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Hat ein Kind Gepäck dabei, etwa einen Sportbeutel, fällt es ihm

in riskanten Situationen zusätzlich schwer, das Gleichgewicht

zu halten und sicher weiterzufahren. Deshalb steht für Rüdiger

Remus fest, dass das Fahrrad für den Schulweg das am besten

geeignete Fortbewegungsmittel ist, vor allem bei Wegen, die

länger als 500Meter sind. Für kürzereWege ist ein anderes rol­

lendes Gefährt nur dann akzeptabel, wenn das Kind es sicher

beherrscht.

Körperkoordination üben

Dafür ist die Körperkoordination entscheidend. Deshalb sollten

Eltern genau hinschauen,wenn ihr Kind sich an demGerät übt,

etwa auf einer Spielstraße. „Wenn ein Kind den Blick von den

Füßen und der Straße hebt und nach vorne schaut, ist das ein

eindeutiges Zeichen dafür, dass die Bewegungsabläufe auto­

matisiert sind und das Kind das Fahrzeug beherrscht“, erklärt

Sportwissenschaftler Stemper.

Scooter, Skates und Boards dürfen nur auf Gehwegen, Geh-

und Radwegen oder in Fußgängerzonen benutzt werden. Dort

heißt es, Rücksicht nehmen, langsam und bremsbereit fahren.

„Bei kürzeren Wegen ist eine gute Herangehensweise, sich

selbst Inliner anzuschnallen oder auf ein Brett zu steigen, den

Weg samt möglicher Gefahrenstellen aus der Perspektive des

Kindes kennenzulernen und dann gemeinsamzu üben“, schlägt

Rüdiger Remus vor.

Von Eva Neumann, Journalistin, Berlin.

Helm sowie Schützer für Handgelenke, Ellenbogen und

Knie sind für Inliner, Scooter und Boards nicht vorgeschrie­

ben, jedoch unbedingt empfehlenswert.

Gut geschützt

Egal, wohin es geht – auf Scooter, Board oder den Inlinern zu

rollen ist angesagt. „Prinzipiell ist es eine gute Idee, dass Kin-

der aktiv sind und nicht von den Eltern kutschiert werden“,

sagt dazu Theodor Stemper, Sportwissenschaftler an der

Bergischen Universität Wuppertal. Aber einfach draufstellen

und losrollen – das kann ziemlich schief gehen.

Besonders beliebt sind Mini-Scooter und Kickboards. „Sie sind

immer noch im Trend, recht günstig in der Anschaffung und

einfach zu handhaben“,sagt Rüdiger Remus von der Unfallkasse

Nord in Hamburg. Doch die Fortbewegung auf den schmalen

Bretternwill gelernt

sein.Je

kleiner die Räder sind,desto schneller

werden Kopfsteinpflaster und Wegkanten, Stöcke und Steine

zu Unfallrisiken.„Kleine Räder haben einen sehr großen Rollwi­

derstand“, erklärt Remus. „Wenn sie auf ein solches Hindernis

treffen, fliegt das Kind nach vorne über den Lenker oder es wird

seitlich zu Boden geschleudert.“ In Straßenbahnschienen oder

Kanaldeckeln bleiben die kleinen Rollen im Nu hängen. Die

Unfallkasse Hessen bietet deshalb für Hessens Kinder den ein­

wöchigen Kurs„RollerKIDS“ an. Direkt in Schule oder Kita lernen

die Kids das sichere Fahren auf kleinen Rollen.

Zu unterscheiden sind die Risiken auf Fahrzeugenmit und ohne

Lenker. Bei Ersteren kann ein Kind im Notfall abspringen und

dabei den Lenker festhalten. Fahrerinnen und Fahrer auf Skate­

board, Longboard, Waveboard und Inlinern können die „Not­

bremse Abspringen“ nicht ziehen, denn ein fahrerloses Board

mutiert zum pfeilschnellen Geschoss. Zudem braucht ein Kind

eine bessere Körperkoordination als beim Scooter-Fahren, um

auf Brettern und Inlinern sicher mit den Füßen zumanövrieren

und rechtzeitig zu bremsen, Hindernisse zu umfahren oder

durch Gewichtsverlagerung zu überspringen.

Sicher unterwegs

auf Rollen

Kinder

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