Previous Page  4 / 16 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 4 / 16 Next Page
Page Background

Bolzen

ohne Blessuren

Hat sich ein Kind beim Training oder im Spiel verletzt, sollten

Eltern es genau beobachten. Kann es weiterspielen und bewegt

sich normal, ist wahrscheinlich alles in Ordnung.„Immer, wenn

das Kind Bein oder Arm nicht belasten will oder kann sowie

natürlich bei offenen Verletzungen ist ein Arztbesuch notwen­

dig“, sagt Sportmediziner Schneider.

Bei Prellungen oder Verstauchungen reicht es meist, als

Erste-Hilfe-Maßnahme die PECH-Regel anzuwenden:

Das Körperteil ruhig stellen (P für Pause).

Mehrmals bis zu 20 Minuten kühlen (E für Eis).

Einen Kompressionsverband anlegen (C für engl.

compression) und

Hochlegen (H für hochlagern).

Vor allem Knieverletzungen können sehr schwer sein, wenn

Bänder, Kapseln oder Menisken reißen. Sie erfordern dann eben­

so wie Knochenbrüche eine Operation.„Ansonsten reichen kon­

servative Behandlungen mit abschwellenden Medikamenten

und Ruhigstellung meist aus“, so Orthopäde Schneider. Zum

Glück sind richtig schwere Verletzungen vor allem bei Kindern

eher selten.„Bei den Jugendlichen rechnen wir pro Saison und

Mannschaft mit zwei bis drei Spielern, die längerfristig ausfal­

len“, sagt Physiotherapeut Rainer.

Angesichts von knapp 6,9MillionenMitgliedern imDeutschen

Fußballbund (DFB), etwa 164.000Mannschaften und zahllosen

Hobbykickern ist es keinWunder, dass beim Fußball diemeisten

Sportunfälle passieren. Bei Männern verursacht Kicken jeden

zweiten Unfall, Frauen verletzen sich noch etwas häufiger beim

Handball. Am häufigsten betroffen sind Knie, Sprunggelenke

und Muskeln. Darin unterscheiden sich Freizeitsportler nicht

wesentlich von Junioren- und Profikickern. „Im Kinder- und

Jugendalter kommen nochVerletzungen durch häufigere Fouls

dazu“, sagt Christian Schneider, Orthopäde und Sportmediziner

vomSchön Klinik Rückeninstitut München.„UngenügendeTech­

nik wird durch Härte kompensiert, und beim gefoulten Kind

sind die Schutzmechanismen noch nicht so gut trainiert.“ Zu­

dem entwickle sich bei Kindern noch die Muskulatur und das

als langweilig empfundene Kraft-, Koordinations- und Technik­

training werde häufig vernachlässigt.„Der Spaß am Spiel muss

geweckt werden, aber ein gezieltes aufbauendes Training

gehört auch dazu“, so Schneider.

Kinder und Jugendliche in Nachwuchsmannschaften von Pro­

fiteams trainieren bereits früh sehr gezielt, dafür sind die

Anforderungen deutlich größer. „Neben den typischen Verlet­

zungen können Überlastungserscheinungen auftreten. Bei den

U10 bis U14 sind das zumBeispiel Sehnenreizungen, bei älteren

Jugendlichen Schambeinentzündungen oder Ermüdungs­

brüche“, sagt Stephan Rainer, Physiotherapeut der U21 des

TSV 1860 München.

Deutschland ist im Fußballfieber; die Begeisterung erfasst bei Großereignissen wie der aktuellen

Weltmeisterschaft der Frauen regelmäßig das ganze Land. Aber auch abseits der Turniere ist Fußball

die mit Abstand beliebteste Sportart aller Passiv- und Aktivsportler.

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

4

Freizeit