkleinsten, denn schon Kindergartenkinder

im Alter von drei bis vier Jahren können lernen, mit einem

Messer zu arbeiten.

„Je früher Kinder lernen,mit diesen Gefahren umzugehen, umso

besser. Damit gewinnen sie früh Sicherheit, entwickeln ein Be-

wusstsein für die Gefahren und sind gewappnet für spätere

kritische Situationen“, sagt Fred Babel von der Unfallkasse Nord.

Schritt für Schritt herantasten ist dabei die beste Devise.

„Am Anfang ist ein Messer aus einem Kinderbesteck ideal. Es

liegt gut in der Hand, eignet sich zum Schieben und Drücken

und hat die richtige Größe sowie den richtigen Hebel. Die

Alternative ist ein Haushaltsmesser, das in die Jahre gekommen

ist. Es sollte jedoch keine Säge, sondern eine gerade Klinge

haben“, schlägt Inke Ruhe vor, Projektleiterin bei der Bundesar-

beitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Eine Banane ist

das ideale Objekt, ummit einem solchenMesser das Schneiden

zu üben. Sie kann auch mit einem vergleichsweise stumpfen

Messer gut geschnitten werden. Und sie ist groß genug, dass

eine kleine Kinderhand sie gut umfassen und sicher halten kann.

Zudem stehen Bananen als Zwischenmahlzeit ganz hoch im

Kurs. Das steigert die Lernmotivation.

Schnippeln für Anfänger

Zum sicheren Umgang

mit Haushaltsmessern

Klare Schneide-Regeln

Sicherheitsregeln müssen vorher geklärt sein! So muss der-

jenige, der schneiden will, auf einem stabilen Stuhl am Tisch

sitzen und eine rutschfeste Unterlage für sein Schneidegut

haben. Wer wild mit dem Messer fuchtelt, muss es abgeben.

Die Schneidehand wird ruhig gehalten und bleibt immer auf

demTisch. Rutscht ein Messer mal vomTisch, wird es erst vom

Boden aufgehoben, keiner darf versuchen, nach dem fallenden

Messer zu greifen. BeimTischdecken oder Abräumen ist Rennen

tabu. Die Klinge des Messers zeigt beim Transport ebenso wie

später in der Spülmaschine nach unten. ImBesteckkasten liegt

das Messer am besten hinten.

Mama und Papa sind zunächst Vorbilder, dann Anleiter und

Korrektoren. Bei den allerersten Übungen können sie die Hände

des Kindes führen und erklären, was wie gemacht wird.

„Mit einem pauschalen ‚Sei vorsichtig!‘ kann ein Kind nichts

anfangen. Wichtig sind einfache, nachvollziehbare Anweisun-

gen“, rät Fred Babel. Je mehr praktische Erfahrung die Kleinen

mit demMesser sammeln, desto sicherer werden sie. Hilfreich

ist, wenn die Erziehung zuhause und in der Kindertagesstätte

dabei Hand in Hand geht. „Wir beobachten, dass Montessori-

Kindergärten sehr vielWert auf die Entwicklung der Feinmoto-

rik legen. Aber auch in anderen Kitas tut sich ganz viel in dieser

Hinsicht“, erläutert Inke Ruhe.

Realitätsnah üben

Möglichst rasch sollten Messer mit einer scharfen, jedoch un-

bedingt vorne abgerundeten Klinge ins Lernprogramm aufge-

nommen werden, so die Empfehlung von Fred Babel: „Kinder

müssen erfahren, dass Messer scharf und damit gefährlich sind.

Aber zuhause in der Küche können schon Vierjährige lernen,

mit einem scharfen Messer umzugehen.“ Zu Übungszwecken

taugen neben Bananen auch Birnen oder Salatgurken, wenn

sie halbiert sind und auf der Schnittfläche liegen. Zu Banane

und Birne noch einen Pfirsich, ein paar Aprikosen, Pflaumen und

einen Apfel dazu – fertig ist der Obstsalat, die erste selbst zu-

bereitete Mahlzeit.

Von Eva Neumann.

In der Ausgabe 2/2015 ist uns auf Seite 13 ein Fehler hinsichtlich der Dosierangaben bei der Verdünnung von Flüssigkeiten

unterlaufen. „Die Verdünnung von Flüssigkeiten etwa im Verhältnis 1:10 besagt, dass man neun TeileWasser mit einem Teil

der Substanz vermengen soll“, hieß es. Diese Angabe ist leider falsch.

Richtig ist vielmehr, dass man zehn TeileWasser mit einem Teil der Chemikalie oder sonstigen Substanz vermengen muss.

Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Die Redaktion

Korrektur Ausgabe 2/2015

Kinder-Küchenmesser mit Fingerschutz

13

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

3/2015

Kinder