Previous Page  8 / 16 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 8 / 16 Next Page
Page Background

Das Innere eines in praller Sonne stehenden Autos gleicht nach

kurzer Zeit einem Backofen. Besonders für Kleinkinder, ältere

Menschen oder auch Haustiere bedeutet das Lebensgefahr:

„Schon innerhalb von fünf bis zehnMinuten kann sich eine der-

artige Bruthitze entwickeln, dass eine Person oder ein Haustier

einen Kreislaufkollaps erleidet. Es macht dabei keinen Unter-

schied, ob ein Fenster einen Spalt weit geöffnet ist oder nicht“,

sagt Jacqueline Lacroix vomDeutschen Verkehrssicherheitsrat

(DVR). Selbst während eines schnellen Einkaufs beim Bäcker

darf also niemand in einemWagen zurückbleiben, der in der

prallen Sonne geparkt ist.

„Ist das Auto aufgeheizt, macht man am besten erst mal alle

Fenster und Türen auf und sorgt ein paar Minuten lang für

Durchzug“, rät Jacqueline Lacroix. Aber Vorsicht: Lenkrad,

Armaturenbrett, Schaltknauf und Lederbezüge können beim

Einsteigen noch so heiß sein, dass sie die Haut verbrennen.

Klimaanlage erhöht Verkehrssicherheit

Eine Klimaanlage schafft es meist, den Innenraum innerhalb

kurzer Zeit auf angenehme 20 bis 25 Grad Celsius abzukühlen.

Dabei sollte das Gebläse nie direkt auf den Körper oder das Ge-

sicht zielen, denn Zugluft führt leicht zuMuskelverspannungen

oder Bindehautentzündungen. Wenn die Klimaanlage jedoch

streikt oder von vornherein fehlt, kann das Autofahren bei Hit-

ze nicht nur quälend, sondern auch gefährlichwerden. Die Herz-

frequenz steigt, hinzu kommen Schweißausbrüche und zu-

nehmende Nervosität. Konzentration

und Reaktionsvermögen lassen nach.

„Aktuelle Untersuchungen zum Zusam-

menhang zwischen Innenraumtem-

peratur und Unfallhäufigkeit gibt es in

Deutschland nicht“, sagt Jacqueline

Lacroix. Ältere Studien belegen jedoch,

dass bereits eine Wärmebelastung von

27 Grad Celsius mit deutlich erhöhten

Unfallzahlen einhergeht.

Viel trinken

Forscher der Universität Loughborough

habenAnfang 2015 zu der Frage geforscht,

wie sich Austrocknung auf das Fahrver-

halten auswirkt. Ihr Ergebnis lautete,

dass Autofahrer in dehydriertemZustand

in etwa die gleiche Fehlerquote hervor-

bringen wie alkoholisierte Fahrer. „Viel

trinken“, lautet deshalb die Devise für

das Fahren bei hohen Temperaturen. Zu-

dem sollte die Mittagshitze möglichst

gemieden werden. Hilfreich sind regel-

mäßige Pausen zum Lüften und Trinken.

Leichte Kleidung hilft, das Körperklima

zu regulieren. Mit nackten Sohlen oder

auch Flipflops an den Füßen sollte man

sich jedoch nicht ans Steuer setzen, so DVR-Expertin Lacroix:

„Nur Schuhe, die den Fuß ganz umfassen, aus denen man also

nicht herausrutschen kann, sind wirklich verkehrssicher.“ Zum

Parken ist ein Schattenplatz gefragt;wer clever ist und die Aus-

wahl hat, rechnet dabei seine Parkdauer und die Wanderung

der Sonne ein. Sonnenschutzfolien, -rollos und -pads verzögern

das Aufheizen des Innenraumes. Helle Tücher schützen Lenkrad

und Sitzflächen.

Hitzestress

bei sommerlichen Autofahrten

Wir sehnen uns nach Sonne undWärme – doch ist die Hitze

erst einmal da, kann sie auch zur Qual werden, zum Beispiel

für Autofahrer. Dabei machen schon wenige Tricks das Auto-

fahren bei Hitze erträglicher und sicherer.

Von Eva Neumann, Journalistin, Berlin.

Getränkevorräte (Wasser, Saftschorle, ungesüßter

Kräuter- oder Früchtetee) sorgen dafür, dass alle

Insassen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Sinnvoll ist eine Kühltasche.

Eine gute Sonnenbrille mit geschliffenen und entspie-

gelten Gläsern schützt gegen direktes und zu intensives

Tageslicht und gegen Blendungen.

Das darf an heißen Tagen nicht fehlen

8

SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

2/2016

Freizeit