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Hausboot, Wohnmobil,

Wohnwagen

– sicher unterwegs

auch auf ganz eigenen Wegen

Ohne festen Plan in den Urlaub, einfach drauflos – viele

Menschen erfüllen sich diesen Traum mit einemWohnwagen,

Wohnmobil oder Hausboot. Einige Tipps helfen dabei, sicher

ans Ziel zu kommen.

„Es war ein später Sommerabend“, erinnert sich Andreas

Schober, Leiter der Verkehrspolizei-Inspektion in Rosenheim.

Auf der Autobahn 8 zwischenMünchen und Salzburg hatte ein

Wohnwagen die Balance verloren und war umgekippt „Ein Bus

und mehrere PKWwurden in Mitleidenschaft gezogen, es gab

viele Verletzte.“ In der Sommersaison erleben Schober und

seine Kollegen derartige Unfälle regelmäßig. „Meist sind die

Fahrer ungeübt oder schlecht vorbereitet“, so der Beamte.

Ein Muss vor jeder Reise ist deshalb, Wohnmobile und Wohn­

wagen auf technische Mängel zu überprüfen. Besonders wich­

tig sind die Reifen, denn sie können bei längerem Stehen Risse

bekommen und müssen dann ausgewechselt werden.

Häufiger Fehler: Zu viel Gewicht

Das Fahren von Wohnwagen oder Wohnmobil-Gespannen ist

für viele ungewohnt. Der Bremsweg ist länger als beim PKW,

auch Sichtverhältnisse undWendekreis sind anders. Ungeübten

empfiehlt Schober daher ein Fahrsicherheitstraining. Auch das

Packen spielt eine Rolle: Wird das zulässige Gesamtgewicht

überschritten, lässt sich das Fahrzeug nicht mehr sicher steuern.

Am besten ist es, denWagen vor der Abreise zu wiegen. Adres­

sen dafür bieten Camping- und Reise-Foren im Internet.

Beim Packen kommt es darauf an, die Ladung gleichmäßig zu

verteilen.„Schweres gehört in Bodennähe, sonst kann das Fahr­

zeug leicht kippen“, so Schober. Selbst kleine Gegenstände

müssen sicher verstaut sein; sie können sich andernfalls bei

einer Vollbremsung in gefährliche Geschosse verwandeln.

Während der Fahrt müssen alle Reisenden angeschnallt auf

ihrem Platz bleiben. Wohnbereich beziehungsweise Wohnan­

hänger sind während der Fahrt als Aufenthaltsort tabu.

Hausboote alkoholfrei lenken

Auf Hausbooten dagegen ist Herumlaufen während der Fahrt

kein Risiko. „Dabei ist für Kinder das Tragen einer Schwimm­

weste Pflicht, und man sollte die Sprösslinge stets im Blick

haben, denn es geht schnell mal jemand über Bord“, weiß

Camillo Ehling, der an der Mecklenburgischen Seenplatte Haus­

boote vermietet. Ehling informiert seine Gäste auch darüber,

wie sich die Gesetze auf demWasser von denen für die Straße

unterscheiden. Anders als beimAutofahren,wo die 0,5-Promille-

Grenze gilt, ist Alkohol für den Kapitän oder die Kapitänin tabu.

Und nicht, wer von rechts kommt, hat Vorfahrt, sondern wer

mit der Strömung fährt.

Nach der theoretischen Einweisung geht Ehlingmit seinen Gäs­

ten auf Probefahrt. Das Beschleunigen, Bremsen und Lenken

dauert auf demWasser viel länger als auf festem Untergrund,

daran müssen sich die meisten erst gewöhnen.

Boot fahren ist Teamarbeit

Die riskantesten Momente sind das An- und Ablegen. Ehling

empfiehlt, stets rechtzeitig zu planen, mit welcher Seite man

anlegen möchte, die Geschwindigkeit früh zu drosseln und die

Crew vorzubereiten. „Wer hält Ausschau? Wer wirft die Leine?

Einer allein kommt schnell an seine Grenzen.“

Zu guter Letzt schärfen Boots-Vermieter ihren Gästen ein, die

vorgegebenenWasserwege niemals zu verlassen.Wie berech­

tigt dieseWarnung ist, bewies 2014 eine Gruppe junger Männer.

Sie fuhr auf einen Baum zu, der tief über demWasser hing.

Ausweichen konnten die Männer in dem engen Kanal nicht.

„Zum Glück gab es nur Sachschäden“, so Ehling. „Ich mag mir

gar nicht ausmalen,was passiert wäre, hätte auf demOberdeck

gerade einer sein Mittagsschläfchen gehalten.“

Von BettinaWeigand, Journalistin, Hamburg.

Fahrsicherheitstrainings zum Beispiel auf

www.adac.de

oder

www.ace-online.de .

Suchbegriffe jeweils:

Fahrsicherheitstrainings Caravan

.

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2/2015