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Verletzungen brauchen Zeit, um zu verheilen

Selbst bei leichten Verletzungen dauert es aber mindestens

sechsWochen, bis sich das Gewebe vollständig erholt hat. Ban­

dagen oder Tapes sowie Physiotherapie können die Heilung un­

terstützen. Während der Regeneration ist normales Training

tabu. Ein Wiedereinstieg ist erst sinnvoll, wenn die betroffene

Stelle nicht mehr schmerzt und sich wieder frei bewegen lässt.

„Zunächst sollten Stabilitäts- und Koordinationsübungen pro­

blemlos möglich sein, bevor im freien Training gespielt wird“,

sagt Schneider.

Auch der internationale Fußballverband Fifa betont, wie wich­

tig es ist, Blessuren auszukurieren. „Wenn es ein erwiesenes

Risiko für eine Verletzung gibt, dann ist das eine nicht vollstän­

dig ausgeheilte vorherigeVerletzung“, heißt es auf derWebsite

des Weltfußballverbandes. Damit Verletzungen erst gar nicht

entstehen, rät die Fifa, stets auf die richtige Ausrüstung zu ach­

ten. Spieler sollten sowohl im Training als auch während des

Spiels Schienbeinschoner tragen,Torhüter neben Handschuhen

gepolsterte Kleidung. Sich an die Spielregeln zu halten und nicht

zu foulen, gehöre nicht nur zum Fairplay, sondern schütze die

Gesundheit, so die Fifa. DerWeltverband hat außerdemdas Auf­

wärmprogramm „11+“ entwickelt, das die natürlichen Schutz­

mechanismen des Körpers möglichst effektiv trainiert.„Bei uns

sind präventiveMaßnahmenwie das 11+-Programm, Rumpfsta­

bilisations-,Beweglichkeits- und Koordinationstraining ein fester

Bestandteil des täglichen Trainings“, sagt TSV 1860-Physiothe­

rapeut Rainer.

Ein weiterer Faktor, der bei der Prävention eine wichtige Rolle

spielt, ist der Spielplatz selbst. „Schlechte Platzverhältnisse

stellen auch ein Verletzungsrisiko dar“, sagt Daniela Dalhoff,

Pressesprecherin der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft

(VBG). Mit der Kampagne „Sei kein Dummy“ will die VBG Spie­

ler und Trainer dabei unterstützen, Verletzungen zu verhin­

dern. „Prävention sollte als etwas ganz Normales im Training

verankert werden“, so Dalhoff. „Denn Sportunfälle sind kein

Schicksal.“

Futsal – die Fußballalternative

Eine weitereMöglichkeit, das Verletzungsrisiko zuminimieren,

besteht darin, die Sportart zu wechseln – zumindest ein biss­

chen.„Futsal“ heißt die Fifa-Hallenfußballvariante, nach deren

Regeln seit Anfang 2015 alle offiziellen Jugendturniere gespielt

werden. Anders als im herkömmlichen Hallenfußball gibt es

beim Futsal keine Bande, es kommen Handballtore und ein klei­

nerer, nicht so sprungstarker Ball zum Einsatz. Außerdem hat

Futsal strenge Regeln, die ein faires, schnelles und technisches

Spiel fördern sollen. Die Verletzungsgefahr ist deutlich geringer

als im bekannten Hallenfußball, so dass sich Futsal vor allem

für Anfänger und Hobbykicker anbietet. Aber auch junge am­

bitionierte Fußballer profitieren vomHallenspiel, da es ideal die

technischen Fertigkeiten im Umgang mit dem Ball schult. Be­

rühmte Spieler wie Lionel Messi, Christiano Ronaldo oder Pelé

haben als Jugendliche Futsal gespielt.

Egal, ob Fußball oder Futsal – mit der gebotenen Vorsicht über­

wiegen die Vorteile des Sports das Risiko aus Sicht des Ortho­

päden Schneider: „Sinnvolle Bewegung und Sport braucht der

Körper, erst recht imWachstum.“

Von Maike Jaspers.

Aufwärmprogramm„11+“ der Fifa:

www.f-marc.com/11plus

Kostenlose Leitfäden und Handbücher zur Verletzungs­

prävention der VBG-Kampagne „Sei kein Dummy“:

www.sei-kein-dummy.de

Links

Der ehemalige Nationalspieler Mike Hanke rutschte in

der Mannschaftsdusche aus. Die Folge war eine Platzwun­

de am Fuß, die mit fünf Stichen genäht werden musste.

Zu schnell unterwegs war der peruanische Nationalspieler

Paolo Guerrero: Als er amMünchner Flughafen den Flieger

zumWM-Qualifikationsspiel erreichen wollte, zog er sich

einen Muskelfaserriss zu.

Nach dem Länderspiel in Dänemark litt Verteidiger Jérôme

Boateng an einer Sehnenreizung im Knie. Nachdem ihm

die Stewardess mit dem Getränkewagen dagegen fuhr,

fiel er einen Monat aus.

Den Iren Robbie Keane kam seine Bequemlichkeit teuer

zu stehen. Bei dem Versuch, vom Sofa aus mit dem Fuß die

Fernbedienung zu erreichen, riss er sich mehrere Bänder.

Dumm gelaufen – auch so kann man sich

als Fußballspieler verletzen

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

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Freizeit