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Von Alexandra Ludwig, Journalistin, Hamburg.

nisch zubereitet sind. Halbgegarte Le­

bensmittel wie Fisch und Fleisch oder Ro­

hes sollten nicht verzehrt werden; Obst

nur, wenn es eigenhändig geschält wur­

de. Flüssigkeiten sind nur abgekocht oder

aus verschlossenen Flaschen sicher – das

gilt auch für Eiswürfel und das Zahnputz-

Wasser.

Beim Alkohol gilt Maßhalten. Er sollte

erst nach Sonnenuntergang genossen

werden, wenn die tropische Hitze ab­

flaut. Oftmals unterschätzen Reisende

die Verträglichkeit. Die Hitze lässt den

Alkohol viel schneller als erwartet zu

Kopf steigen. So kann ein Bier oder ein

GlasWein zumMittagsmahl das Koordi­

nationsvermögen schon deutlich beein­

trächtigen. Ein Stolpern auf dem Nach­

hauseweg oder eine in fremder Umge­

bung übersehene Stufe können leicht zu

Stürzen und Verletzungen führen.

Alkohol ist komplett tabu, wenn man

fahren will – ob mit dem Auto oder dem

Motorroller. In vielen Ländern gelten

Null-Promille-Grenzen, die unbedingt

einzuhalten sind. Aber auch in Ländern,

deren Promille-Grenze über Null liegt,

sollte man sich nüchtern ans Steuer set­

zen, denn oft ist die größte und kaum

vorzubereitende Herausforderung bei

Fernreisen die Teilnahme am Straßen­

verkehr.

Abenteuer Straßenverkehr

„Die Verkehrsinfrastruktur in Indonesien

leidet häufig an technischen Mängeln

und generell am mangelnden Risikobe­

wusstsein der Verkehrsteilnehmer“, sagt

Yasmin Lange und weist auf Sicherheits­

vorkehrungen deutlich unter europäi­

schem Niveau hin.

Dem stehen auch viele südamerikani­

sche Länder in nichts nach.„Der Verkehr

ist total chaotisch und man sieht kaum

ein Fahrzeug ohne Blechschäden“, weiß

Holger Pfeifer. Der Erzieher aus Konstanz

hat während einer beruflichen Auszeit

mehrere Monate in Rio de Janeiro ver­

bracht und dort seine Erfahrungen mit

dem Straßenverkehr gemacht. Zu Fuß

gehen oder mit dem Fahrrad fahren ist

in der Metropole fast unmöglich, will

man sicher von A nach B kommen. Statt­

dessen empfiehlt Pfeifer öffentliche Ver­

kehrsmittel. Aber auch bei Nutzung der

Stadt-Busse müssen sich Besucher vor­

sehen, denn die Busfahrer werden pro

Fahrgast bezahlt und haben es beson­

ders eilig, ihre Strecke zu absolvieren.

„Die fahren wahnsinnig schnell und

bremsen abrupt, was durch die zahlrei­

chen Schlaglöcher in den Straßen und die

schlechte Federung der Fahrzeuge ein

echtes Abenteuer ist“, warnt der Brasi­

lien-Fan. „Man muss sich wirklich gut

festhalten, um nicht böse zu stürzen.“

In den großen Metropolen und touristi­

schen Zentren Indonesiens können Rei­

sende ohne Bedenken zu Fuß gehen –

sofern es der Verkehr zulässt. Wer bei

Dunkelheit auf den nur schwach oder gar

nicht beleuchteten Straßen unterwegs

ist, sollte eineTaschenlampemitnehmen,

um von Autofahrern schneller gesehen

zu werden. Im Licht der Taschenlampe

sind auch Unebenheiten und Stolperfal­

len auf den Straßen undWegen schneller

zu erkennen. Von Ojeks, sogenannten

Motorradtaxis, rät die Tourismus-Exper­

tin vom Fremdenverkehrsamt generell

ab:„Dameist kein Helmangebotenwird,

ist die Fahrt recht gefährlich.“

Hohe Unfallzahlen mit

Motorrollern

Der Helm ist auch beim Gebrauch eines

Motorrollers obligatorisch. Es ist das be­

liebteste Transportmittel in den Tropen

und hat gleichzeitig eine hohe Unfallrate.

Die SchwesternMarion und Sabine Blank

aus Erfurt erlitten bei ihremmehrwöchi­

gen Aufenthalt auf Bali einen schweren

Unfall mit demMotorroller, als sie beina­

he ungebremst mit einem anderen Rol­

lerfahrer zusammenstießen, der die Vor­

fahrt der jungen Frauen missachtet hat­

te. Ein gebrochenes Handgelenk und eine

Schnittwunde an der Wade bei Marion

sowie eine schwere Kopfverletzung und

mehrere Schürfwunden bei ihrer Schwes­

ter fesselten die Urlauberinnen für meh­

rere Tage ans Krankenbett. Zwar deckte

ihre auch fürs Ausland abgeschlossene

Krankenversicherung die Behandlung,

aber die Urlaubsfreude war dahin.

Auch wenn der andere Verkehrsteilneh­

mer den Unfall verursacht hatte, hätten

die jungen Frauen den Motorroller bei

der Anmietung auf mögliche Mängel

untersuchenmüssen. Dann wären ihnen

die schadhaften Bremsen aufgefallen –

ein Grund, denMotorroller gar nicht erst

zu mieten.

Yasmin Lange rät deshalb, beim Mieten

des Fahrzeugs zu kontrollieren, ob Brem­

sen und Licht funktionieren, die Reifen

genügend Profil und Luft haben sowie

Helm und Spiegel vorhanden und unbe­

schädigt sind.Wenn dann alles einwand­

frei ist, steht der Spritztour nichts im

Wege.

Promille-Grenzen in den

beliebtesten Fernreisezielen

deutscher Urlauber:

Thailand

0,0 Promille

Malaysia

0,8 Promille

Mexiko

0,8 Promille

Indonesien

0,0 Promille

Brasilien

0,0 Promille

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

9

Freizeit