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Hofmann Biosupermärkte, Naturkostläden und einen speziali-

sierten Internetversand. Aber auch diejenigen, die nicht selbst

anbauen wollen, können in den Genuss vonMalven, Holunder-

blüten und Dahlien kommen. „In der freien Natur eignen sich

Wiesen undWege, die sich nicht an befahrenen Straßen befin-

den“, sagt die Ernährungsexpertin. Andernfalls sind Verunrei-

nigungen durch zum Beispiel Straßenschmutz ziemlich wahr-

scheinlich. Im Sommer erntet man am besten frühmorgens,

wenn die Blüten noch im Schatten stehen oder Knospen oder

Blüten sich gerade erst geöffnet haben. Insekten und Erde

können durch vorsichtiges Ausschütteln entfernt werden, oder

man reinigt die Blüten vorsichtig unter kaltemWasser und tupft

sie behutsam trocken.

Ein weiterer Tipp, um das Aroma der Pflanzen zu erhalten, ist

der sorgfältige Transport und die Aufbewahrung. „Am besten

verarbeitet man sie unmittelbar nach dem Pflü-

cken“, sagt Hofmann und rät, Blütenblätter erst

kurz vor dem Servieren zu zupfen, weil sie dann

besonders frisch bleiben.

Vorsicht ist bei Blüten geboten, die allergi-

sche Reaktionen auslösen können. Allergiker

sollten dieVerträglichkeit der Blüten vorsich-

tig testen.

Rezept:

Kapuzinerkressesalat mit Joghurtsauce

Zutaten für 2 Portionen:

30 Blätter Kresse (Kapuzinerkresse), möglichst junge

4 Blüten von der Kapuzinerkresse

2 EL Joghurt

2 EL Zitronensaft, frisch gepresst

1 EL Senf, mittelscharf

1 TL Zucker

1 Mandarine oder Orange

etwas Pfeffer, frisch gemahlen

etwas Salz

1 Handvoll Walnüsse, gehackt, nach Bedarf

Die Blätter der Kapuzinerkresse in feine Streifen schneiden.

Die Mandarine oder Orange schälen, von der weißen Haut

befreien und in kleine Stückchen schneiden.

Aus den restlichen Zutaten eine Marinade zubereiten.

Den Salat auf zwei Tellern anrichten, die Sauce

darübergeben und mit den

Blüten der Kapuzinerkresse

verzieren. Die frischen

Walnüsse darüber-

streuen.

Quelle:

www.chefkoch.de

Blüten

– zum Verzehr freigegeben

Blumen sind hübsch anzuschauen, und viele von ihnen verwenden wir als Teeaufguss oder

Bestandteil von Kosmetik. Aber Blumen und Blüten als Zutat für Salate, Suppen oder andere

Gerichte? Das ist noch immer ungewöhnlich, obwohl schon vor 2.000 Jahren essbare Blüten

verarbeitet wurden.

Von Alexandra Ludwig, Journalistin, Hamburg.

giftig:

Chrysantheme

Rosenblüten und Begonien sind dabei genauso verwertbar wie

Kornblumen, Primeln oder Astern. Besonders schmackhaft ist

die Kapuzinerkresse dank ihres bitter-herben Eigenaromas.

Aber so lecker und heilsam einige Blumen sind, viele sind auch

giftig. Das Risiko, durch Vergiftungen zu Schaden zu kommen,

ist besonders hoch, weil essbare Blumen und Pflanzen nicht

zumSortiment imSupermarkt gehören,woman ziemlich sicher

sein kann, dass die angebotenen Produkte ungiftig sind. Diese

Gewissheit fehlt bei Selbstgepflücktem vomWegesrand, aus

demWald oder dem eigenen Garten. Zu essbaren Blüten von

Zierpflanzen aus dem Blumengeschäft sollte man übrigens

nicht greifen, denn sie „sind mit Düngemittel und Pflanzen-

schutzmitteln behandelt und deshalb weder eine Delikatesse

noch unbesorgt zu verzehren“, warnt Dr. Lioba Hofmann, Öko-

trophologin aus Troisdorf bei Köln.

Aber auch das Angebot in der freien Natur ist nicht unbedenk-

lich für den Laien. Hofmann rät, nur Blüten und Pflanzen zu

pflücken, die man hundertprozentig kennt. Ein Pflanzenkunde-

buch, das die Bestimmung erleichtert und Tipps zum Sammeln

gibt, ist oft unerlässlich, um etwa Bärlauch von den giftigen

Blättern der zierlichen Maiglöckchen zu unterscheiden. Auch

die Nachfrage bei einem versierten Gärtner sichert ab.

Säen und Ernten mit Überlegung

Unbedenklich ernten können die Pflanzenkulinariker, die im

eigenen Garten anbauen. Für geeignetes Saatgut empfiehlt

essbar: Rosenblätter

essbar: Astern

essbar: Begonie

essbar: Primel

essbar: Kornblume

essbar: Holunderblüten

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SI CH E R zu H au s e & un te r we g s

2/2016

Freizeit